Klimastiftung Schweiz: Digitalisierung macht Heizungen effizient

Klimastiftung Schweiz: Digitalisierung macht Heizungen effizient
Vincent Eckert, Geschäftsführer der Klimastiftung Schweiz. (Foto: Klimastiftung)

Zürich – Heizen geht auch mit weniger Energie – davon sind viele innovative Firmen in der Schweiz überzeugt. Die Klimastiftung Schweiz hat die Unterstützung von vier neuen Heizungsinnovationen beschlossen. Zudem unterstützt sie vier neue Projekte aus den Bereichen Landwirtschaft und Ernährung sowie drei Firmen, die im eigenen Betrieb Energie sparen.

Die Heizung wird neu erfunden. Dies zeigen diverse Innovationsprojekte, die von der Klimastiftung Schweiz gefördert werden. Am 23. Oktober hat der Stiftungsrat neue Gelder für Innovationsprojekte gesprochen. Darunter waren vier Projekte, die bessere Lösungen für das Heizen entwickeln. Insbesondere beim Heizen mit Holz bieten sich mit der Digitalisierung neue Möglichkeiten. Wer mit Holz heizt, verbrennt vielfältiges Material. Damit trotzdem in jedem Fall das Maximum aus der Verbrennung herausgeholt wird, entwickelt die Thurgauer Firma Schmid Energy eine Technologie, die das Ausgangsmaterial bei grösseren Holzfeuerungen analysiert und Einfluss auf die Verbrennung nimmt.

«Energiekreisläufe neu denken»
Um mehr Effizienz geht es auch bei einem anderen neu geförderten Projekt. Abwärme von Kühlregalen in Einkaufszentren, von Computern oder Maschinen sollen besser genutzt werden, für Warmwasser oder die Heizung. Dolder Electronic aus Root will die Wärmekreisläufe in Einkaufszentren und in der Industrie verbessern. Vincent Eckert, Geschäftsführer der Klimastiftung Schweiz erklärt: «Die Kopplung der Energiekreiskäufe ist für den Klimaschutz zentral. Es ist unsinnig, wenn wir im gleichen Betrieb viel Energie verbrauchen, um Geräte zu kühlen und nebendran mit Öl heizen». Einfach sei die Lösung dieser Probleme aber nicht, sagt Vincent Eckert weiter: «Es geht darum, die ganzen Energiekreisläufe neu zu denken. Die Digitalisierung gibt uns die Chance, diese Komplexität zu meistern.»

Insekten als Fleischersatz
Neben den Heizungsthemen hat die Klimastiftung Schweiz die Förderung von weiteren vier Innovationen beschlossen. Dies sind ein Unkraut-Roboter, eine Pferdezug-Lösung für den Holztransport im Wald, eine Software-Lösung zur Vermeidung von Foodwaste in Restaurants und eine Schweizer Insektenzucht. Die Schweizer Insektenzucht wird die drei Insektenarten herstellen, die seit Frühling 2017 als Nahrungsmittel gelten: Mehlwürmer, Grillen und Wanderheuschrecken. Produkte aus Insekten sollen den Fleischkonsum teilweise ersetzen. Sie verursachen deutlich weniger CO2-Ausstoss als Fleisch und liefern vergleichbare Nährstoffe. Bisher werden essbare Insekten aus dem Ausland importiert. Eine Schweizer Zucht bringt kurze Transportwege mit sich und macht Produkte aus Insekten attraktiver für die Käuferschaft. Für alle neuen Projekte zusammen hat die Klimastiftung Schweiz 880’000 Franken Fördergelder gesprochen.

Die Klimastiftung Schweiz fördert seit neun Jahren kleine und mittlere Unternehmen, die sich für den Klimaschutz einsetzen. Über 17 Millionen Franken wurden bereits vergeben. Mit dem Geld der Stiftung verringern Unternehmer den Energieverbrauch in ihren Betrieben oder helfen mit ihren Erfindungen mit, neue Wege für den Klimaschutz zu öffnen. Davon sollen beide Seiten profitieren: Der Klimaschutz, denn es wird messbar weniger CO2 und Strom gebraucht. Und gleichzeitig auch die Unternehmen, die ihre innovativen Ideen umsetzen, modern und ressourcenschonend bleiben können.

Hinter der Klimastiftung Schweiz stehen 27 grosse Dienstleistungsunternehmen aus der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein. Sie spenden Geld aus ihren Rückvergütungen der CO2-Abgabe für die gemeinsame Stiftung. Diese bündelt die Gelder und setzt sie für Projekte von KMU ein. Grössere Projekte werden halbjährlich bewilligt. Kleinere Projekte, die einem Katalog von Standardmassnahmen entsprechen, bearbeitet die Stiftung laufend. (Klimastiftung Schweiz/mc/ps)

Über die Klimastiftung Schweiz
Klima schützen. KMU stärken. Nach diesem Motto unterstützt die Klimastiftung Schweiz Projekte kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), die einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Stiftung hat seit ihrer Gründung 2008 rund 1300 KMU in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein mit 17 Millionen Franken unterstützt.
Die Klimastiftung Schweiz wurde als gemeinnützige, unabhängige Stiftung gegründet. Sie ist unter Bundesaufsicht und steht interessierten Firmen offen, die durch einen effizienten und gezielten Einsatz der Rückverteilung aus der CO2-Lenkungsabgabe den Klimaschutz verstärken wollen.
Seit Januar 2008 verlangt das CO2-Gesetz eine Abgabe auf Brennstoffe. Ein Teil der Abgaben fliesst zurück an die Wirtschaft. Vor allem grosse Dienstleistungsunternehmen erhalten mehr zurück, als sie bezahlt haben. Diese «Netto-Rückvergütung» setzen die Partnerfirmen der Klimastiftung Schweiz für Klimaschutzmassnahmen von Schweizer und Liechtensteiner KMU ein.

Die Partner der Klimastiftung Schweiz
Die Schweizer und Liechtensteiner Dienstleister Allianz Suisse, Alternative Bank Schweiz, AXA Winterthur, Bank J. Safra Sarasin, Bank Vontobel, ECA, Gebäudeversicherung Bern, Gebäudeversicherung Kanton Zürich, Glarner Kantonalbank, Julius Bär, LGT, Liechtensteinische Landesbank, Man Investments AG, New Re, PartnerRe, Pictet & Cie, PwC, Raiffeisen Schweiz, RobecoSAM, Sanitas Krankenversicherung, SAP (Schweiz) AG, SCOR Services Switzerland AG, Swiss Life, Swiss Re, Vaudoise Assurances, VP Bank und XL Group sind Partner der Klimastiftung Schweiz.

Weitere Informationen: www.klimastiftung.ch

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