Postfinance erleidet bei Halbjahresgewinn Einbruch um mehr als die Hälfte

Hansruedi Köng
Postfinance-Chef Hansruedi Köng. (Foto: Post)

Bern – Die Postfinance hat im ersten Halbjahr weniger Ertrag erwirtschaftet und ein deutlich tieferes Ergebnis. Wegen der Coronakrise ist unter anderem das Geschäft an den Geldautomaten eingebrochen.

Der Betriebsertrag ging auf 748 Millionen Franken zurück von 846 Millionen im Vorjahreszeitraum, und das Betriebsergebnis (EBIT) schrumpfte auf 60 Millionen von zuvor 146 Millionen zusammen. Hauptgrund für den Rückgang war der Zinsertrag, der wegen der anhaltend tiefen Zinsen um 31 Millionen Franken abnahm, wie die Muttergesellschaft, die Schweizerische Post, am Donnerstag mitteilte.

Die Post begrüsse in diesem Zusammenhang die Absicht des Bundesrats, das Kredit- und Hypothekarverbot aufzuheben, „um das Geschäft und die Wettbewerbsfähigkeit der Postfinance langfristig zu gewährleisten“. Geplant ist, die dass die Post-Tochter auch Kredite und Hypotheken vergeben darf. Dabei soll das Volumen auf Kundeneinlagen beschränkt werden, die dem Unternehmen wegen seines Grundversorgungsauftrags im Zahlungsverkehr zufliessen. Obwohl Postfinance seit 2012 eine Banklizenz besitzt, hatte der Bundesrat das Vordringen in den neuen Markt zuvor kategorisch ausgeschlossen.

Coronakrise belastet zusätzlich
Bedingt durch die Coronakrise sind im ersten Semester zudem die Umsätze der Bargeld-Transaktionen am Schalter sowie an den Geldautomaten markant eingebrochen, wie es weiter hiess. Wegen der eingeschränkten Reisetätigkeit wurde zudem substantiell weniger Bargeld in Fremdwährungen bezogen sowie seltener die Kreditkarte benutzt.

Die Kundenvermögen legten bis Ende Juni 2020 auf 121,41 Milliarden Franken zu nach 119,66 Milliarden Ende 2019, und die Zahl der Kunden sank auf 2,71 Millionen nach 2’74 Ende Jahr und 2’78 vor einem Jahr. Im ersten Halbjahr waren im Durchschnitt in Vollzeitstellen gerechnet 3’238 Mitarbeiter bei der Postfinance beschäftigt. (awp/mc/ps)

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