WWF: 163 neue Arten in der Mekong-Region entdeckt

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Ein gehörnter Baumiguana wurde in den letzten Waldstücken auf der berühmten Touristeninsel Phuket in Südwestthailand gefunden. (Foto: WWF / Montri Sumontha)

Zürich – Eine Regenbogenkopf-Schlange, eine Eidechse, die wie ein Drache aussieht und ein Klingon-Molch, der Star Trek entflohen sein könnte: Das sind nur drei der 163 neuen Arten, die 2015 in der Mekong Region neu entdeckt worden sind. Im Bericht Species Oddity stellt der WWF diese Neuentdeckungen vor: Drei Säugetiere, neun Amphibien, 11 Fischen, 14 Reptilien und 126 Pflanzen.

Auch eine seltene Bananenart in Thailand wurde gefunden, ein winziger Frosch in Kambodscha und ein Gecko mit hellblauen Tupfen und stechenden schwarzen Augen, der sich in den abgelegenen Bergen von Laos versteckte. Seit 1997 wurden in der Mekong-Region 2409 neue Arten entdeckt.

“Die Mekong-Region übt eine grosse Anziehungskraft auf Wissenschaftler aus, weil sie eine unglaubliche Artenvielfalt beherbergt und immer noch viele neue Arten entdeckt werden können” meint Doris Calegari, Artenschutzexpertin beim WWF Schweiz. “Es ist ein Wettlaufen gegen die Zeit, dass diese Arten rechtzeitig entdeckt, beschrieben und geschützt werden können.»

Einige Arten im Bericht Species Oddity:

  • Eine Regenbogenkopf-Schlange, Parafimbrios lao, die in den steilen Karstsfelsen im Norden von Laos gefunden wurde. Ursprünglich meinte man, sie existiere nur an einem Ort, doch nun wurde ein zweiter gefunden, was die Überlebenschancen dieser Schlange erheblich erhöht.
  • Ein gehörnter Baumiguana (Acanthosaura phuketensis), der furchteinflössende Hörner auf seinem Kopf und Rücken trägt, wurde in den letzten Waldstücken auf der berühmten Touristeninsel Phuket in Südwestthailand gefunden. Lebensraumverlust und der illegale Handel bedrohen diese Art.
  • Eine seltene Bananenart, entdeckt in Nordthailand (Musa nanensis). Sie ist bereits bedroht durch Entwaldung und die Tatsache, dass nur wenige einzelne Pflanzen der Art gefunden wurden.
  • Eine neue Froschart aus Kambodscha und Vietnam, Leptolalax isos, die nur 3 Zentimeter lang ist. Dieses winzige Amphib ist von Abholzung, landwirtschaftlicher Ausdehnung und Wasserkraftprojekten bedroht.
  • Die zweite je entdeckte Molchart aus Thailand: Tylotriton anguliceps. Der Molch hat rote und schwarze Flecken und sieht aus wie ein Klingon aus Star Trek. Seine poröse Haut ist äussert emfindlich auf Pestizide, welche nach der Entwaldung eine grosse Bedrohung für ihn darstellen.
  • Gekko bonkowskii, eine Echsenart, die unter schwierigsten Bedingungen von einem Team entschlossener Wissenschaftler in den abgelegenen Karstbergen von Laos entdeckt wurde.
  • Eine Pflanze aus den Chin-Hügeln im nordwestlichen Myanmar, die zwei Blütenblätter besitzt, die wie Mausohren aussehen.
  • Eine Fledermaus, Murina kontumensis, aus dem zentralen Hochland vom Vietnam, die ein dickes, wolliges Fell auf ihrem Kopf und den Unterarmen trägt.

Die Entdeckungen zeigen, wie reich aber auch wie bedroht die Artenvielfalt in der Mekong-Region ist, in der ein wahrer Bauboom herrscht und Minen, Strassen und Staudammprojekte die natürlichen Landschaften bedrohen, in denen diese neu entdeckten Arten vorkommen. Dazu kommen die illegale Jagd und der Handel mit bedrohten Arten.

“Viele Sammler zahlen Tausende von Dollars für besonders seltene, einzigartige und bedrohte Arten und finden auf den illegalen Märkten im Vierländereck von China, Laos, Myanmar und Thailand Anbieter”, sagt Calegari. “Um die Artenvielfalt in der Mekong-Region zu schützen müssen die Wilderei eingedämmt und die illegalen Märkte geschlossen werden.”

Der WWF arbeitet mit weiteren Partnern daran, die grössten illegalen Märkte mit bedrohten Arten in der Mekong-Region zu schliessen. Er bringt sich in den Aufbau einer erneuerbaren, naturverträglichen Energiewirtschaft ein und fördert Strategien zur Umsetzung von nachhaltigen Infrastrukturprojekten. Weiter unterstützt der WWF Parkranger bei ihrer täglichen Arbeit gegen die Wilderei und kämpft gegen den illegalen Holzschlag. (WWF/mc/pg)

WWF Schweiz

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