Grösste Digitalkamera der Welt schiesst Bilder vom unentdeckten All

Grösste Digitalkamera der Welt schiesst Bilder vom unentdeckten All
Eines der ersten Bilder der Superkamera. (Foto: NSF–DOE Vera C. Rubin Observatory)

Alexandria/Washington/Cerro Pachón – Die grösste je gebaute Digitalkamera nimmt seit Kurzem Bilder von bisher unbekannten Regionen des Universums auf. Sie gehört zum Vera C. Rubin Observatory, einem Spiegelteleskop mit grossem Sichtbereich. Mit ihrem 8,4-Meter-Spiegel erstellt sie im Rahmen des Legacy Survey of Space and Time einen 10-Jahres-Zeitraffer des Südhimmels, um Dunkle Materie, Supernovae und potenziell gefährliche Asteroiden zu erforschen. Dazu wird jede Region rund 800 Mal fotografiert. Nächtlich fallen rund 20 Terabyte an Rohdaten an, was in zehn Jahren zu einem riesigen Gesamtvolumen von etwa 500 Petabyte führen wird.

Nächtliche Bilderflut
Pro Nacht entstehen Hunderte von Bildern, die Forschern helfen sollen, die letzten Geheimnisse um dunkle Materie und dunkle Energie zu lüften. Das Teleskop wurde auf dem Cerro Pachón, einem Berg in Chile, in einer Höhe von 2682 Metern errichtet. Das Sensorfeld der Kamera besteht aus 201 CCD-Sensoren mit je 16,777 Megapixel und ist 64 Zentimeter breit. Die Bilder, die sie aufnimmt, haben also rund 3,2 Mrd. Pixel.

Die grösste Linse hat einen Durchmesser von 1,55 Metern. In den Korrektor können verschiedene Farbfilter eingesetzt werden, um bestimmte Spektren zu untersuchen. Die Kamera des Vera C. Rubin Observatory nimmt Bilder im Bereich vom 330 Nanometern im nahen Ultraviolett bis zu 1080 Nanometer im nahen Infrarot auf.

Farbenprächtige Weltraumnebel
«Wir werden erleben, wie eine grosse Zahl von Wissenschaftlern auf der ganzen Welt mit diesem Datensatz arbeitet und das Universum auf eine Weise erforscht, wie es bisher nicht möglich war», sagt Phil Marshall, der stellvertretende Betriebsleiter des Observatoriums. Die ersten Bilder sind schon «im Kasten», darunter farbenprächtige Aufnahmen des Trifid- und des Lagunennebels, die sich Tausende von Lichtjahren von der Erde entfernt befinden. Ein Lichtjahr entspricht rund 9,7 Billionen Kilometern.

Das von der US-amerikanischen National Science Foundation und dem US-Energieministerium finanzierte Observatorium ist nach der Astronomin Vera Rubin benannt, die den ersten vielversprechenden Hinweis darauf lieferte, dass eine mysteriöse Substanz namens Dunkle Materie im Universum lauern könnte. (pte/mc/ps)

Original-Beitrag bei pressetext

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