Vom operativen Geschäft bis zur Anlagestrategie: Sicherheitenmanagement für Vermögensverwalter
Amsterdam – Die Umstellung auf T+1-Abwicklung in Europa, die Umsetzung von EMIR Refit, die kumulativen Auswirkungen von Basel III Endgame und steigende Sicherheitenkosten stellen gemeinsam die in den letzten zehn Jahren entwickelten Betriebsmodelle infrage. Vor diesem Hintergrund findet vom 21. bis 22. Oktober 2026 in Amsterdam das von Fleming organisierte 20. jährliche Collateral Management and Securities Lending Forum statt.
Die Branche steht zum ersten Mal vor dem gleichzeitigen Inkrafttreten mehrerer bedeutender regulatorischer Änderungen. Die Agenda des Forums spiegelt diese Situation direkt wider: In speziellen Sitzungen werden die praktischen Auswirkungen von EMIR Refit auf Clearing-Verpflichtungen, Anforderungen an aktive Konten und das Margenkonzentrationsmanagement behandelt. Stephan Mögelin von der BaFin und Jennifer Robertson von der Europäischen Kommission (GD FISMA) werden die regulatorische Perspektive beleuchten – ein seltenes Merkmal für eine Branchenveranstaltung dieses Kalibers.
Ein separater Block befasst sich mit einer Frage, die im europäischen Kontext nach wie vor ungeklärt ist: Ist die Infrastruktur tatsächlich bereit für die T+1-Abwicklung? Die Diskussion wird sich mit der operativen und liquiditätsbezogenen Bereitschaft, den tatsächlichen Auswirkungen auf die Wertpapierleihe und die Umlaufgeschwindigkeit von Sicherheiten sowie marktübergreifenden Abhängigkeiten befassen, die das Potenzial haben, ernsthafte Engpässe zu verursachen.
Sicherheiten als strategischer Vermögenswert oder als operativer Posten?
Die zentrale Prämisse der Eröffnungssitzung ist eine Neudefinition von Sicherheiten als Bilanzressource statt als Backoffice-Funktion. Dieser rote Faden zieht sich durch die gesamte Agenda, vom Intraday-Liquiditätsmanagement unter Margenbelastung bis hin zu einer speziellen Sitzung darüber, wie sich Kosten für Sicherheiten auf die Portfolio-Performance auswirken.
Eine Podiumsdiskussion auf der Buy-Side mit Samuel Choudhury (Helaba Invest), Mikael Nilsson (Nordea Asset Management) und Frank Jetten (MN) verspricht eine ungewöhnlich offene Diskussion: Inwieweit beeinflussen Sicherheitenbeschränkungen tatsächlich die Portfoliokonstruktion und die Alpha-Generierung?
Innovation und Realität: Tokenisierung, KI, DLT
Der zweite Tag ist der Technologieagenda gewidmet. Die Titel der Sitzungen sprechen für sich: „Digitale Sicherheiten, Tokenisierung und DLT – Innovation oder Ablenkung?“ und „KI und Advanced Analytics bei der Optimierung von Sicherheiten“. Die Branche hat sich eindeutig von der Hype-Phase zu einer pragmatischen Bewertung der praktischen Anwendbarkeit entwickelt. DORA-Compliance und operative Resilienz im Kontext von Outsourcing bilden den Abschluss des Technologie-Tracks.
Publikum und Format
Nach Angaben der Veranstalter haben etwa 60 % der bisherigen Forumsteilnehmer eine Position als Head, Director oder höher inne (wobei CxO/VP weitere 19 % ausmachen). Geografisch gesehen stammt das Publikum überwiegend aus West- und Mitteleuropa. Neben den inhaltlichen Sitzungen umfasst das Programm über 6 Stunden Networking, darunter einen abendlichen „Connect & Create“-Empfang. Das Forum findet im Novotel Amsterdam Schiphol Airport statt. (Fleming/mc/hfu).
Anmeldung und weitere Informationen finden Sie auf der Website von Fleming Events.