VP Bank Spotanalyse: China-BIP leidet erneut unter Corona

Thomas Gitzel
Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank. (Foto: VP Bank)

Von Dr. Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank

Gegenüber dem Vorjahresquartal wird ein mageres Wachstum von 0.4% erreicht.

Das chinesische Bruttoinlandprodukt (BIP) schrumpft im zweiten Quartal um 2.6% gegenüber dem Vorquartal.

Ein Rückgang des BIP hatte sich abgezeichnet, nun kam es sogar noch gravierender. Die verhängten Eindämmungsmassnahmen zur Bekämpfung von Corona-Neuinfektionen waren die Ursache. Die Lockdowns in Schanghai und Shenzhen waren eine grosse Belastung für den privaten Konsum. Doch die Mobilitätseinschränkungen waren auch für die Industrie und für die Logistikbranche eine schwere Bürde.

Die nun erfolgten Lockerungen werden im dritten Quartal das Wachstum anschieben. Die ebenfalls veröffentlichten Daten zur Industrieproduktion und zu den Einzelhandelsumsätzen für den Juni stimmen zuversichtlich, dass die Wachstumswende bereits zum Ende des zweiten Quartals einsetze und nun auch anhält.

Wir kennen mittlerweile das Muster: Ein Lockdown wird von Nachholeffekten gefolgt. Wie stark sie ausfallen, wird entscheidend von der weiteren Corona-Entwicklung abhängen. Nur kurz nach Wiederöffnung der Wirtschaft kommen bereits wieder Sorgen vor einem neuen Lockdown in Schanghai auf. Die Entwicklung der Pandemie bleibt damit eine wichtige Grösse für die weitere wirtschaftliche Entwicklung.

Doch das chinesische Wachstum dürfte auch im günstigsten Fall von geringen Neuinfektionszahlen angeschlagen bleiben. Die hohen Inflationsraten in den USA und in Europa haben unmittelbare Auswirkungen auf die chinesischen Wachstumsraten.

Konsumenten in den USA und in Europa verzichten gerade auf diejenigen Waren, die zu einem hohen Mass aus China kommen. Dazu zählen insbesondere Elektronik und Möbel. Das wird China zu spüren bekommen. Die Wachstumsbäume werden in China jedenfalls nicht in den Himmel wachsen. (VP Bank/mc/ps)

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