IHAG-Kommentar: Pause nach starker Erholung

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Der S&P 500 oszillierte über die Woche in einem engen Band zwischen 2160 und dem Rekordwert von 2175 Punkten seitwärts. Der DAX konnte dagegen 1.9% zulegen und der Euro Stoxx 50 0.6%. Der SMI sank 0.8%. Die drei Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche gaben etwas nach. Bei den mit Semesterzahlen aufwartenden Banken kletterte UBS 1.4%, wogegen Credit Suisse 2% verlor.

Die US-Notenbank hat den Leitzins wie erwartet unverändert belassen. Die auf den Konjunkturprognosen lastenden Risiken hätten etwas abgenommen, die Wirtschaft in den USA entwickle sich in moderatem Tempo, aber die Arbeitsmarktindikatoren und die Inflation zeigen noch zu wenig Dynamik. Gewisse Interpreten sehen damit die Tür für einen Zinsanstieg im September einen spaltbreit geöffnet. Wegen den Wahlen vom November dürfte das FED aber wohl still halten und erst Anfang 2017 die Leitzinsen das nächste Mal anheben. Eine Pressekonferenz gab es turnusgemäß nicht. Die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen sanken darauf 10 Basispunkte auf 1.46%., Ein ähnliches Bild in Deutschland, wo die Renditen einige Basispunkte auf -0.12% nachgaben. Dito in der Schweiz, mit einem Wochenschluss bei -0.52%.

Der USD neigte nach der FED-Mitteilung zur Schwäche. Beim USD/CHF brach das Momentum in Richtung Parität ab und der Kurs sank von 99.5 auf 97 Rappen. Umgekehrt stieg EUR/USD von 1.0950 auf 1.11. Der EUR/CHF bäumte sich kurz gegen 1.0940 auf, ging dann aber bei 1.0830 praktisch unverändert aus der Handelswoche.

Der Goldpreis setzte am Donnerstag zu einem Rebound auf USD 1345 die Unze an, fiel am Freitag kurz auf USD 1330 zurück, um zum London Fixing auf 1349 hochzuklettern. Damit konnte sich der Preis von einem kritischen Support bei 1310 lösen. Der Ölpreis gab weiter deutlich nach und akzentuierte die Talfahrt mit einem Wochenverlust von fast 7% auf USD 42 pro Fass Brent. Das weiterhin grosse Angebot, v.a. auch der OPEC, belastet.

Stresstest bringt nicht viel Neues
Der EU-Banken Stresstest der European Banking Authority (EBA) beruhigte am Montag kurz, weil nicht viel Neues zum Vorschein kam. Etwas schwächer als erwartet waren die Deutschen Banken. Allerdings wurde nur eine milde Rezession durchgerechnet sowie kein Szenario von anhaltend tiefen Negativzinsen. Nach einer starken Eröffnung sank der Bankenindex in Europa, was die anhaltende Skepsis zu intransparenten Bilanzen aufzeigt. Es bleibt ein hoher Eigenkapitalbedarf zu Stärkung der Bilanzen.

In den USA legte der S&P 500 auf Rekordhöhen ein Pause ein. Die ganze Woche schien jeweils in der Eröffnung eine Korrektur möglich, aber der Index hielt sich hartnäckig. Am Freitag belastet das schwächer als erwartete BIP-Wachstum in den USA, allerdings nur in der Eröffnung.

Investoren mit gespaltenem Sentiment
Das Sentiment der Investoren ist gespalten. Die einen sehen mit der rosaroten Brille, dass die Wirtschaft weiter wächst, der Brexit bereits weggesteckt ist und wegen fehlender Alternativen (negative Zinserträge bei Obligationen, das FED hält 2016 still) Aktien weiter steigen und die hohen Cashquoten den steigenden Aktienkursen nachrennen werden, was die Hausse befeuern könnte. Die anderen erwarten nach dem Rebound nun eine Verschnaufspause mit einer leichten Korrektur, denn das Umfeld bleibt labil und das Gewinnwachstum bei den Unternehmen fehlt, die bisherige Berichtesaison war gemischt. Wir sind im Lager der vorsichtigen und würden gut gelaufenen Aktien nicht mehr nachrennen.

Bei HeidelbergCement (der Analyst hält Aktien) bleiben wir positiv. Der Kurseinbruch nach dem Brexit war unbegründet. Der Margentrend bleibt gut und 2017 kommt noch Unterstützung durch Synergien aus der Integration von ItalCementi. Die Bewertung ist bei einem P/E 2017 von 12.5x preiswert. (IHAG/frp/mc/ps)

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