Windenergie ist Standbein der neuen Energiepolitik

Symbolbild Windkraft

Basel – Technologisch reif, kostengünstig und ökologisch: Windenergie ist unverzichtbarer Bestandteil der neuen Energiepolitik des Bundes. Anliegen von Suisse Eole ist, das Windenergiepotenzial gemeinsam mit Bevölkerung, Gemeinden und Kantonen zügig zu nutzen. Damit die Erwartungen der Politik erfüllt werden können, braucht es mehr Gemeinsinn und Kompromissbereitschaft.

Windenergie wird mit den anderen erneuerbaren Energieträgern zusammen eine bedeutende Rolle in der künftigen Energieversorgung spielen. In den am 25. Mai präsentierten Energieperspektiven 2050 bekennt sich der Bundesrat zur Energieeffizienz und zu einem starken Ausbau des Anteils der erneuerbaren Energien am Schweizer Strommix, wobei primär das heimische Potenzial genutzt werden soll. Von der Neuausrichtung der Energiepolitik profitiert die Volkswirtschaft, insbesondere auch Kleinbetriebe in den Randregionen, wo ein grosses Potenzial an Windenergie brach liegt. Auf Basis der bisherigen kantonalen Planungen können bis 2020 schweizweit jährlich 1500 GWh Windstrom produziert werden, was 2,5% des aktuellen nationalen Strombedarfs entspricht. Bis 2040 können auf Grund konservativer Potenzialberechnungen schweizweit jährlich über 4000 GWh Windstrom oder 7% des aktuellen nationalen Strombedarfs produziert werden.

Beachtliches Windenergiepotenzial in der Schweiz
Suisse Eole begrüsst die neue Energiepolitik des Bundesrates und ist bereit, sich den Herausforderungen zu stellen. „Das beachtliche Windenergiepotenzial der Schweiz soll gemeinsam mit Bevölkerung, Gemeinden und Kantonen zügig genutzt werden“, fordert Reto Rigassi, Geschäftsführer der Windenergievereinigung Suisse Eole, anlässlich des Branchentreffens vom 24. Juni in Solothurn. „Die Anforderungen an die Windenergienutzung genügen in der Schweiz höchsten Ansprüchen. Jetzt braucht es auf Seiten der Opponenten eine minimale Kompromissbereitschaft.“ Unter dem Titel „Zubau statt Zank“ wurde anhand vergleichender Studien und konkreter Beispiele über die Steigerung der Akzeptanz von Windenergieanlagen an Standorten diskutiert.

Auch Windenergie hat Schattenseiten
Wichtige Voraussetzung für einen zügigen Zubau ist die Bereitschaft, ein vorübergehend verändertes Landschaftsbild in Kauf zu nehmen. Auch Windenergie hat Schattenseiten. Diese sind jedoch überschau- und kontrollierbar: Die landschaftliche Wirkung bleibt umkehrbar. Nachbarschaftsprobleme sowie Risiken für die Vogelwelt können technisch und betrieblich auf ein verantwortbares Minimum reduziert werden. Wie Umfragen und Volksabstimmungen immer wieder zeigen, ist die generelle Akzeptanz von Windenergieanlagen gross (z.B. Umfrage im Kanton Neuenburg: 93% sind für Windenergie).

Vielfältige Einsprachen
Die Evaluation von Windenergiestandorten wird unter breitem Einbezug von Interessengruppen durchgeführt. Im Laufe des Verfahrens fallen mögliche Standorte aufgrund von Konzessionen an den Landschafts- und Naturschutz weg. Im Kanton Neuenburg blieben so noch fünf von zehn valablen Standorten erhalten. Doch selbst gegen die aufgrund einer fundierten Interessenabwägung gewählten Standorte wird rekurriert. Gegenstand der Einsprachen sind bereits Windmessmasten und Erhebungen der Fledermauspopulationen, die einzig dazu dienen, Behörden und Bevölkerung die Entscheidgrundlage für die Errichtung eines Windparks zu liefern. Die neue Energiepolitik verlangt von den Akteuren Konzessionen. Suisse Eole fordert ein Abrücken von Maximalforderungen und ruft die Gegner auf, das Gemeinwohl im Auge zu behalten und bei den Einsprachen Augenmass zu wahren.

Vereinfachung der Bewilligungsverfahren
Zum anderen braucht es eine Vereinfachung der Bewilligungsverfahren. Der politische Wille dazu ist heute stark spürbar. Unter anderem sollte eine einzige Behörde als Koordinationsstelle für alle in den Bewilligungsprozess involvierten Ämter auf Stufen Bund, Kantone und Gemeinden definiert werden. Für die Kantone sollen klare Planungsvorgaben gelten, welche auch die Verbindlichkeit für kommunale Nutzungsplanungen festlegen. Dabei soll die Gemeindeautonomie ein wichtiges Gut bleiben. Ziel sind kürzere, berechenbare Verfahren. (Suisse Eole/mc/ps)

Über Suisse Eole
Suisse Eole ist die Vereinigung zur Förderung der Windenergie in der Schweiz. Mandatiert vom Bundesamt für Energie, arbeitet sie mit Planungsbehörden und Umweltämtern zusammen, um die energiepolitischen Vorgaben des Bundes umzusetzen. 1998 gegründet, hat sie zum Ziel, die Rahmenbedingungen für Windenergie in der Schweiz zu verbessern, die Projektqualität sicherzustellen und Informationen zu den Chancen der Windenergienutzung zu vermitteln. Die Vereinigung pflegt den Dialog mit Umweltorganisationen wie WWF und Pro Natura.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.