Draghi verteidigt jüngstes Massnahmenpaket der EZB

Mario Draghi
EZB-Präsident Mario Draghi. (Foto: EZB)

EZB-Präsident Mario Draghi. (Foto: EZB)

Mailand – EZB-Präsident Mario Draghi hat zu konzertierten Aktionen im Kampf gegen die Wachstumsschwäche in Europa aufgerufen und das jüngste Massnahmenpaket der Europäischen Zentralbank (EZB) verteidigt. Alle Akteure – sowohl national als auch auf europäischer Ebene – müssten an einem Strang ziehen, um die Investitionsschwäche in Europa zu überwinden, sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag in Mailand. Geldpolitische oder steuerliche Impulse könnten ihre Wirkung nur entfalten, wenn sie auch von den richtigen strukturellen Massnahmen flankiert würden. Er rief die Regierungen in Europa erneut zu Reformen auf.

Die EZB hatte vor einer Woche ihre Geldpolitik wegen des schwachen Wachstums und der geringen Inflation weiter gelockert. Sie senkte nicht nur ihre Leitzinsen auf neue historische Tiefstände, sondern will auch ab Oktober in den Kauf von Wertpapieren einsteigen, die mit Krediten besichert sind (Asset Backed Securities, ABS). Zum selben Zeitpunkt will sie auch ein drittes Programm zum Erwerb von Pfandbriefen (Covered Bonds) starten.

Weitere Schritte nicht ausgeschlossen
Draghi verteidigte die Massnahmen gegen Kritik. Er verwies auf die «hohe Qualität» der für das Kaufprogramm vorgesehenen Papiere. Nur ein geringer Anteil der Papiere sei in der jüngsten Krise ausgefallen. Kritiker befürchten durch den Ankauf der Titel höhere Risiken in der Bilanz der Notenbank. Zusätzliche Schritte, wie breitangelegte Käufe von Staatsanleihen (Quantitative Easing, QE), schloss Draghi erneut nicht aus. Der Rat sei falls nötig zu weiteren Aktionen bereit, sagte er. (awp/mc/ps)

 

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