ZKB Weekly KMU Portrait: Thurella AG

Clemens Rüttimann
Clemens Rüttimann, Geschäftsführer Thurella AG und Biotta AG. (Foto: zvg)

Tätigkeit:
Die Thurella AG ist Muttergesellschaft der beiden Unternehmen Biotta AG (Schweiz) und Gesa Gemüsesaft GmbH (Deutschland). Die Biotta AG exportiert direktgepresste, naturbelassene biologische Gemüse- und Fruchtsäfte aus nachhaltiger Manufaktur in über 35 Länder. 2012 übernahm die Biotta AG Herstellung und Vertrieb der Bio-Frucht-Smoothies unter der Marke Traktor, die seinerzeit Smoothie-Vorreiter auf dem Schweizer Markt waren. Die beiden Gesellschaften beschäftigen in der Schweiz und in Deutschland insgesamt 73 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Halbjahresergebnis 2017:
Die Thurella Gruppe konnte im 1. Halbjahr 2017 den Umsatz mit CHF 16.33 Mio. (Vorjahr CHF 16.31 Mio) halten. Die EBITDA-Marge von 10.8% liegt leicht über der von 9.9%, welche im Vorjahr erzielt wurde. Nach gutem Wachstum in der vergangenen Periode wurde das Export-Geschäft im ersten Halbjahr 2017 – insbesondere in China – etwas eingebremst. Die Innovationstätigkeit wird bei Biotta gross geschrieben. So konnten im ersten Halbjahr verschiedene neue Produkte in der Schweiz und im Export auf den Markt gebracht werden, von denen für die Zukunft weiteres Wachstum erwartet wird. Insbesondere im Sortiment der Vivitz Bio-Eistees konnte Ende April ein erster Eistee ohne Süssungsmittel und frei von Kalorien lanciert werden. Dieses Produkt nimmt den aktuellen Zeitgeist von Zuckerreduktion auf und wurde vom Bio-Markt gut angenommen. Bei der Süddeutschen GESA Gemüsesaft GmbH wurde im ersten Halbjahr 2017 ein überdurchschnittliches Umsatzwachstum erzielt. Die Nachfrage nach Bio-Gemüsesäften steigt weiterhin in Europa. Mit der nochmaligen Erweiterung der Tankkapazitäten und des Ausbaus der Abfüllanlagen wird die Modernisierung des Betriebs bis Ende Jahr abgeschlossen. Unter dem Strich blieb ein Konzernergebnis per 30. Juni von CHF 0.72 Mio. (Vorjahr CHF 0.56 Mio.). Die Eigenkapitalquote ist zum Stichtag auf solide 68.1% angestiegen.

Ausblick:
Im Geschäft mit der Natur entscheidet sich das Jahresergebnis im zweiten Semester. Nach dem Kälteeinbruch Ende April, der hauptsächlich die Obst-Beschaffung betrifft, konnte das Gemüse im Mai bei guten Bedingungen in den Boden gebracht werden. Im Schweizer Anbau konnte sich das Gemüse bisher planmässig entwickeln, währenddessen in Süddeutschland Starkregen im Juli die Entwicklung negativ beeinflusste.

Fazit:
Das Immobilienprojekt zur Umnutzung der nicht mehr betrieblich genutzten Liegenschaft in Egnach ist an einem entscheidenden Punkt angelangt: Ein Entwurf des Gestaltungsplans basierend auf einem konkreten Überbauungsprojekt wurde dem Gemeinderat vorgelegt. Die laufend steigenden politischen Anforderungen an das Projekt gilt es nun auf ein Mass zu reduzieren, das eine wirtschaftliche Realisierung und die Akzeptanz der Bevölkerung ermöglicht. Die Suche nach Partnern und Investoren zur Umsetzung der Überbauung ist angelaufen. Die Thurella Aktie legte seit Jahresbeginn um über 35% zu. Die geplanten Erfolge in der Auslandsexpansion dürften sicher im Fokus der Investoren gewesen sein. Auch das Immobilienprojekt sorgte für Anschlusskäufe in den Aktien. Gerade in diesem scheint die Gesellschaft einen Schritt weiter gekommen zu sein. Bis das Projekt Erträge bringt dürfte es noch lange dauern. Aufgrund des zunehmenden Gesundheitsbewusstseins dürfte die Gesellschaft die Umsätze in kleinen Schritten steigern. Auf die Margen negativ auswirken könnten sich schlechte Ernten aufgrund von negativen Wettereinflüssen. Ebenfalls Interessant dürfte die Debatte um den Zuckergehalt der Produkte in der Schweiz sein, hier hat Thurella bereits erste Produkte lanciert. Im Sektorenvergleich liegt die aktuelle Bewertung im oberen Bereich, daher könnte die Aktie auch anfällig für Rückschläge sein.


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Zusätzliche Informationen zu Thurella AG wie

  • aktueller Kurs
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  • Unternehmensporträt
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finden Sie bei der Zürcher Kantonalbank hier…


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