Molecular Partners startet Anti-Covid-19-Therapieprogramm

Patrick Amstutz
Patrick Amstutz, CEO Molecular Partners. (Foto: zvg)

Schlieren – Das Biotechunternehmen Molecular Partners will seine DARPin-Technologie für die Bekämpfung von Covid-19 einsetzen. So wird ein Anti-Covid-19-Therapieprogramm unter Nutzung der Multi-Target-Bindung von DARPin-Proteinen zur Neutralisierung des Sars-Cov2-Virus eingeleitet, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.

Man habe verschiedene monospezifische DARPin-Proteine identifiziert, welche das Sars-Cov-2-Virus neutralisieren würden. Der Therapieansatz ist der erste, welcher die Krankheit auf drei Ebenen angeht. Demnach sollen die Proteine das Virus auf drei Seiten angreifen, um es daran zu hindern, in die menschlichen Zellen einzudringen. Ausserdem soll verhindert werden, dass das Virus Resistenzen gegen ein entsprechendes Medikament entwickeln kann.

Erste Testreihen in Bundeslabor in Spiez
Die ersten Testreihen führt Molecular Partners in Zusammenarbeit mit dem Labor in Spiez des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz durch. Sind diese erfolgreich, soll im zweiten Semester mit den klinischen Studien dazu begonnen werden. Molecular Partners geht davon aus, die Produktion des Wirkstoffs für die Tests bereits im dritten Quartal aufnehmen zu können.

„Da wir das Virus an drei verschiedenen Stellen gleichzeitig neutralisieren, ist die Wahrscheinlichkeit viel grösser, dass das mögliche Medikament auch bei künftigen Mutationen des Virus noch wirksam ist“ sagte ein Sprecher von Molecular Partners gegenüber AWP.

Aktie schiesst in die Höhe
Sämtliche Gesprächspartner aus den Bereichen Pharma und Biotech aber auch die Behörden und verschiedene Akademiker würden den Ansatz von Molecular Partners bei der Suche nach einer Lösung gegen das Virus unterstützen. Angesichts der Dringlichkeit für eine Lösung gegen Covid-19 sei dabei entscheidend, dass man einen gänzlich anderen Weg beschreite, als alles was bisher in diese Richtung entwickelt werde.

An der Börse zeigen die Aktien von Molecular Partners ein Kursfeuerwerk und schiessen um gut 17 Prozent auf 22,50 Franken in die Höhe. Sie liegen damit auch wieder über dem Stand von Ende 2019, weisen also eine positive Jahresbilanz auf.

In Marktkreisen wird die Nachricht aber zum Teil eher kühl kommentiert. Wie andere Projekte im Hinblick auf die Bändigung von Covid-19 käme auch dieses eher mittel- oder langfristig zum Tragen, hiesse sin einem Kommentar von Mirabaud. Sollten die klinischen Test im dritten Quartal starten, dauere es von da an wohl immer noch ein Jahr oder mehr, bis erste Erkenntnisse zur Sicherheit und Wirksamkeit der Therapie vorlägen. (awp/mc/pg)

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