Partners Group sieht eingeschränkte Rücknahmen bei Fonds als Schutzmechanismus
Zürich – Der Privatmarktspezialist Partners Group hat die Rücknahmen bei seinem Private Equity-Fonds «Global Value SICAV» eingeschränkt. Der Schritt erfolgt nach einen Anstieg der Rücknahme-Anträge bei dem Fonds, in den zu einem grösseren Teil private Anleger investiert haben.
Die Einschränkung der Rücknahmen auf 5 Prozent des Nettoanlagewert (NAV) sei ein Schutzmechanismus für die Fondsanleger, erklärte ein Partners Group-Sprecher am Mittwoch zu einem entsprechenden Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Dieser sei auch den Investoren bekannt. Im zweiten Quartal lagen die Rücknahmebegehren für den Fonds mit 9,8 Prozent klar über dieser Schwelle.
Liquidität vorhanden
Der «Global Value SICAV»-Fonds hätte zwar über die Liquidität verfügt, um alle Auszahlungen zu tätigen, betonte der Sprecher: «Das ist ja aber nicht der Sinn solcher Evergreen-Fonds.» Es handle sich bei dem Fonds schliesslich ausdrücklich um ein langfristige Anlage und die Liquidität werde zudem teilweise auch für Neuanlagen gebraucht. Die nicht erfüllten Rücknahmebegehren würden nun auf das kommende Quartal verschoben.
Der «Global Value»-Fonds von Partners Group ist ein sogenannter Evergreen-Fonds – also ein Fonds ohne Laufzeitbeschränkung – mit einem Umfang von rund 8,6 Milliarden. Er investiert in Private Equity-Anlagen, ein kleiner Anteil umfasst aber auch Private Credit-Anlagen, wie der Sprecher erklärte.
Überschwappen von Private-Credit-Märkten
Partners Group sehe den Anstieg der Rücknahmeanträge bei dem Fonds vor allem als Reaktion auf die Berichterstattung der letzten Monate zu entsprechenden Einschränkungen bei Private-Credit-Fonds, so der Sprecher: Hier gebe es offensichtlich ein «Überschwappen». Die Rücknahmebegehren kommen demnach vor allem von der Seite von privaten Investoren und kaum von institutionellen Investoren wie Versicherer und Pensionskassen.
Zwar beobachte Partners Group auf der ganzen Plattform von Partners Group steigende Rücknahmebegehren vor allem von Seiten privater Investoren: Allerdings sei das Ausmass sehr viel geringer als bei dem nun betroffenen Fonds. Partners Group habe bereits mitgeteilt, dass das Unternehmen bezüglich Fundraising gut ins Jahr gestartet sei, betonte der Sprecher: «Das können wir auch bestätigen.»
Die Privatmarkt-Branche steht seit Monaten unter Druck, wobei vor allem «Private Credit»-Fonds in den USA im Fokus stehen. So hatten Einschränkungen bei Fondsrücknahmen bei den Anbietern Blue Owl, Apollo oder KKR für zahlreiche Negativ-Schlagzeilen gesorgt. (awp/mc/pg)