Honda tauscht nach Rückruf-Debakel Konzernchef aus

Takanobu Ito

Takanobu Ito, scheidender Honda-Chef.

Tokio – Japans drittgrösster Autobauer Honda bekommt einen neuen Chef. Nach einer Rekordzahl von Rückrufen im vergangenen Jahr wird der aktuelle Konzernlenker Takanobu Ito im Juni durch den Honda-Manager Takahiro Hachigo (55) ersetzt. Er hatte vor über 30 Jahren als Ingenieur bei dem Autohersteller begonnen. Der 61 Jahre alte Ito solle Honda nach sechs Jahren an der Unternehmensspitze als Berater erhalten bleiben, teilte der Konzern am Montag mit. Neben Ito treten unter anderem auch Produktionschef Takashi Yamamoto und Chefentwickler Yoshiharu Yamamoto ab.

Honda ist am stärksten von dem Rückruf-Desaster des Airbagherstellers Takata betroffen, an dem die Japaner auch Anteile halten. Der Autobauer hat seit 2008 – dem Jahr vor Itos Amtsantritt – rund 14 Millionen Fahrzeuge zurückgerufen, um verdächtige Airbags auszutauschen. Ito hatte deswegen zuletzt zweimal innerhalb von gut drei Monaten die Gewinnprognose für das am 31. März endende Geschäftsjahr gesenkt. Inzwischen rechnet Honda mit dem ersten Ergebnisrückgang seit drei Jahren.

Opferzahlen in Verletzten-Statistik geschönt
Ein Grossteil der Autos ist in den USA betroffen. Dort einigten sich die Japaner im Januar auf einen Vergleich mit der US-Verkehrsaufsicht NHTSA und zahlen die Rekordsumme von 70 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen soll die Opferzahlen in seiner Verletzten-Statistik zu niedrig angegeben haben.

Allerdings sorgten nicht nur defekte Airbags, von denen mindestens neun weitere Autobauer betroffen sind, für Ärger bei Honda-Kunden. Der Konzern musste sein auf dem Heimatmarkt erfolgreichstes Modell Fit seit der Einführung Ende 2013 bereits fünfmal zurückrufen. Die notwendigen Reparaturen verzögerten den Start neuer Modelle um bis zu sechs Monate. Als Konsequenz aus den Qualitätsproblemen strich Konzernchef Ito das Ziel, 2017 sechs Millionen Autos zu verkaufen. 2014 hatte Honda gut 4,5 Millionen Stück abgesetzt. (awp/mc/upd/ps)

 

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