Robert Jakobs Wirtschaftslupe: Wie man mit Lob killt

Robert Jakobs Wirtschaftslupe: Wie man mit Lob killt
Buchautor und Moneycab-Kolumnist Robert Jakob.

Von Robert Jakob

Er hat es wieder getan. Trump lobte einen Untergebenen, seinen Heimatminister McAleenan, der dann die Administration verlassen musste. Auch mein ehemaliger Chef war ein kleiner Machiavelli, meinte jedenfalls unsere Verkaufsleiterin. Sie hatte Recht, denn er lobte alle Mitarbeitenden gerne unter vier Augen, während er hinten herum bei externen Auftraggebern immer unsere Leistungen als seine eigenen aufplusterte. In den Personalakten für den Mehrheitsaktionär standen zu Händen der Geschäftsleitung die grössten Widerlichkeiten über jeden einzelnen von uns. Merke: Lob ist immer mit Vorsicht zu geniessen.

Beispielsweise als Aktionär auf Generalversammlungen: seien Sie misstrauisch, wenn der CEO oder gar der CFO am Rednerpult zum grossen Loblied auf die versammelte Aktionärsgemeinde anstimmt. Die Wahrscheinlichkeit, dass demnächst die Katze aus dem Sack gelassen wird (in Form schlechter Quartalszahlen, einer Kapitalerhöhung oder noch Schlimmerem) ist gross.

Cosa Nostra
Als Journalist oder gar Publizist sollten Sie sich vor Lob ebenfalls in Acht nehmen. Oft ist es das Eintrittsticket für Bestechung. Oder wie es Altmeister Klaus J. Stöhlker ausdrückte: „Die höchste Form der Aggression ist die Umarmung“. So macht es übrigens auch Donald Trump. In Trumps eingesetzter Administration mussten bisher 87 hochgelobte Mitarbeiter Ihren Posten vorzeitig räumen.

In seinem Buch „A Higher Loyalty – Truth, Lies, and Leadership“ (Flatiron Books, ISBN: 978-1-250-19245-5, USD 29,99) beschreibt der bereits vor anderthalb Jahren aus dem Amt entfernte FBI-Boss James Comey wie der Präsident ihn mit Lob kontinuierlich einseifte, nur um sich zwischendrin immer wieder seiner Loyalität zu versichern. Als Comey schliesslich keine Anzeichen von Kadavergehorsam in der von Trump gebauten Blasenwelt zeigte, wurde er gefeuert. Der POTUS sieht sich gerne als GRÖFAZ, als uneingeschränkt charismatischer Führer seiner Nation, der nur „die Besten“ um sich schart. Deren Definition aber ist bei Trump genau jener Kadavergehorsam, den Comey in seinem Buch auf S. 243 mit dem Gebaren der „Cosa Nostra“ vergleicht.

Great and unmatched wisdom
Nicht alle waren so standfest wie Comey. Sie drückten immer wieder ein Auge zu, weil sie sich als Teil einer grossen Familie fühlten. Wenn sie dann erst einmal lange genug von Trump in die Arme genommen wurden, konnten sie sich kaum mehr aus der Umklammerung lösen, ohne selbst ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren. Denn sie hatten ja die längste Zeit mitgemacht und vom System profitiert. Daher ist es für Trump einfach, seinen „Entsorgten“ das Attribut des Fehltritts anzulasten.

Das doppelte Spiel geht solange gut, wie das naive Fussvolk, dem er immer fleissig seine vermeintliche Grösse und Erwähltheit („my great and unmatched wisdom“) vorgaukelt, an das Märchen glaubt.


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Zum Autor:
Robert Jakob ist promovierter Naturwissenschaftler und Buchautor und arbeitete sowohl in der Grundlagenforschung als auch für Verlage, Versicherungen und Banken. Seit Jahrzehnten ist der Wissenschaftler und Kommunikationsspezialist ein ausgewiesener Kenner der Finanzszene. Er leitete nicht nur die Redaktion des Swiss Equity Magazins (einem Tochterunternehmen der NZZ), sondern dortselbst auch das Team der Aktienanalysten.

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