sgv: Die Schnupperlehre: Bessere Vorbereitung, weniger Abbrüche

sgv-Direktor Hans-Ulrich Bigler. (Foto: sgv)
sgv-Direktor und FDP-Nationalrat Hans-Ulrich Bigler. (Foto: sgv)

Eine Stellungnahme des Schweizerischen Gewerbeverbands sgv:

Bern – Der Schweizerische Gewerbeverband sgv begrüsst den vom Bundesrat verabschiedeten Bericht zu mehr Schnupperlehrstellen in den MINT-Berufen (Berufe in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Die Schnupperlehre unterstützt sowohl die Jugendlichen wie auch die Ausbildungsbetriebe im Rekrutierungsprozess. Die entsprechende Eignung und Neigung ist die Passform für die Anwärterinnen und Anwärter auf eine Lehrstelle. Sie garantiert, dass Lehrverträge seltener abgebrochen werden.

Am vergangen Freitag titelte «20 Minuten» auf der Frontseite: «Diese Lehren werden am häufigsten abgebrochen» und veröffentlichte Zahlen zu ausgesuchten Branchen. Dabei setzt der Autor Lehrabbrüche mit Lehrvertragsabbrüchen gleich. Was in diesem Bericht verschwiegen wird, ist, dass über alle Branchen hinweg gesehen die Wiedereinstiegsquote nach der ersten Lehrvertragsauflösung bei knapp 80 Prozent liegt. Jugendliche verlassen also mitnichten nach der Auflösung des Lehrvertrags den Berufsbildungsprozess, sondern wechseln zu einer anderen Stelle, häufig sogar innerhalb der gleichen Branche. 80 Prozent der Lernenden haben nach vier Jahren Ausbildung das Qualifikationsverfahren erfolgreich bestanden und nur 13 Prozent haben die Ausbildung noch nicht beendet.

Schnupperlehre ist nur ein Element
Schnupperlehren stellen nur einen Teil des gesamten Rekrutierungsprozesses dar. Für eine erfolgreiche Gewinnung geeigneter Lernender ebenso wichtig ist auch eine möglichst früh einsetzende und qualitativ hochstehende Berufsberatung. Schnupperlehren sind zudem für die Betriebe mit nicht zu unterschätzendem Aufwand verbunden. Die Anzahl an Schnupperlehr-Angeboten ist deshalb begrenzt. «Wir begrüssen, dass der Bundesrat gemäss seiner heutigen Mitteilung den Ausbildungsbetrieben die Freiheit lässt, wie sie das Rekrutierungsverfahren gestalten. Das heisst mit oder ohne Schnupperlehre», urteilt der Direktor des grössten Dachverbandes der Schweizer Wirtschaft Hans-Ulrich Bigler.

Als grösste Dachorganisation der Schweizer Wirtschaft vertritt der Schweizerische Gewerbeverband sgv über 230 Verbände und gegen 500 000 KMU, was einem Anteil von 99,8 Prozent aller Unternehmen in unserem Land entspricht.

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