Lancierung eines bedeutenden alpinen Photovoltaikprojekts am Standort Prafleuri

Lancierung eines bedeutenden alpinen Photovoltaikprojekts am Standort Prafleuri
Combe de Prafleuri, Hérémence. (Foto: zvg)

Sitten – Die Grande Dixence SA und die Gemeinde Hérémence haben unter Mitwirkung von Alpiq eine Absichtserklärung zur Entwicklung eines bedeutenden alpinen Photovoltaikprojekts unterzeichnet. Das Projekt entsteht in der Combe de Prafleuri, einem ehemaligen Steinbruch aus der Zeit des Baus der Grande Dixence. Das ermittelte Potenzial zur Stromproduktion liegt zwischen 40 und 50 GWh pro Jahr; ein Grossteil davon entfällt auf den Winter.

Die Grande Dixence SA und die Gemeinde Hérémence entwickeln derzeit gemeinsam mit Alpiq ein Projekt zum Bau einer alpinen Photovoltaikanlage. Die Gemeinde hat mit der Combe de Prafleuri einen geeigneten Standort ermittelt. Der Ort verfügt über das Potenzial, um dort jährlich zwischen 40 und 50 GWh Solarstrom zu produzieren. Dies entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von mehr als 11 000 Haushalten. Ein Grossteil des Stroms wird im Winter erzeugt, was angesichts der zunehmend kritischen Stromversorgungslage in dieser Jahreszeit ein bedeutender Vorteil ist.

Eine erste Abklärung am Standort fand Ende November statt, gefolgt von den ersten Messungen Anfang Dezember. In den nächsten Wochen ist der Bau einer Mess- und Testanlage geplant. Ziel dieser Massnahmen ist es, die meteorologischen Parameter am Standort genauer zu ermitteln und dabei detaillierte Erkenntnisse bezüglich Potenzial zur Solarstromproduktion zu gewinnen. Auf dieser Grundlage wird das Baugesuch ausgearbeitet, welches die Projektträger bis Ende 2023 einreichen möchten. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, einen Grossteil der Anlage Ende 2025 in Betrieb zu nehmen. Um die verschiedenen Etappen des Projekts in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit erfolgreich zu gestalten, stützen sich die Projektträger auf das Know-how und die Erfahrung von Alpiq.

Besonders geeigneter Standort
Die Combe de Prafleuri befindet sich in 2800 Metern Höhe südlich der Pointe d’Allèves im Val d’Hérens auf dem Gebiet der Gemeinde Hérémence und eignet sich ideal für eine alpine Photovoltaikanlage. Die einstige Gletschermoräne wurde zwischen 1951 und 1961 als Steinbruch genutzt, um Material für den Bau der Grande Dixence zu gewinnen. Das relativ flache, 350 000 Quadratmeter grosse Gelände ist somit bereits stark durch Menschenhand verändert worden. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung wird im Sommer 2023 durchgeführt. Aktuell sieht es so aus, dass sich die Umweltbelastung und die Eingriffe in die Landschaft in Grenzen halten werden. Die Projektträger setzen sich dafür ein, diese Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten und das Projekt bestmöglich in das betroffene Gebiet zu integrieren.

Zu den Pluspunkten, die für das Projekt sprechen, gehört die am Standort bereits vorhandene Infrastruktur. Es gibt nicht nur eine existierende Strassenanbindung, sondern auch eine zur Staumauer führende Mittelspannungsleitung, welche eine Pumpstation versorgt. Diese Anlagen werden zum Abtransport der erzeugten Energie genutzt; falls nötig werden sie erneuert. «Das Val d’Hérens beherbergt mit der Grande Dixence bereits eine der grössten Wasserkraftwerkskomplexe der Schweiz. Die Entwicklung eines neuen Projekts, das den aktuellen Herausforderungen unserer Stromversorgung Rechnung trägt, zeugt von demselben Pioniergeist», sagt Amédée Kronig, Geschäftsleiter der Grande Dixence SA.

Versorgungssicherheit im Winter stärken
Die Photovoltaikanlage am Standort Prafleuri wird mit bifazialen Solarmodulen ausgerüstet. Dabei handelt es sich um PV-Module, die von beiden Seiten Energie erzeugen und im Hochgebirge besonders leistungsfähig sind. Die Sonneneinstrahlung ist hier deutlich intensiver als im Schweizer Mittelland und es gibt normalerweise eine relativ geringe Wolkendecke. Die Reflektion des Sonnenlichts durch den Schnee erhöht den Ertrag und die niedrigen Temperaturen führen zu besseren Betriebsbedingungen. Dank dieser Faktoren erzeugen Solaranlagen im Hochgebirge fast doppelt so viel Energie wie vergleichbare Anlagen im Schweizer Mittelland, und auch der Anteil des im Winter produzierten Stroms ist deutlich höher. (mc/pg)

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