Deutschland: Ifo-Geschäftsklima trübt sich leicht ein

Hans-Werner Sinn

Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo-Instituts. (Foto: Ifo-Institut)

München – Die Stimmung in deutschen Unternehmen hat sich zum Jahresende hin leicht verschlechtert. Das Ifo-Geschäftsklima fiel im Dezember zum Vormonat um 0,3 Punkte auf 108,7 Zähler, wie das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag mitteilte. Bankvolkswirte hatten dagegen mit einer Stagnation gerechnet. Die Geschäftslage verschlechterte sich, die Aussichten für das kommende halbe Jahr blieben unverändert.

Trotz des Rückgangs liegt das wichtigste Konjunkturbarometer für die deutsche Wirtschaft weiter auf hohem Niveau. Im Vormonat war es auf den höchsten Stand seit Mitte 2014 gestiegen. In den einzelnen Branchen fielen die Ergebnisse gemischt aus: In der Industrie und im Dienstleistungssektor war die Stimmung besser, im Gross- und Einzelhandel sowie im Baugewerbe ging das Geschäftsklima dagegen zurück.

«Harmloser Rücksetzer»
Bankvolkswirte kommentierten die Umfrageergebnisse nüchtern. Stefan Kipar von der BaynernLB sprach von einem «harmlosen Rücksetzer». Zudem verwies er auf die bessere Stimmung in der Industrie. «Der Bremsfaktor der schwächeren Konjunktur in einigen Schwellenländern hat offenbar an Schrecken verloren.» ING-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brzeski sprach ebenso von einem «marginalen Rückgang». Zahlreiche Belastungsfaktoren wie der Terrorangriff von Paris, Chinas Konjunkturabschwung oder die Flüchtlingskrise hätten den Optimismus kaum getrübt.

An den Finanzmärkten ging die Stimmungseintrübung faktisch spurlos vorbei. Weder der Euro noch die Aktien- oder Anleihemärkte zeigten nennenswerte Reaktionen. An den Märkten überdeckte die Zinsanhebung durch die US-Notenbank vom Mittwochabend die meisten anderen Geschehnisse. (awp/mc/upd/ps)

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