Vanguard-Umfrage unter Anlegern: Finanzberatung liefert wahrgenommenes Alpha von 6,0%

Vanguard-Umfrage unter Anlegern: Finanzberatung liefert wahrgenommenes Alpha von 6,0%
Sebastian Lewis, Senior Specialist im Advisory Research Centre von Vanguard.

Zürich – Für Anleger in der Schweiz sind vertrauensvolle und personalisierte Beziehungen, Zuversicht mit Blick auf die Zukunft und ein Gefühl der Sicherheit wichtiger als reine Anlageperformance, wenn es um Finanzberatung geht. Dies ist ein zentrales Ergebnis der neuen Studie Client Connect: The Vanguard Advice Survey 2026, für die Vanguard 1’006 beratene Investoren sowie 224 Finanzberater in der ganzen Schweiz befragt hat.

Die Umfrage bestätigt, dass Finanzberatung für Schweizer Investoren weiterhin eine zentrale Rolle spielt. Nahezu alle Befragten (98,4 %) sind der Ansicht, dass ihr Berater einen positiven Beitrag zum Wachstum ihres Portfolios leistet. Insgesamt schätzen die Investoren, dass ihre Berater eine gewichtete durchschnittliche wahrgenommene Alpha-Rendite von 6,0 % pro Jahr nach Gebühren erzielen.

Finanzberatung schafft Mehrwert über Anlageerträge hinaus
Auf die Bedeutung der Finanzberatung angesprochen, legen Investoren besonderen Wert auf immaterielle Vorteile. Laut der Umfrage fühlen sich 69,5 % der Investoren dank ihres Beraters zuversichtlich, ihre langfristigen finanziellen Ziele zu erreichen. Zudem sagen 66,9 %, dass die Zusammenarbeit mit einem Berater ihr mentales und emotionales Wohlbefinden verbessert, während 65,3 % davon ausgehen, dank professioneller Finanzplanung im Ruhestand einen angemessenen Lebensstandard zu erreichen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Investoren Finanzberatung weit über die reine Portfolioperformance hinaus bewerten.

„Die Schweizer Ergebnisse zeigen klar, dass der Wert der Finanzberatung weit über die Portfolioperformance hinausgeht“, sagt Sebastian Lewis, Senior Specialist im Advisory Research Centre von Vanguard. „Investoren messen Zuversicht, Vertrauen und tragfähigen Beziehungen eine hohe Bedeutung bei. Berater, die die Ziele ihrer Kunden verstehen, in volatilen Marktphasen verhaltensorientierte Unterstützung leisten und Familien frühzeitig in Themen wie Nachlassplanung einbeziehen, schaffen einen Mehrwert, der sich nicht allein in Renditezahlen messen lässt.“

Beziehungsqualität prägt die langfristige Beraterloyalität
Die Bedeutung dieser nicht-finanziellen Faktoren spiegelt sich auch in den Gründen wider, weshalb Berater-Kunden-Beziehungen beendet werden. Laut den in der Schweiz befragten Beratern entfallen 70,4 % der häufigsten Trennungsgründe auf beziehungs- und servicebezogene Aspekte, während portfoliobezogene Gründe lediglich 27,7 % ausmachen.

Auch wenn die Anlageperformance relevant bleibt, sind Persönlichkeit, Servicequalität und die kontinuierliche Pflege der Berater-Kunden-Beziehung die entscheidenden Faktoren für eine langfristige Kundenbindung. Vertrauen spielt dabei eine besonders zentrale Rolle. 94 % der Investoren in der Schweiz geben an, dass Vertrauen in ihren Berater für ihre Gesamtzufriedenheit wichtig oder sehr wichtig ist. Zudem messen Investoren dem menschlichen Aspekt der Beratungsbeziehung grosse Bedeutung bei. 83,3 % der Investoren in der Schweiz erachten es als sehr wichtig, bei Bedarf eine Ansprechperson zu haben, im Vergleich zur ausschliesslichen Fokussierung auf Portfolioperformance oder Anlageselektion. Diese Einschätzung teilen auch die Berater. 90,2 % erkennen die Bedeutung des menschlichen Elements der Beziehung an.

Verhaltensorientierte Beratung stärkt Anlageergebnisse in volatilen Märkten
Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie ist die hohe Bedeutung, die Investoren der verhaltensorientierten Beratung beimessen. Eine Mehrheit der Investoren schätzt Berater, die ihnen helfen, nicht emotional auf Marktbewegungen zu reagieren (72,2 %), und die sie dabei unterstützen, der Versuchung kurzfristiger Renditejagd zu widerstehen (68,0 %). Die Investoren schätzen, dass sie ohne das Eingreifen ihres Beraters in den vergangenen drei Jahren pro Jahr einen erheblichen Teil ihres Portfoliowerts hätten verlieren können.

„In der Schweiz messen Investoren der verhaltensorientierten Unterstützung innerhalb der Beratungsbeziehung eine hohe Bedeutung bei“, ergänzt Sebastian Lewis. „Mehr als sieben von zehn Investoren legen Wert auf Hilfe, um in bewegten Marktphasen keine überstürzten Entscheidungen zu treffen, und viele schätzen auch Unterstützung dabei, nicht jeder Renditechance hinterherzulaufen. Wenn Berater ihren Kunden helfen, in volatilen Zeiten diszipliniert zu bleiben, ist der Nutzen sowohl emotional als auch finanziell. Investoren schätzen, dass sie ohne die Intervention ihres Beraters in den vergangenen drei Jahren rund 12 % pro Jahr hätten verlieren können.“

Generationenübergreifende Planung bleibt eine ungenutzte Chance
Die Umfrage unterstreicht zudem die wachsende Bedeutung von Nachlass- und Familienplanung in der Schweiz. Während nur 3 % der Investoren angeben, die Nachlassplanung bereits ausführlich mit ihrem Berater besprochen zu haben, sagen 66 %, dass es wichtig oder sehr wichtig ist, mit einem Berater an der Nachlassplanung zu arbeiten. 69 % schätzen zudem frühzeitige Gespräche über den generationenübergreifenden Vermögensübergang. Dennoch bleibt die Einbindung der Familie begrenzt. Nur 24 % der Berater treffen sich häufig mit den Ehepartnern oder Lebenspartnern ihrer Kunden, und lediglich 6 % stehen häufig im Austausch mit den Kindern ihrer Kunden. (Vanguard/mc/ps)

Über die Studie
Client Connect: The Vanguard Advice Survey 2026 basiert auf zwei parallelen Umfragen, die in der Schweiz unter 1’006 beratenen Investoren und 224 Finanzberatern durchgeführt wurden. Dieser Ansatz ermöglicht einen direkten Vergleich zwischen den Erwartungen und Wahrnehmungen der Investoren und den Praktiken der Berater und zeigt sowohl Übereinstimmungen als auch Diskrepanzen auf.

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