SZKB: Endlich – die US-Notenbank erhöht die Zinsen

Thomas Heller
Von SZKB-CIO Thomas Heller. (Foto: SZKB)

Von Thomas Heller, CIO der Schwyzer Kantonalbank (Foto: SZKB)

Schwyz – Die US-Notenbank (Fed) hat nach langem Zögern die Zinsen erhöht. Das Zielband für die Fed Fund Rates wurde um 0.25% auf 0.25%-0.50% angehoben. Diese erste Zinserhöhung seit 9½ Jahren war von der Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet worden.

Die Fed hält nun die Zeit für reif, die fast siebenjährige Nullzinspolitik zu beenden. «Endlich» ist man geneigt zu sagen. Noch im September hatten die amerikanischen Währungshüter auf die erwartete Zinserhöhung verzichtet. Die Erhöhung – auch wenn sie spät kommt – ist grundsätz-lich positiv zu werten. Sie ist erstens ein erster Schritt in Richtung Normalisierung der Zinslandschaft und zweitens auch ein Signal, dass die Fed die Verfassung der US-Wirtschaft nach wie vor als robust erachtet.

Positive Marktreaktion
Die Zinserhöhung war erwartet worden und es ist eine gewisse Erleichterung spürbar. Die Aktienmärkte in den USA und Asien legten deutlich zu. Und auch die europäi-schen Börsen sind heute Morgen sehr freundlich in den Tag gestartet. Die Zinsmärkte haben sich hingegen kaum bewegt. Der Dollar legte u.a. gegenüber dem Euro und dem Schweizer Franken etwas zu.
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Graduelles Vorgehen
Angesichts des fortgeschrittenen Konjunkturzyklus kommt der gestrige Entscheid sehr spät. Entsprechend behutsam will die Fed vorgehen und die Zinsen nur graduell weiter erhöhen. Während die Fed in ihrer eigenen Prognose von vier Zinsschritten 2016 ausgeht, rechnet der Markt mit lediglich zwei Erhöhungen (vgl. Abbildung). Angesichts der Wachstumsverlangsamung in den USA sowie der fragilen Verfassung der Weltwirtschaft rechnen wir eben-falls mit maximal zwei Zinsschritten um jeweils 0.25%.

‹Notenbank-Put› hat Bestand
Mit dem Fed-Entscheid driftet die Geldpolitik in den USA und in Europa weiter auseinander. Er nimmt damit einen gewissen Druck von der Europäischen Zentralbank (EZB) und auch von der Schweizerischen Nationalbank (SNB), da der US-Dollar weiter erstarken dürfte. Die Divergenz der Geldpolitik wird sich noch akzentuieren, da den er-warteten US-Zinserhöhungen mögliche weitere Locke-rungsmassnahmen der EZB gegenüberstehen.
Trotz der nun eingeleiteten Zinswende ist davon auszugehen, dass die Fed bereit ist, ihre Geldpolitik anzupassen (z.B. Verzicht auf Zinsschritte), sollten sich die Dinge nicht in ihrem Sinn entwickeln. Der ‹Notenbank-Put› behält auch 2016 seine Gültigkeit. (SZKB/mc/ps)

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