Schweizer Top-Manager verdienen europaweit am besten

Severin Schwan
Roche-CEO Severin Schwan. (Foto: Roche)

Zürich – Im vergangenen Jahr verdienten die CEOs der 100 grössten Unternehmen Europas mit durchschnittlich 5,7 Mio Euro rund 5% mehr als 2016. Gemessen am Median bekamen die höchsten Gesamtdirektvergütungen die Top-Manager in der Schweiz, gefolgt von Grossbritannien und Deutschland. Das geht aus der Studie „CEO pay landscape in Europe’s Top 100 Companies“ von Willis Towers Watson hervor.

In ihrer Studie „CEO pay landscape in Europe’s Top 100 Companies“ untersucht Willis Towers Watson jährlich, welche Gesamtdirektvergütungen die CEOs der 100 grössten Unternehmen Europas für das letzte Geschäftsjahr erhalten haben. Zusätzlich wurden die Gesamtdirektvergütungen der Schweizer SLI-Unternehmen und Einflussfaktoren auf die Vergütungshöhen analysiert. Die Ergebnisse kurz zusammengefasst:

Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Gesamtdirektvergütung der CEOs der Schweizer SLI-Unternehmen mit +0.1% kaum geändert.
Damit liegt die Gesamtdirektvergütungshöhe der SLI-Unternehmen im Median 23% unter dem Niveau der europäischen Top-Unternehmen.
Der im Vergleich der europäischen Top-Unternehmen niedrige Anteil von Grundgehalt an der Gesamtdirektvergütung der Schweizer CEOs geht einher mit den vergleichsweise höchsten Gesamtdirektvergütungen.

Gesamtdirektvergütungen in der Schweiz deutlich gesunken – trotzdem weiter an der Spitze
„Während sowohl die Grundgehälter als auch die Höhen der gewährten langfristig variablen Vergütung der CEOs der europäischen Top-Unternehmen stabil blieben, sind die ausbezahlten Boni für das Jahr 2017 angestiegen und holen damit gegenüber dem Vorjahr wieder auf“, sagt Olaf Lang, Managing Director bei Willis Towers Watson. Die für 2017 ausgezahlten Boni erreichten europaweit im Median 135% des Fixgehalts (Vorjahr: 126%).

Zu den grössten 100 europäischen Top-Unternehmen gehören zehn in der Schweiz ansässige Firmen; zwei von ihnen gehören nach Marktkapitalisierung zu den Top 5 in Europa. Im europäischen Vergleich wurden die höchsten Gesamtdirektvergütungen gemäss der Median-Auswertung unter den Schweizer CEOs gezahlt (EUR 7,76 Mio.), gefolgt von Grossbritannien (EUR 6,38 Mio.) und Deutschland (EUR 5,35 Mio.). Während die CEOs der Schweizer unter den 100 grössten europäischen Unternehmen den Spitzenplatz belegen, liegt der Median der CEOs der ausgewerteten SLI-Unternehmen mit EUR 4,4 Mio. 23% unterhalb des europäischen Niveaus.

CEO von Roche europaweit auf dem 1. Platz
Die höchste Gesamtdirektvergütung unter Europas Top 100 Unternehmen erreichte mit EUR 12,88 Mio. Severin Schwan von Roche. Es folgen die CEOs von AB Inbev (EUR 12,82 Mio.) und der UBS Group (EUR 12,52 Mio.).

Schweizer mit verhältnismässig tiefsten Grundgehältern
Der Anteil der fixen Vergütung ist unter den Schweizer CEOs der 100 grössten europäischen Unternehmen mit 25% am niedrigsten. „Die höchsten Gesamtdirektvergütungen korrelieren mit den niedrigsten Grundgehältern wie in der Schweiz und Grossbritannien. Hier haben Top-Manager weniger Garantie, aber durch die hohen variablen Anteile auch grössere Chancen auf ein Spitzengehalt“, sagt Olaf Lang.

Hohe Gesamtdirektvergütungen bestehen in der Regel zu mindestens zwei Dritteln aus variablen Bestandteilen. Der Anteil der gewährten Long-Term-Incentive-Pläne (LTI) ist nach wie vor mit 46% unter den britischen CEOs der europäischen Top 100 am höchsten. Dagegen wird in Skandinavien deutlich mehr Gewicht auf die feste Vergütung gelegt (56%).

In vielen der europäischen Top-Unternehmen wie auch in der Schweiz werden Teile der Bonusauszahlungen erst aufgeschoben ausbezahlt. Auch diese Vergütungskomponenten tragen zur nachhaltigen Ausgestaltung der Vergütung bei.

Einfluss der europäischen Aktionärsrechterichtlinie auch in der Schweiz
EU-weit bringt die bis Juni 2019 umzusetzende Aktionärsrechterichtlinie (SRD) einen frischen Wind in das Thema Offenlegung und Abstimmung der Aktionäre rund um die Vorstandsvergütung. „Wir empfehlen Schweizer Unternehmen, sich mit den Anforderungen der SRD auseinander zu setzen und die jetzige Praxis zu überprüfen, da wir erwarten, dass diese Richtlinie auch für die Schweiz einen Einfluss auf Offenlegung und Abstimmung der Vorstandsvergütung haben wird“, sagt Olaf Lang.

Die Studie untersuchte neben der Gesamtdirektvergütung auch die Einbindung der Aktionäre zu Vergütungsfragen und den Einfluss von Abstimmungsberatern (Proxy Advisors). Während Aktionäre in anderen Ländern bindende Voten zur Vergütungspolitik oder gar zur auszuzahlenden Vergütung abgeben, wird in der Schweiz jährlich über die Gesamtvergütung der Geschäftsleitung votiert. Abstimmungen zum Vergütungsbericht sind lediglich freiwillig durchzuführen und nicht bindend. (WTW/mc/pg)

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