MainFirst: Klimapolitik und E-Mobilität führen zu Rohstoffboom

Tanja Kusterer
Tanja Kusterer. (Foto: zvg)

von Tanja Kusterer, Portfoliomanagerin des MainFirst Emerging Markets Corporate Bond Fund Balanced & MainFirst Emerging Markets Credit Opportunities Fund

Anleger in Schwellenländern können sich freuen: Die Klimapolitik und weltweite Konjunkturprogramme erhöhen die Nachfrage nach Rohstoffen. Unter anderem bei Metallen, welche in Elektrofahrzeugen verwendet werden.
Die sich verändernde Mobilität wirkt sich direkt auf die Nachfrage nach Rohstoffen aus. Bis 2025 soll allein in China der Absatz von Elektrofahrzeugen von zwei auf acht Millionen steigen. Bis dann soll jede fünfte Neuzulassung über einen alternativen Antrieb verfügen.

Ein Elektrofahrzeug enthält fast dreimal so viel Kupfer wie ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Metalle wie Kupfer, Silber, Nickel und Platinum oder Eisenerz kommen zum Beispiel in Autobatterien und der Ladeinfrastruktur der Fahrzeuge zum Einsatz. Diese Nachfrage befeuert die Rohstoffpreise und sorgt für einen regelrechten Boom. Weltweite Investitionen in Solaranlagen verstärken den Bedarf nach diesen Metallen noch zusätzlich. Dabei ist nicht damit zu rechnen, dass die Nachfrage in den kommenden Jahren sinken wird.

Besonders für Basismetalle wie Kupfer, Nickel und Eisenerz werden weiterhin hohe Preise erwartet – obwohl diese heute bereits auf Rekordständen gehandelt werden. Der Preis für Kupfer beispielsweise hat sich seit 2020 verdoppelt und steht aktuell auf einem Allzeithoch. Tatsache ist: Schwellenländer wie Peru und Chile, welche für rund 40 Prozent der weltweiten Kupferproduktion verantwortlich sind, werden von der steigenden Nachfrage profitieren.
Neben dem strukturellen Angebotsdefizit der Metalle der Zukunft befeuern die weltweit angekündigten Konjunkturprogramme und Infrastrukturinvestitionen die Nachfrage nach Rohstoffen auf breiter Front. Allein in den USA wurde beispielsweise im April ein weiteres Infrastruktur-Hilfspaket in Höhe von 1,9 Billionen US-Dollar bewilligt und weitere Programme sind in der Diskussion.

Andererseits wird für viele Metalle auch ein Nachfrageschub aufgrund eines weltweit verstärkten Fokus auf klimafreundliche Alternativen erwartet. So wurde in den USA bereits ein Teil der oben erwähnten Investitionen dem Klimaschutz und umweltfreundlichen Energien zugeteilt.

Schwellenländer profitieren
Für viele Schwellenländer sind Rohstoffexporte weiterhin wichtige Wachstumstreiber. Aus diesem Grund eröffnet die positive Preisdynamik, welche auch längerfristig anhalten dürfte, Anlegern in Schwellenländern in den kommenden Jahren neue Chancen. Entsprechend dürfte das Wachstum in diesen Ländern 2021 und auch in den Jahren darüber hinaus positiv überraschen. Dies trifft besonders auf Lateinamerika zu, wo Rohstoffe für viele Länder mehr als zwei Drittel des gesamten Exportvolumens ausmachen. (MainFirst/mc/pg)

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