Eine Million weitere Impfdosen am Samstag in der Schweiz

Eine Million weitere Impfdosen am Samstag in der Schweiz
(Foto: Moderna)

Bern / Altdorf – Am kommenden Samstag soll die Schweiz eine weitere Million Impfdosen von Moderna gegen Covid-19 erhalten. Das gab Gesundheitsminister Alain Berset am Donnerstag in Altdorf UR vor den Medien bekannt.

Berset besuchte am Donnerstag den Kanton Uri und zeigte sich sehr zufrieden mit dem Impftempo und der Kooperationsbereitschaft der Menschen. Berset lobte Uri als Spitzenreiter beim Impfen – und er warnte zugleich: «Es ist noch nicht vorbei! Nichts wäre fataler, als sich noch vor einer Impfung mit dem Coronavirus anzustecken.»

992 neue Fälle
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldete am Donnerstag 992 neue bestätigte Corona-Fälle. Gleichzeitig registrierte die Behörde 9 neue Todesfälle und 36 Spitaleinweisungen.

Der neuste Coronavirus-Wochenbericht des BAG weist für die Woche vom 17. bis 23. Mai einen Rückgang der gemeldeten Fälle aus, bei etwas mehr Tests. Gemeldet wurden in der Woche bis Pfingstsonntag 7336 Fälle, wie aus dem Bericht hervorgeht. Das waren 6,4 Prozent weniger als die 7841 Fälle der Vorwoche.

Das Medianalter der laborbestätigten Fälle lag in der Berichtswoche bei 34 Jahren. Für die Schweiz und Liechtenstein insgesamt sank die Sieben-Tage-Inzidenz von 90 auf 85 bestätigte Fälle. Allerdings sind die Unterschiede zwischen einzelnen Regionen beträchtlich.

«Es sind die Jungen»
Denn während in Liechtenstein die Inzidenz bei 31 Fällen pro 100’000 Einwohner und Woche lag, schnellte sie in Appenzell-Innerrhoden auf 409 empor – nach 105 in der Woche davor. In der Woche vor Pfingsten wurden im Halbkanton 66 neue Fälle gemeldet, nach 17 in der Vorwoche, heisst es im Wochenbericht des BAG.

Wie der stellvertretende Innerrhoder Kantonsarzt Markus Schmidli zu Radio SRF sagte, sind die vermehrten Ansteckungen auf Lager an Auffahrt zurückzuführen. «Es sind die Jungen, eindeutig», sagte Schmidli. Jetzt, zwei Wochen später, habe das Coronavirus auf mehrere Familien der jungen Leute übergegriffen.

Auf den Intensivstationen der Spitäler lagen durchschnittlich 172 Menschen, nach 198 in der Woche davor. Kaum verändert hat sich die Zahl der neu ins Spital Aufgenommenen. Insgesamt mussten in der Berichtswoche 193 Personen mit einer bestätigten Infektion ins Spital, in der Vorwoche waren es 195 Patienten.

Beim öffentlichen Verkehr geht die Normalisierung voran. Am ersten Juli-Wochenende wird der Nachtbetrieb des öffentlichen Verkehrs wieder aufgenommen. An der Vorgabe von SBB und Postauto orientieren sich Betreiber in der ganzen Schweiz, darunter die Nachtnetze des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV), des Tarifverbundes Nordwestschweiz rund um Basel oder das Moonliner-Nachtnetz in der Region Bern.

Forderungen für Armutsbetroffene
Die Corona-Pandemie trifft arme Menschen besonders. 26 Organisationen aus der Armutsbekämpfung, darunter das Schweizerische Arbeiterhilfswerk, der Berufsverband Soziale Arbeit (AvenirSocial) oder die IG-Sozialhilfe haben daher einen Katalog mit Forderungen an die Politik vorgestellt.

Darin stehen unter anderem die Harmonisierung der Sozialhilfe und mehr Rechtsschutz für Sozialhilfebezüger, die Erhöhung des Grundbedarfs auf die Ansätze der Ergänzungsleistungen, die Aufhebung der Rückerstattungspflicht und ein Stopp auf den Rückgriff auf die Altersguthaben sowie die Erhöhung des Vermögensfreibetrages.

Im Kanton Bern dürfen – ebenso wie im Kanton Zürich – ab Juni wieder mehr als hundert Personen an einer Kundgebung teilnehmen. Die Berner Regierung hat beschlossen, die Teilnehmerbeschränkung aufzuheben.

Keine Streetparade
Nicht stattfinden kann hingegen trotz sinkender Fallzahlen die Streetparade in Zürich. Nach den am Mittwoch vom Bundesrat entschiedenen Lockerungen habe man «schweren Herzens» entschieden, die Street Parade 2021 abzusagen, teilten die Veranstalter mit. 2019 zählte die Street Parade rund 850’000 Besucherinnen und Besucher. (awp/mc/ps)

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