Japan: Beben wird zum Desaster für Versicherer

Stefan Lippe

Swiss Re-CEO Stefan Lippe.

New York – Nach dem verheerenden Erdbeben in Japan muss sich die Versicherungsbranche einer Studie zufolge auf höhere Verluste gefasst machen als bislang gedacht. Die Risikomodellierungsfirma Eqecat gab am Montag eine überarbeitete Prognose heraus, wonach die Versicherer für Schäden von bis zu 39 Mrd USD geradestehen müssten.

In der ursprünglichen Schätzung hatten die Experten von Eqecat eine Schadenssumme von maximal 22 Mrd USD errechnet. In der neuen Prognose seien nun weitere Faktoren berücksichtigt, etwa Produktionsausfälle und Schäden im Zuge der radioaktiven Verstrahlung rund um den Katastrophenreaktor Fukushima, hiess es. Die Risikomodellierungsfirma RMS hatte Mitte April eine Summe von bis zu 34 Mrd USD für die Versicherer genannt. Sachversicherer, die etwa zerstörte Häuser, Autos oder Brücken abdecken, müssten für 18 bis 26 Mrd USD aufkommen, Lebens- und Krankenversicherer für 3 bis 8 Mrd USD, hatte RMS erklärt.

Neben den japanischen Versicherern müssen die weltgrössten Rückversicherer Münchener Rück, Swiss Re und Hannover Rück für hohe Summen geradestehen. Am 11. März hatte ein Erdbeben der Stärke 9,0 den Nordosten Japans erschüttert und einen zehn Meter hohen Tsunami ausgelöst. Ganze Landstriche wurden zerstört, teilweise war auch die Metropole Tokio betroffen. Bis zu 28’000 Menschen sind nach bisherigen Erkenntnissen ums Leben gekommen. Eine Störung im Atomkraftwerk Fukushima löste eine der grössten Nuklearkatastrophen der Geschichte aus.(awp/mc/ss)

Eqecat

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