IHAG-Kommentar: Sentiment ist bei den meisten Aktien überkauft

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – In den USA starteten die Börsen nach dem Feiertag vom Montag euphorisch in die kurze Handelswoche und Dow Jones, S&P 500 sowie markierten neue Rekordpreise. In Europa wurde der DAX mit hochgezogen und notierte kurz über 12‘000 Punkten, wobei der Rekord vom April 2015 noch nicht ganz erreicht wurde. Am Freitag wurde aber wieder Luft abgelassen. Der SMI konnte über die Woche 0.2% zulegen, der DAX 0.4% und der S&P 500 0.7%.

Vom Protokoll des FOMC Meetings kamen am Mittwoch nicht viele Impulse, ein weiterer Zinsanstieg scheint näher zu rücken, aber wohl erst im Mai. Dennoch sanken die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen in den USA von 2.44% auf 2.32%. In Deutschland nahm der Sinkflug unerwartet Fahrt auf. Vermutlich gab es Umschichtungen von französischen und peripheren Staatsanleihen in die sicheren deutschen. Die Rendite im zehnjährigen Bund sank über die Woche von 0.30% auf 0.20%, zurück auf das Niveau von vor der Wahl von D. Trump. Ein ähnliches Bild in der Schweiz, wo dieselbe Laufzeit von -0.24% auf -0.28% fiel.

Die Renditen für deutsche zweijährige Bundesanleihen sind bereits auf -0.95% gesunken, womit die SNB weiter unter Stützungsdruck kommt. Der EUR/CHF konnte aber über 1.06 gehalten werden. Der USD/CHF verzeichnete eine gewisse Volatilität. Vor einer Woche notierte der Kurs noch knapp unter 1.00, kletterte bis am Mittwoch auf 1.0140 und glitt bis am Freitag auf 1.0050 zurück. Spiegelbildlich sank EUR/USD bis am Mittwoch auf 1.05, rappelte sich danach aber wieder gegen 1.06 hoch.

Goldpreis steigt weiter
Zu Beginn der Woche kletterten die Aktien, Bonds und auch Gold parallel, was nicht selten lange dauert. Etwas muss wieder sinken. Dies waren am Freitag die Aktien und Gold setzte die seit Weihnachten dauernde Erholung weiter fort. Über die Woche kletterte die Unze Gold um 20 USD auf USD 1258 pro Unze. Beim Ölpreis gab es kaum Bewegung und das Fass Brent notierte um USD 56. Bei Kupfer kam es am Freitag zu einer dreiprozentigen Korrektur, aber der Aufwärtstrend ist noch intakt.

Am Dienstag kamen die US-Anleger euphorisch aus dem verlängerten Wochenende und Minustage schienen ein Relikt der Vergangenheit. Die erwarteten, aber noch nicht detailliert bekannten Änderungen bei den US-Steuern sollten diversen Firmen mit Produktion in den USA einen Gewinnsprung bescheren, worauf ein Teil der guten Stimmung in den USA basiert. Spekuliert wird, dass Trump bereits diese Woche mehr zur Steuerreform sagen könnte. Viele nicht so positiv gestimmte Investoren fragten sich, ob man noch auf den fahrenden Zug aufspringen und ein paar Stationen mitfahren sollte. Zudem suchte man den nächsten möglichen Übernahmekandidat, denn nach der abgeblasenen Monsterübernahme von Unilever im Wert von immerhin EUR 135 Mrd. schien fast alles kaufbar. Diverse Firmen und Private Equity Funds verfügen über grosse Finanzierungspower.

Europa ist wegen den Wahlen in Frankreich mit gezogener Handbremse unterwegs. Zudem hinkt der gewichtige Bankenindex seinem US-Pendant hinterher oder droht gar abzukippen, weil die Europäer auf Problemen in den Bilanzen sitzen bleiben und hier kein helfender Zinsanstieg zu erwarten ist. Die Korrektur am Freitag war dann ernüchternd, v.a. in Europa bei zyklischen Werten, welche gegenüber defensiven Titeln mehr verloren.

Fresenius und Henkel im Fokus
Guter Rat ist in dieser überkauften Situation nicht gerade evident. Wir würden weiterhin ein gut gemischtes Depot halten. Die Sektorrotation scheint sich wieder etwas auf die solide wachsenden Titel zurückzubesinnen. Mit Recht, denn die Abschlüsse von Fresenius und Henkel zeigten, dass diese beiden DAX Werte gutes Gewinnwachstum aufweisen und beide dank günstig finanzierten Übernahmen eine Stütze im weiteren Gewinntrend 2017 aufweisen. Wir würden beide Titel aufstocken und erwarten damit eine gute mittelfristige Performance. (IHAG/frp/mc/ps)

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