Asset Management soll neuer Pfeiler des Finanzplatzes werden

Paradeplatz Zürich
Bankenzentrum am Zürcher Paradeplatz.

Finanzplatz Schweiz: Bankenzentrum Paradeplatz Zürich.

Zürich – Die Schweiz soll in den kommenden Jahren zu einem führenden Standort für Asset Management ausgebaut werden. Dies ist das Ziel der Schweizerischen Bankiervereinigung SBVg (SwissBanking) und der Schweizerischen Fonds-Gesellschaft SFA. Die beiden Organisationen haben dazu eine gemeinsame Arbeitsgruppe gebildet, die mögliche Wege dazu aufzeigt. Das Asset Management soll dadurch neben Vermögensverwaltung, Privatkundengeschäft und kundenorientiertem Investment Banking zu einer weiteren tragenden Säule des Finanzplatzes Schweiz werden, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Der Finanzplatz Schweiz werde international vor allem als Standort für Vermögensverwaltung wahrgenommen. Das Asset Management, ein wichtiger Lieferant von Produkten und Dienstleistungen für institutionelle wie private Investoren, finde im In- und Ausland als Geschäftsfeld dagegen bislang wenig Beachtung, heisst es. Zwar verfüge ein Grossteil der Banken in der Schweiz über eigene Asset-Management-Aktivitäten, diese würden jedoch selten als eigenständiger Bereich im Kerngeschäft betrachtet. Verwiesen wird auch auf eine 2011 publizierte Studie von SBVg und der Boston Consulting Group, wonach ein gezielter Ausbau des Geschäftsfelds Asset Management die Bruttoerträge bis 2015 um bis zu 1,8 Mrd CHF ansteigen lassen könnte.

Acht Handlungsfelder
SBVg und SFA haben nun acht Handlungsfelder zur Umsetzung der geplanten Strategie bzw. zur Schaffung von optimalen Rahmenbedingungen definiert. Es sind dies u.a: Asset Management als Brand etablieren, eine adäquate Aufsicht sicherstellen, den Marktzugang verbessern, ein optimales steuerliches Umfeld herstellen, die Infrastruktur gezielt ausbauen oder eine spezifische Ausbildung anbieten.

Ein Grossteil der Initiativen könne dabei von den Banken und anderen Finanzinstituten selbst umgesetzt werden, heisst es, Aufsicht, Marktzugangsfragen und Steuerumfeld dagegen lägen mehrheitlich in den Händen von Politik und Behörden. Diese müssten entsprechend «ihren Teil zur Förderung des Asset Managements beitragen».

Kaum System- und Reputationsrisiken
Produkte und Dienstleistungen des Asset Management können sowohl von privaten als auch von institutionellen Investoren nachgefragt werden. Im Gegensatz zum klassischen Kredit- oder Versicherungsgeschäft bestehen laut SBVg und SFA im Asset Management kaum System- und Reputationsrisiken, denn es handle sich nicht um Geschäfte, die innerhalb der Bilanz einer Bank abgewickelt würden. Asset Management sei dadurch wenig kapitalintensiv und daher für Banken besonders attraktiv. (awp/mc/ps)

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