VP Bank – Spotanalyse China: Das BIP 2020 schlägt sich äusserst gut

VP Bank – Spotanalyse China: Das BIP 2020 schlägt sich äusserst gut
Von Thomas Gitzel, Chefökonom VP Bank. (Foto: VP Bank)

China: Das BIP schlägt sich selbst im Krisenjahr 2020 respektabel

Vaduz – Das chinesische BIP wächst im Schlussquartal 2020 um 2.6% gegenüber dem Vorquartal. Das Gesamtjahreswachstum 2020 liegt damit bei 2.3%.

Alleine die Tatsache, dass das BIP im Jahr 2020 nicht schrumpft, kann als Erfolg gewertet werden. Während Europa oder auch die USA massive BIP-Rückschläge ausweisen, expandiert die chinesische Volkswirtschaft sogar mit 2.3%.

Zwei Dinge waren für das relativ gute Abschneiden Chinas verantwortlich. Zum einen brachte die Administration in Peking das Virus unter Kontrolle. Massentestungen und die Isolation ganzer Regionen und Städte hielt die Ausbreitung von Covid19 in Schach. Zum anderen profitierte China von einer ausländischen Corona-Sondernachfrage. Durch Produktionsumstellungen wurde das Land zum wichtigsten Lieferanten für Hygieneartikel. China avancierte rasch zum wichtigsten Produzenten etwa für Masken. Aber auch die riesige Konsumgüterindustrie des Landes profitierte von der Nachfrage nach Monitoren, Tastaturen, Routern und Notebooks. Die Arbeitnehmer in den USA oder auch Europa wollten schliesslich im Homeoffice eine vernünftige Arbeitsumgebung haben.

Der im Corona-Sommer 2020 entweder ganz gestrichene oder abgespeckte Urlaub schonte die Familienkasse. Geld war nun übrig für Möbel oder überhaupt eine schönere Inneneinrichtung. China war auch hierbei ein wichtiger Lieferant. Es muss deshalb nicht weiter verwundern, dass es auf den Weltmeeren derzeit kaum freie Container-Kapazitäten gibt. All die Waren müssen aus China abgeholt werden. Mitten in der Krise kam es also zum Boom. Dies macht deutlich, dass die Corona-Rezession ihre ganz eigene Gesetzmässigkeit – ihre ganz besondere Anatomie – hat. Solange das Virus die Welt regiert wird sich an dieser Grundkonstellation zunächst wenig ändern. Das Reich der Mitte ist Krisengewinner. Im Dezember lag die chinesische Industrieproduktion immerhin 7.3% über dem Vorjahresniveau.

China hat also weiterhin einen guten Lauf und wird auch im Jahr 2021 den Erholungskurs fortsetzen. Ein Wachstum von über 8% sollte im laufenden Jahr drin liegen. Dies ist gleichzeitig eine gute Nachricht für viele andere Volkswirtschaften. Läuft die chinesische Produktion auf Hochtouren, braucht es Maschinen, die etwa aus Deutschland oder Japan kommen. Die gute chinesische Einkommenssituation macht den Kauf teurer Autos möglich. Auch davon wird besonders Deutschland profitieren. Geht es Deutschland wiederum gut, schiebt dies auch die Konjunktur in der gesamten Eurozone an. Dies macht deutlich: China wird zum globalen konjunkturellen Zugpferd des laufenden Jahres.

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