EY: Digitalkonzerne aus USA und China dominieren Liste der teuersten Konzerne

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Apple Store an der 5th Avenue in New York. (Foto: Apple)

Zürich – Die teuersten 100 Konzerne der Welt werden immer wertvoller – und chinesische Unternehmen machen sich daran, die Dominanz der USA aufzubrechen.

An der Spitze der teuersten bzw. der am höchsten kapitalisierten Unternehmen der Welt hat sich zwar im Vergleich zum Vorjahr nichts verändert: Sie werden nach wie vor von den US-amerikanischen Konzernen Apple (Marktwert zum 27. Dezember: 876 Milliarden US-Dollar), der Google-Muttergesellschaft Alphabet (733 Milliarden US-Dollar) sowie Microsoft (661 Milliarden US-Dollar) angeführt. Mit deutlichen Sprüngen haben sich allerdings die chinesischen Internetkonzerne Tencent Holdings und Alibaba mit einem Marktwert von 484 beziehungsweise 444 Milliarden US-Dollar auf Platz sieben und acht in die Top 10 katapultiert: Beide Konzerne haben ihren Marktwert im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt – das gelang keinem anderen Top-10-Unternehmen.

Das Ranking der teuersten Unternehmen der Welt wird also von Digitalkonzernen beherrscht – zudem stieg die Zahl der Technologie- und Internetunternehmen, die sich im Top-100-Ranking platzieren können, im Vergleich zum Vorjahr von 16 auf 19. Investoren setzen offenbar mehr denn je auf digitale Geschäftsmodelle: Sie trauen ihnen zu, nicht nur hohe Gewinne einzufahren, sondern obendrein für die gesamte Wirtschaft neue Spielregeln zu entwickeln.

Diese Ergebnisse stammen aus einer Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, die die Marktkapitalisierung der 300 am höchsten bewerteten Unternehmen weltweit regelmässig untersucht.

Europäische Konzerne geraten ins Hintertreffen
Die europäischen Top-Konzerne sind deutlich weniger wert als die Konkurrenz aus den USA und China und erreichen auch nicht deren Wachstumsraten. Als teuerstes europäisches Unternehmen platziert sich der niederländische Energiekonzern Royal Dutch Shell mit einem Marktwert von 276 Milliarden US-Dollar auf Rang 17. Gleich anschliessend auf Platz 18 folgt bereits der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé mit 264 Milliarden US-Dollar. Etwas weiter hinten aber immer noch weit vor dem ersten deutschen Unternehmen (auf Platz 62) folgen die Schweizer Pharmakonzerne Roche mit 213 Milliarden US-Dollar (Platz 31) und Novartis mit 195 Milliarden US-Dollar (Platz 37). Dann jedoch ist der Schweizer Reigen unter den Top 100 beendet. Die Schweizer Konzerne Glencore (73 Milliarden US-Dollar, Platz 141), Chubb Limited (67.8 Milliarden US-Dollar, Platz 151), UBS (67.6 Milliarden US-Dollar, Platz 153), ABB (57 Milliarden US-Dollar, Platz 199), Compagnie Financière Richemont SA (51 Milliarden US-Dollar, Platz 235), Credit Suisse (45 Milliarden US-Dollar, Platz 279), Zurich (45 Milliarden US-Dollar, Platz 280) und Syngenta (43 Milliarden US-Dollar, Platz 296) schaffen es solide unter die Top 300.

Insgesamt stehen 24 europäische Unternehmen in den Top 100 und damit so viele wie vor einem Jahr. Aus Asien haben dagegen 22 und damit drei Unternehmen mehr als noch 2016 den Sprung unter die wertvollsten Konzerne geschafft. Nach wie vor am meisten der wertvollsten Konzerne stammen aus Nordamerika, auch wenn sich ihre Anzahl von 57 auf 54 reduziert hat.

Stefan Rösch, Partner und Leiter Transaktionsdienstleistungen bei EY in der Schweiz, äussert sich skeptisch in Bezug auf die Dominanz der USA und Chinas: „Obwohl die europäische Wirtschaft sich derzeit deutlich erholt, spielen Europas Top-Konzerne an den Weltbörsen nach wie vor nur eine untergeordnete Rolle. US-Konzerne dominieren weiter und asiatische Unternehmen holen stark auf. Die Zusammensetzung der Top 10 zeigt zudem, dass hohe Wertzuwächse hauptsächlich im Bereich digitaler Zukunftstechnologien erzielt werden. Auf diesem Feld sind die US-amerikanischen und chinesischen Unternehmen weiterhin führend. In der Schweiz dominieren ebenso wie im restlichen Europa noch immer die traditionellen Industriebranchen. Zwar sind wir mit Nestlé und unseren beiden Pharmakonzernen nach wie vor weit vorne dabei, trotzdem gilt es die Chancen der Digitalisierung auch hierzulande noch stärker zu nutzen.“

Die Start-up-Szene, die zum Treiber der Digitalisierung der Wirtschaft werden könnte, sei zwar auch in der Schweiz, in Deutschland, Großbritannien und Frankreich inzwischen sehr aktiv. „Junge Unternehmen erreichen jedoch bei weitem nicht die Investitionskraft, wie wir sie aus dem Silicon Valley und Asien kennen“, sagt Rösch.

Die meisten Unternehmen in den Top 100 sind Konsumgüterhersteller
Mit insgesamt 24 Konzernen stellt der Konsumgütersektor die meisten Unternehmen im Top 100 Ranking. Auf Platz zwei steht der Finanzsektor mit 21 Konzernen. Allerdings gewinnen die Unternehmen der Informationstechnologie zunehmend an Bedeutung. Inzwischen stellt die Branche 19 Unternehmen in den Top 100, vor einem Jahr waren es noch 16. Das Gesundheitswesen ist mit 15 Unternehmen die vierte Kraft der Rangliste. Klassische Industrieunternehmen spielen im Vergleich dazu nur noch eine untergeordnete Rolle: Nur gerade acht Industrieunternehmen – so viele wie im Vorjahr – finden sich unter den Top 100 wieder.

Der kumulierte Marktwert der 100 wertvollsten Unternehmen ist im Vergleich zu 2016 um fast 26 Prozent auf 20,2 Billionen US-Dollar gestiegen: Die US-amerikanischen Unternehmen vereinen mit 12,2 Billionen US-Dollar etwa 60 Prozent des Gesamtvolumens auf sich. Insbesondere die asiatischen Unternehmen wuchsen überdurchschnittlich. Der Marktwert der chinesischen Unternehmen stieg um 47 Prozent auf 3 Billionen US-Dollar, der der südkoreanischen Unternehmen um 49 Prozent auf 307 Milliarden US-Dollar. Der Wert der drei Schweizer Top-Unternehmen stieg um 12 Prozent auf 662 Milliarden US-Dollar; in Summe sind sie damit etwa so viel Wert wie Microsoft. (EY/mc/ps)

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