Allianz Global Investors: Dividenden so attraktiv wie nie

Jörg de Vries-Hippen
Jörg de Vries-Hippen, CIO Equity Europe bei Allianz Global Investors. (Foto: zvg)

Jörg de Vries-Hippen, Co-Portfoliomanager des Allianz European Equity Dividend.

Frankfurt am Main – Nicht nur die Renditen von Staatsanleihen höherer Bonität notierten Ende Februar 2013 nahe ihrer Rekordtiefs, sondern auch europäische Unternehmensanleihen (Investment Grade) werfen nach einer dreijährigen Hausse gerade einmal durchschnittlich rund 2,0% ab (1). Eine neue Untersuchung von AllianzGI zeigt auf, dass die nach Abzug der Inflation mitunter negativen Realzinsen dieser Anlageklassen kaum die langfristigen Renditeanforderungen privater sowie institutioneller Kunden erfüllen werden. Das Rendite-Risiko-Profil von Dividendenstrategien scheint im Vergleich mit anderen Vermögensklassen wesentlich interessanter.

Sie vereinen die Qualitäten von aktuell hohen Dividendenrenditen und historisch niedrigen Kursvolatilitäten bei gleichzeitigem Inflationsschutz. So war die Diskrepanz zwischen den Dividendenrenditen und den Renditen von Unternehmensanleihen zumindest für europäische Unternehmen noch nie so hoch wie heute. Insbesondere europäische Unternehmen zeigten sich ausschüttungsfreundlich. So lag deren Dividendenrendite Ende Februar 2013 marktweit bei durchschnittlich circa 3,5% (Basis: MSCI Europa), während die Rendite von Unternehmensanleihen im Durchschnitt bei 2,0% lag. Durch eine Fokussierung auf dividendenstarke Titel liesse sich die zu erwartende Dividendenrendite im Portfolio weiter spürbar erhöhen: Immerhin wiesen Ende Februar 2013 rund 80 der 461 Mitglieder im MSCI Europa Index eine Dividendenrendite von über 4% auf. Entsprechend konnten europäische Dividendenstrategien zum gleichen Zeitpunkt Dividendenrenditen von über 5% generieren. Aber auch in anderen Regionen der Welt liegt die Dividendenrendite zum Teil deutlich über den Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen.

Reale Werte und reale Renditen
Gleichzeitig ist zu beobachten, dass Dividenden dem Depot zu mehr Stabilität bzw. zu einem realen Wertzuwachs verhelfen können. Vor allem Investoren europäischer Aktien konnten sich in der Vergangenheit über hohe Ausschüttungssummen freuen. So war der Performance-Beitrag von Dividenden des MSCI Europa über rollierende 5-Jahreszeiträume seit 1973 stets positiv. Dadurch konnten Kursverluste zum Teil kompensiert (Zeitraum 1973 bis 1978) oder zumindest abgemildert (1998 bis 2003; 2008 bis 2013) werden. Über den gesamten Zeitraum war die annualisierte Gesamtrendite für den MSCI Europa zu ungefähr 42% durch den Performance-Beitrag der Dividenden bestimmt (2).

Jörg de Vries-Hippen, Co-Portfoliomanager des Allianz European Equity Dividend, betont: „Wir gehen davon aus, dass die Unternehmensgewinne in diesem Jahr moderat wachsen und die Ausschüttungsquote der Dividenden von ihrem aktuell historisch geringen Wert wieder ansteigen werden. Ausserdem haben viele Unternehmen seit der Finanzkrise ihre Eigenkapitalbasis gestärkt und dürften ihre höheren Cash-Bestände im Sinne der Eigentümer einsetzen. All diese Faktoren deuten auf nachhaltige und stabile Dividendenrenditen hin. Der alleinige Fokus auf hohe Dividendenauszahlungen kann jedoch irreführend sein. Vielmehr ist es vor allem das Geschäftsmodell eines Unternehmens, das zusätzlich zu einer aktionärsfreundlichen Geschäftspolitik zukunftsträchtige Gewinnerwartungen prägen sollte. Faktoren wie beispielsweise der Marktanteil, Eintrittshürden oder die Preissetzungsmacht spielen in diesem Kontext eine wichtige Rolle. Wenn das Geschäftsmodell funktioniert, kann das Unternehmen auch die Auswirkungen einer Inflation durch Preiserhöhungen ausgleichen, was wiederum seine Gewinne und letztendlich auch seine Dividenden erhöhen kann. Anleger sollten bei der Betrachtung von Dividendentiteln aber auch ihre Risikowahrnehmung hinterfragen: Die Höhe der Aufschläge bei Credit Default Swaps (CDS) zeigt, dass die Märkte für mit Triple A bewertete Staatsanleihen eine höhere Ausfallwahrscheinlichkeit als für einige der multinationalen Unternehmen einpreisen (3). Das sollte Anlegern zu denken geben.“ (Allianz GI/mc/ps)

Über Allianz Global Investors
Als verlässlicher Partner verwaltet Allianz Global Investors Vermögen in allen wesentlichen Anlageklassen und -regionen. Die Experten der Vermögensverwaltungseinheit von Allianz SE sind in 19 Märkten weltweit vertreten, mit umfassender Präsenz in Europa, den USA und in Asien. Mit rund 500 Anlagespezialisten deckt das Investment-Management alle wichtigen Finanz- und Wachstumsmärkte der Welt ab. Erstklassiger Service vor Ort sorgt dafür, dass die globale Expertise beim Kunden ankommt. Prägend für die Anlagephilosophie von Allianz Global Investors ist der Informationsvorsprung, den spezialisierte Research-Teams weltweit erarbeiten. Allianz Global Investors bietet für komplexe Kundenbedürfnisse ganzheitliche Lösungen aus einer Hand und verfügt über langjährige Erfahrung und Expertise in der strategischen Investmentberatung und -analyse, im Risikomanagement sowie in der Entwicklung und Umsetzung von Anlagestrategien für Pensionsvermögen.
Die gesamte Studie finden Sie hier.

(1) Quelle: Datastream per Ende Februar 2013 (Durchschnittsrendite im BofA EMU Large Caps Index)
(2) Quelle: Datastream per Ende Februar 2013
(3)  Gemessen anhand der CDS Spreads für die jeweilige Staats- und Unternehmensanleihen mit einem Zeitraum von fünf Jahren. Novartis zum Beispiel weist eine Dividendenrendite von 3,6% auf und einen CDS Spread von 0,28%, Nestlé eine Dividendenrendite von 3,1% und eine CDS Spread von 0,32%, während Schweizer Staatsanleihen eine Rendite von 0,3% bei einem CDS Spread von 0,4% aufweisen.

 

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