IHAG-Kommentar: Die Stimmung hellt sich auf

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Die Aktienindices in den USA kletterten nach einem kurzen Intermezzo vor 2 Wochen (Trumps Beziehungen zu Russland) in kleinen Schritten weiter. Die Indices in Europa distanzierten sich abwartend. Allerdings meldete sich am Freitag der DAX mit einem Hochschnellen auf den Rekordstand mit einem Paukenschlag zurück, nachdem er seit Wochen konsolidiert hatte. Dies ohne grosse News.

Der S&P 500 stieg letzte Woche 1.0% und der DAX gar 1.8%, getrieben vom Schwergewicht Bayer. Der Euro Stoxx 50 mit 0.3% und der SMI mit 0.1% vermochten nicht zu folgen. Gestern Pfingstmontag war es an der Wallstreet sehr ruhig.

Trotz anziehender Aktienkursen zogen wider Erwarten auch die Bondkurse mit und die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen gaben in den USA auf 2.16% nach, was vom schwächer als erwarteten Arbeitsmarktbericht am Freitag noch verstärkt wurde. Auch in Deutschland sank die Rendite im Bund ein paar Basispunkte auf 0.28%. Eine ähnliche Bewegung in der Schweiz, wo der Zins auf -0.18% zurück glitt.

Draghi bleibt taubenhaft
EZB-Präsident Mario Draghi gab sich an einer Rede am Montag taubenhaft und hielt am QE fest, worauf sich der EUR kurz etwas abschwächte. Die Anleger schauen bereits mit Spannung auf den 8. Juni, wo von der EZB weitere Hinweise auf den Fahrplan des QE-Programms, respektive dessen Auslaufen erwartet wird. Der gemischt ausgefallene Arbeitsmarktbericht in den USA bewirkte ein weiterer Anstieg im EUR/USD in Richtung 1.13. Der USD/CHF verlor im Gegenzug den Support bei 97 Rappen und sank auf 96.5 Rappen. Der EUR/CHF hielt sich aus der Hektik und blieb bei 1.086.

Der Goldpreis bewegt sich seit 2 Wochen in einem engen Band zwischen USD 1260 bis USD 1270 pro Unze, klettert aber in der angelaufenen Woche mit der Isolierung Katars gegen USD 1300. Dagegen ist der Ölpreis seit dem erweiterten OPEC-Meeting der Vorwoche weiter unter Druck und das Fass Brent sank unter USD 50. Bei USD 48 sehen wir einen charttechnischen Support in einem zunehmend überverkauften Muster. Mittelfristig ist unklar, wie schnell die Shale Oil Produzenten in den USA mit ihren sinkenden Förderkosten das Angebot erhöhen. Jedenfalls äusserte sich der CEO von Russlands Rosneft hierzu an einem Forum in St. Petersburg und erwartet bis 2018 einen kompensierenden Anstieg aus den USA.

Barometer der Sorglosigkeit?
Ist die tiefe Volatilität (der VIX Index bleibt auf Langzeittief) ein Barometer der Sorglosigkeit? Zwar stimmt die Beobachtung, dass die Volatilität vor Beginn von Kurseinbrüchen oft sehr niedrig und am Ende von Crashs extrem hoch ist. Doch die niedrige Volatilität kann auch bei stabilen Aufwärtstrends an der Börse beobachtet werden. Das BIP wächst in allen Regionen synchron und auch die Gewinne der Unternehmen.

Negative Faktoren vermindern sich oder werden von den Investoren in den Hintergrund geschoben. Die weltweit besseren Konjunkturdaten sollte die straffere Geldpolitik in den USA mehr als kompensieren. Die positive Konjunkturentwicklung steht im Vordergrund und Liquidität muss rentabel angelegt werden. Dies treibt die Börsenindices weiter nach oben und erhöht den Druck, Cash in Aktien umzuschichten, zumal die Dividendenrendite in den wichtigen Regionen mit gegen 3% attraktiv bleibt.

Partners Group hat charttechnisch im langen Kursanstieg etwas Luft abgelassen und könnte damit den Boden für weitere Avancen gelegt haben. Im Sektor hat die englische Private Equity Gruppe CVC soeben EUR 16 Mrd. für einen neu aufgelegten Fund eingesammelt. Die Nachfrage sei allerdings doppelt so hoch gewesen. Ob die immer teureren Investitionen in 10 Jahren auch eine zufriedenstellende Rendite abwerfen werden, ist momentan sekundär. Solange die Gelder fliessen, steigen die Erträge und die Gewinne. Daher würden wir bei Partners Group dabei bleiben und aufstocken, zumal heute EUR 1 Mrd. Zusagen im neuen Multi-Asset Credit Programm das gute Umfeld belegt.

Nach einer überzeugenden Präsentation zum Merger des neuen CEO Peter Huntsman, bestätigen wir das letzte Woche angehobene Kursziel für Clariant von CHF 24.50. Synergien scheinen konservativ und damit ergibt sich ein gutes Gewinnsteigerungspotential bis 2020 bei noch moderater Bewertung.

Der zunehmende Bedarf an Elektronik in Fahrzeugen (ADAS, Elektromotor, Hybride) braucht mehr sichere Steckverbindungen und komplexere Verkabelungen. Komax kann mit ihren Automaten als Leader in einer Nische den Zulieferern mit seinen Lösungen dabei helfen. Nach einer Konsolidierung erwarten wir auch charttechnisch eine Fortsetzung des ansteigenden Mittelfristkanals (der Analyst hält Komax).

Adidas hat nach dem Dividendenabgang mehr als 8% korrigiert und ist charttechnisch oversold. Die Schuhe und Kleider der 3 Streifen sind global begehrt, der Umsatz steigt seit Quartalen im zweistelligen Bereich. Bei Erreichen der ambitiösen Ziele 2020 sehen wir mittelfristig noch markantes Kurspotential über unser Kursziel von EUR 215. (IHAG/frp/mc/ps)

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