EU-Kommission prüft Facebook-Währung Libra

EU-Kommission prüft Facebook-Währung Libra
(Bild: Adobe Stock)

Brüssel – Die EU-Kommission nimmt laut einem Medienbericht die Pläne von Facebook für die Digitalwährung Libra genauer unter die Lupe. Die Wettbewerbshüter sähen die Möglichkeit, dass Facebook und die in der Libra Association zusammengeschlossenen Unternehmen unerlaubterweise Wettbewerber ausschliessen könnten, schrieb der Finanzdienst Bloomberg unter Berufung auf ein Kommissionsdokument. Offiziell äusserte sich die EU-Kommission auf Anfrage nicht. Der Bitcoin geriet deutlich unter Druck.

Es gehe unter anderem auch darum, wie Facebook Libra in seine bestehenden Dienste wie die Chat-App WhatsApp einbinden wolle – sowie wie Nutzerdaten genutzt werden sollten, hiess es. Libra wurde bei Facebook entwickelt, soll aber von der in Genf ansässigen Libra Association verwaltet werden. Facebook soll dort nur eines der Mitglieder ohne Sonderrechte sein. Das Online-Netzwerk kündigte aber zugleich an, dass in WhatsApp und seinem zweiten Chatdienst Messenger nur das hauseigene digitale Libra-Portemonnaie mit dem Namen Calibra direkt integrierbar sein soll.

Massiver Widerstand bei Politikern und Zentralbanken
Facebook will Libra im kommenden Jahr für Verbraucher verfügbar machen, die Idee stösst aber bei Politikern und Zentralbanken zum Teil auf massiven Widerstand. Die Digitalwährung soll etwa mit US-Dollar oder Euro zu kaufen sein. Zu den ersten Partnern des Projekts gehören gut zwei Dutzend private Unternehmen wie Mastercard , Visa, Paypal und Uber . Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sieht die Währung zunächst vor allem für grenzüberschreitende Überweisungen von Vorteil. Um Kursschwankungen zu vermeiden, soll Libra an etablierte Währungen gekoppelt und durch Staatsanleihen abgesichert werden. Facebook hatte bislang betont, vor Einführung der Währung Bedenken von Regulierern ausräumen zu wollen.

Die EU-Wettbewerbshüter hatten Facebook bereits in der Vergangenheit ins Visier genommen. Wegen irreführender Angaben zur möglichen Datenzusammenführung bei der Übernahme von WhatsApp musste das Unternehmen etwa 110 Millionen Euro Strafe zahlen.

Bitcoin fällt wieder unter 10’000 Dollar
Der Kurs des Bitcoin rutschte auf der Handelsplattform Bitstamp wieder unter die Marke von 10’000 US-Dollar. Die Digitalwährung wurde am Nachmittag bei 9900 Dollar gehandelt. Das waren etwa sieben Prozent weniger als am Vortag. Experten raten immer wieder zur Vorsicht bei Investitionen in Digitalwährungen und verweisen auf extrem starke Kursschwankungen. Ende Juni war der Bitcoin-Kurs noch auf knapp 14’000 Dollar gestiegen und hatte Ende Juli Regionen in der Nähe von 9000 Dollar erreicht. (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.