ZKB Weekly KMU Portrait: Biella-Neher Holding AG

Marco Arrigoni
Marco Arrigoni, CEO Biella Group. (Foto: Biella)

Tätigkeit:
Die Biella-Neher Holding AG ist eine Anbieterin von Büroartikeln, und als Erfinderin des Bundesordners ist die Gruppe Expertin in der Ablage von physischen Dokumenten. Die Unternehmung wurde 1900 in Biel (Schweiz) gegründet und beschäftigt über 700 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Biella-Produkte sind in über 30 Ländern erhältlich.

Halbjahresergebnis 2017:
Biella ist es im 1. Halbjahr gelungen, den Konzernverlust etwas zu verringern von CHF –1.7 Mio. auf CHF –1.5 Mio. Die niedrigeren Strukturkosten sowie weitere Effizienzverbesserungen wirkten sich positiv auf die Geschäftstätigkeit aus. Das Konzernergebnis bewegt sich mit CHF –1.9 Mio. auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr – trotz im Vorjahr noch positiver steuerlicher Einmaleffekte. Der Umsatz betrug in den ersten sechs Monaten CHF 59.3 Mio. (Vorjahr: CHF 62.3 Mio.). Dieser Rückgang lässt sich mit umgesetzten Restrukturierungen erklären, in denen nicht rentable Geschäfte aufgegeben werden. Daneben führte der im 1. Halbjahr zeitweise sehr starke Franken zu negativen Währungsumrechnungseffekten. Das Bilanzbild konnte sich im 1. Halbjahr weiter stärken. Das Eigenkapital erhöhte sich um CHF 1.6 Mio. auf CHF 64.2 Mio., was einer Eigenkapitalquote von 64.9% entspricht (Vorjahr: 59.5%). Auch die Nettoliquidität konnte von CHF 5.9 Mio. auf CHF 6.6 Mio. gesteigert werden, während die Finanzschulden reduziert werden konnten. Der Biella SimplyFind ist es in der ersten Jahreshälfte gelungen, den Bekanntheitsgrad durch gezieltes Online-Marketing zu erhöhen, und der Webshop, Biella Creator, konnte zunehmend Neukunden gewinnen. Bei der Beurteilung ist zu beachten, dass im Büroartikelgeschäft die zweite Jahreshälfte in der Regel deutlich umsatzstärker ausfällt als die Erste. Deshalb konnten in den vergangenen Jahren auch nach einem Verlust nach sechs Monaten am Jahresende ein Gewinn ausgewiesen werden.

Ausblick:
Die zweite Jahreshälfte wird angesichts des weiter rückläufigen Büroartikelmarktes und der hohen Wettbewerbsintensität unverändert hohe Anforderungen stellen. Darüber hinaus werden in den kommenden Monaten Belastungen aus dem markanten Preisauftrieb bei den Rohmaterialien erwachsen – trotz der Notwendigkeit, diese Teuerungen in den Abgabepreisen weiterzugeben. Im Bereich der Digitalisierung und Innovation wird Biella weitere interessante Leistungsangebote lancieren, ins-besondere das Produkt «Data Safe», eine hochsichere Cloud-Lösung.

Fazit:
Das Büroartikelgeschäft ist stark vom weltweiten Trend der Digitalisierung und Automatisierung betroffen – immer mehr Dokumente werden online gespeichert und ersetzen dadurch vermehrt das physische Ablegen von Dokumenten. Biella hat diesen Trend erkannt und ist nun an einer Restrukturierung, die von drei wesentlichen Stossrichtungen geprägt ist: der Straffung der Kostenstruktur der Gruppe, der Steigerung der Effizienz in den Produktionsprozessen und der digitalen Transformation und dem Aufbruch in neue innovative Geschäftsfelder. Im 1. Halbjahr 2017 wurde erkennbar, dass die Restrukturierung bereits Wirkung gezeigt hat. Wann Biella auch in der ersten Jahreshälfte einen Gewinn ausweisen kann, wird sich zeigen. Der Aktienkurs hat sich im laufenden Jahr positiv entwickelt. Seit Jahresbeginn hat der Kurs um 12.02% von CHF 4‘160 auf CHF 4‘660 zugelegt. Daraus könnte man schliessen, dass die Investoren an eine erfolgreiche Umsetzung der momentanen Unternehmensstrategie glauben. Mit der weiter gestärkten Eigenkapitalquote von knapp 65% verfügt die Gesellschaft über genügend finanzielle Mittel, um die Restrukturierungsstrategie weiterhin umzusetzen. (ZKB/mc/ps)

 


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Zusätzliche Informationen zu Biella-Neher Holding AG wie

  • aktueller Kurs
  • Kursverlauf
  • Unternehmensporträt
  • und vieles mehr

finden Sie bei der Zürcher Kantonalbank hier…


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