Bereits jede 4. Person stellt Finanzfragen an ChatGPT & Co.
Luzern – Die Bankberatung bekommt Konkurrenz – und zwar von ChatGPT & Co. Jede 4. Person in der Schweiz hat schon einmal eine Finanzfrage an eine KI gestellt. Rund die Hälfte dieser Personen investiert, spart oder entscheidet anders als vorher. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von finpension in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern.
«Wenn KI für Finanzfragen im Mainstream ankommt, wird sich die klassische Bankberatung verändern. Das birgt Chancen und Risiken», sagt Beat Bühlmann, Gründer und Initiant von finpension.
Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick
- 77% der Schweizer Bevölkerung nutzen KI-Tools auch ausserhalb des Berufs.
- Jede 4. Person nutzt KI für Anlage- und Finanzfragen.
- KI-Empfehlungen führen zu schnelleren Entscheidungen, Anbieterwechseln sowie mehr Sparen und Investieren.
Drei Viertel der Bevölkerung nutzen KI im Alltag
KI-Tools wie ChatGPT, Claude und Gemini sind im privaten Alltag der Schweizer Bevölkerung angekommen. 77% nutzen sie auch ausserhalb des Berufs. Rund 40% der Personen sind bereits «Heavy-Users»: Sie nutzen KI privat mehrmals pro Woche oder sogar täglich.
Jüngere Personen nutzen KI deutlich häufiger
Gen Z ist die ungeschlagene Spitzenreiterin beim privaten Gebrauch von KI-Tools. Ein Drittel (33%) der Gen Z nutzt ChatGPT und Co. täglich, 23% mehrmals pro Woche. Nur 8% der Gen Z haben KI-Tools noch nie genutzt. Auch bei den Millennials nutzt jede 2. Person KI mehrmals pro Woche oder täglich. Die Boomer-Generation ist deutlich zurückhaltender: Fast die Hälfte dieser Generation hat KI noch nie benutzt.
Jede 4. Person nutzt KI für Finanz- und Anlagefragen
Rund jede 4. Person hat KI-Tools bereits für Finanzfragen und Anlageentscheidungen genutzt. Auch hier zeigt sich ein grosser Generationenunterschied.
32% der Gen Z stellen ihre Finanzfragen gelegentlich bis täglich an ChatGPT und Co. Bei den Millennials sind es noch 15%. Bei der Boomer-Generation nutzen 89% KI gar nie für Finanzfragen.
Unterschiede gibt es auch je nach Sprachregion. Personen aus der Westschweiz fragen häufiger bei KI nach als Personen aus der Deutschschweiz.
Bei Anleger:innen zeigt sich eine noch stärkere Nutzung von KI. Knapp ein Drittel (32%) nutzt KI-gestützte Tools oder Chatbots für Finanz- und Anlagefragen oder -entscheidungen. Rund jede 6. Person (17%) greift gelegentlich bis häufig auf KI zurück.
KI verändert das Anlageverhalten
KI ist nicht nur eine Informationsquelle, sie beeinflusst auch das Anlageverhalten. 12% der KI-nutzenden Anleger wechselten ihren Finanzanbieter aufgrund einer KI-Empfehlung. 15% treffen Anlageentscheidungen schneller. 11% sparen mehr Geld und 10% investieren mehr als zuvor. Insgesamt hat sich bei rund der Hälfte der Anleger:innen, die KI für Finanz- und Anlagefragen nutzen, das Anlageverhalten in mindestens einem Bereich verändert. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung entspricht das rund 8%. Noch ist die Nutzung von KI für Finanzfragen nicht flächendeckend verbreitet. Dort, wo sie eingesetzt wird, sind die Auswirkungen auf das Verhalten aber bemerkenswert hoch. (pd/mc/pg)