Neue Studie von WWF und PwC: Lösungen für einen nachhaltigen Finanzplatz

Neue Studie von WWF und PwC: Lösungen für einen nachhaltigen Finanzplatz
Thomas Vellacott, CEO des WWF Schweiz. (Bild: UBS)

Zürich – Aktuell tragen die Schweizer Finanzflüsse zu einer Erderhitzung von 4 bis 6 Grad Celsius bei. «Ölförderung, Fracking, Pipeline-Projekte: Schweizer Finanzinstitutionen finanzieren, investieren in und versichern weiterhin viel zu viele Aktivitäten, welche dem Klima und der Natur schaden», sagt Thomas Vellacott, CEO des WWF Schweiz. «Durch die Umlenkung des Geldes hin zu nachhaltigen Aktivitäten haben sie es in der Hand, eine Wirtschaft zu gestalten, die unsere Lebensgrundlagen bewahrt, statt bedroht.» Bis spätestens 2050 sollen alle Finanzflüsse zu Netto-Null-Treibhausgasemissionen und zur Wiederherstellung der biologischen Vielfalt beitragen. Um dies zu erreichen, müssen jedoch bereits ab 2030 alle neuen Finanzflüsse auf dieses Ziel ausgerichtet werden. Dafür bleiben gerade einmal zehn Jahre.

Es braucht einen konkreten Aktionsplan
Ende Juni 2020 definierte der Bundesrat das Ziel, die Schweiz als führenden Standort für nachhaltige Finanzdienstleistungen zu positionieren. Diese Absichtserklärung reicht nicht, griffige Massnahmen und ein effektiver Zeitplan fehlen. Zudem hat der Fokus auf freiwillige Massnahmen und Selbstregulierung bisher kaum Wirkung erzielt. «Was wir brauchen, ist ein konkreter Aktionsplan mit einem intelligenten Mix aus freiwilligen Massnahmen, Selbstverpflichtungen und Regulierungen» so Vellacott und legt den Entscheidungsträgern heute gemeinsam mit Andreas Staubli, CEO von PwC Schweiz, die Strategie dazu vor. «Mit dieser Qualitätsstrategie zeigen wir Entscheidungsträgern aus der Schweizer Politik sowie der Finanzwirtschaft auf, was nötig ist, damit der Schweizer Finanzplatz tatsächlich zu einem führenden Standort für Nachhaltigkeit werden kann», so Andreas Staubli.

Über 40 wirkungsvolle Massnahmen
Die Strategie enthält über 40 konkrete Massnahmen, die innerhalb der nächsten zehn Jahre umgesetzt werden sollen. So ist es unabdingbar, die Strategien von Schweizer Finanzinstitutionen in einem ersten Schritt an die Vorgaben der weltweiten Klimaschutzvereinbarung (Übereinkommen von Paris) sowie der Biodiversitätskonvention auszurichten. Zudem braucht es klare politische Rahmenbedingungen und glaubwürdige Standards, die auf dem Finanzmarkt für die nötige Transparenz und Rechtssicherheit sorgen. Weiter sind verstärkte Anstrengungen in der Realwirtschaft notwendig, damit der Übergang zu einem grünen und widerstandsfähigen Schweizer Finanzplatz gelingen kann. Gefordert sind somit alle Akteure: Neben den Finanzinstitutionen auch die Politik, die Aufsichtsbehörden, die Unternehmen, die Wissenschaft und die Zivilgesellschaft.

«COVID-19 zeigt uns, wie sehr uns die Natur politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich zusetzen kann. Wir müssen jetzt handeln, um noch weitaus desaströsere Folgen durch den Klimawandel abzuwenden. Nur gemeinsam können wir uns zu einem nachhaltigen Schweizer Finanzsektor transformieren», sagt Andreas Staubli.

Die Schweiz hat grosses Potenzial
«Es gibt keinen besseren Ort als die Schweiz, um dies in Gang zu setzen», so Staubli. Mit über 6200 Milliarden Franken, die jährlich in der Schweiz verwaltet werden, trägt das Land eine grosse Verantwortung. Zudem verfügt die Schweiz über eine langjährige Tradition im nachhaltigen Finanzwesen, einen innovativen Markt, schlanke Rahmenbedingungen und ausgezeichnete Universitäten. Und Vellacott ergänzt: «Das Potenzial in der Schweiz ist immens und unter dem Strich profitieren Wirtschaft und Gesellschaft von einer intakten Umwelt. Nun ist es an der Zeit, dass Politik, Finanzmarktakteure und wir alle gemeinsam handeln.» (PwC/mc/ps)

Download
WWF/PwC, «Leading the way to a green and resilient economy: a Swiss-quality approach to sustainable finance», September 2020 https://www.pwc.ch/en/insights/fs/wwf-report.html

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