China: Notenbank und Aufsichtsbehörden intervenieren gegen Börsenschwäche

China: Notenbank und Aufsichtsbehörden intervenieren gegen Börsenschwäche
Chinas Notenbankgouverneur Yi Gang.

Peking – In einem äusserst seltenen Schritt haben gleich mehrere hochrangige chinesische Offizielle gegen die anhaltende Talfahrt der nationalen Börse verbal interveniert. In einer offensichtlich konzertierten Aktion meldeten sich am Freitag die Chefs der Notenbank, der Banken- und Versicherungsaufsicht sowie der Börsenaufsicht zeitgleich zu Wort. Fachleute sehen darin einen Versuch, sich mit Worten gegen die schweren Kursverluste an den Aktienmärkten zu stemmen.

Der Vorsitzende der nationalen Notenbank „People’s Bank of China“, Yi Gang, lies in einer Erklärung auf der Internetseite der Notenbank mitteilten, dass die jüngsten Turbulenzen an den Aktienmärkten durch die Anlegerstimmung verursacht worden seien. Die Zentralbank prüfe Massnahmen, um etwaige Finanzierungsschwierigkeiten von Unternehmen zu verringern. Die geldpolitischen Instrument würden genutzt, um die Kreditvergabe der Banken zu stützen.

„Abnormale Schwankungen“
Der Vorsitzende der Banken- und Versicherungsaufsicht, Guo Shuqing, äusserte sich ebenfalls auf der Internetseite der Behörde. Er sprach von „abnormalen Schwankungen“ an den Märkten, die nicht den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und dem „stabilen Finanzsystem“ Chinas entsprächen. Der Chef der Börsenaufsicht, Liu Shiyu, forderte die lokalen Regierungen auf, das ihnen mögliche zu tun, um Druck vom Finanzsystem zu nehmen.

Chinas Aktienmarkt zählt in diesem Jahr zu den schwächsten weltweit. Seit Januar hat der Aktienindex CSI 300 etwa 30 Prozent eingebüsst. Als wichtigster Grund dafür gilt der eskalierende Handelskonflikt mit den USA. Nicht nur, aber auch deshalb hat sich das chinesische Wirtschaftswachstum abgekühlt. Am Freitag veröffentlichte Wachstumsdaten für das dritte Quartal zeigten eine Fortsetzung dieser Entwicklung. (awp/mc/ps)

People’s Bank of China

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