Robert Jakobs Wirtschaftslupe: Der einfache Schachzug der Chinesen

Handelsstreit
(Bild: Fotolia/Rawf8)

„Was macht Donald Duck so sympathisch?“ Nun, er zeigt menschliche Schwächen, allen voran Selbstzweifel. Das unterscheidet ihn von seinem Namensvetter im Weissen Haus. Denn Trump glaubt sich als selbsternannter „Genius“ allwissend und glänzend. Mit der neuerlichen vorauseilenden Strafzollrunde meint er den „einfach zu gewinnenden Handelskrieg“ entscheiden zu können. Aber die 10% auf alles, die er jetzt grossspurig ankündigt, werden zum Boomerang. China hat eine einfache Antwort: Es lässt seine Währung floaten. In 24 Stunden fiel der Renminbi um rund 2 Prozent auf 7,06 Yuan pro US-Dollar. Die Folge ist eine entsprechende Verbilligung chinesischer Exporte.

Mit der Abwertung, und sie wird nicht die letzte sein, geht nicht nur ein Abpuffern der Auswirkung der Strafzölle einher, sondern auch ein direkter Kapitalgewinn für China. China hat jahrzehntelang Aussenhandelsüberschüsse erwirtschaftet, die es wieder investieren musste. Ein guter Teil davon ging ins Ausland. Damit wurden und werden Firmen und Land gekauft. Da die Chinesen nicht mehr wussten, wohin mit dem vielen Geld, kauften sie notgedrungen auch Staatsanleihen in der Weltwährung Nummer eins, dem US-Dollar. Denn nur in Treasuries lassen sich problemlos auch mal Billionen unterbringen, wie in Onkel Dagoberts Geldsilo. Seit Anfang 2018 baut die chinesische Zentralbank diesen Bestand zwar Schritt für Schritt ab und kauft Gold, aber sie sitzt noch immer auf über einer Billion Dollar in amerikanischen Staatsschuldverschreibungen. Mit jeder Yuan-Abwertung um 2 Prozent (der von der Zentralbank zugelassenen maximalen täglichen Schwankungsbreite) verdient China also 20 Milliarden.

Leidwährung statt Leitwährung
Fast zwei Drittel der Devisenreserven der Welt werden in Dollar gehalten. China sieht es nicht gern, dass der US-Dollar die Weltleitwährung ist. Aber dennoch werden die Chinesen ihren Bestand an US-Staatsanleihen marktschonend veräussern und nicht den von der CIA befürchteten Angriff auf die Stabilität der amerikanischen Staatsfinanzierung durch Verschleudern der US-Treasuries einleiten.

Denn durch dosierte Verkäufe fahren sie Kapitalgewinne ein, die haargenau die „windfall profits“ der amerikanischen Regierung aus den Strafzöllen kompensieren. China exportiert fast fünfmal so viele Waren in die USA als zurückfliessen. Vergeltungszölle der Chinesen sind also nur Nadelstiche. Allerdings würde beim bestehenden Exportvolumen von einer halben Billion USD ein Kurs von 7,3 Renminbi pro Dollar die negativen finanziellen Effekte aus den Strafzöllen kompensieren. Die Chinesische Zentralbank hat Luft nach unten. 2005 Stand der Wechselkurs des USD bei 8,28 Yuan. Eine Exportförderung durch einen zweistelligen Abwertungseffekt hätte dramatische Folgen. China wäre noch einmal um vieles wettbewerbsfähiger, und zwar weltweit.

Donald der Genius überschätzt sich masslos. Die Chinesen werden ihre Devisenreserven sukzessive in Gold tauschen, was den Dollar weiter schwächen wird. Beide Nationen werden sich einen Abwertungswettkampf liefern, bei dem Amerika und vor allem die Leitwährung US-Dollar als Verlierer dasteht. Denn wer in Treasuries investiert, verliert inflations- und währungsbereinigt viel Geld. Und wer will überhaupt Anleihen eines Landes kaufen, dessen Führung vom Wirtschaften keine Ahnung hat?


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Zum Autor:
Robert Jakob ist promovierter Naturwissenschaftler und Buchautor und arbeitete sowohl in der Grundlagenforschung als auch für Verlage, Versicherungen und Banken. Seit Jahrzehnten ist der Wissenschaftler und Kommunikationsspezialist ein ausgewiesener Kenner der Finanzszene. Er leitete nicht nur die Redaktion des Swiss Equity Magazins (einem Tochterunternehmen der NZZ), sondern dortselbst auch das Team der Aktienanalysten.

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