Investmentausblick «The Globe» von Eurizon: Wachstum in Deutschland zeigt sich in Infrastruktur und Tiefbau

Investmentausblick «The Globe» von Eurizon: Wachstum in Deutschland zeigt sich in Infrastruktur und Tiefbau
Titelillustration zum Investmentausblick «The Globe» von Eurizon. (Bild: Eurizon)

Nach drei Jahren weitgehender Stagnation wächst das BIP seit dem vierten Quartal des vergangenen Jahres wieder. Auch im zweiten Quartal dieses Jahres setzte sich der Aufschwung fort, trotz der gestiegenen Energiepreise infolge des Konflikts im Nahen Osten.

Die robuste Konjunktur hat die Konsensprognosen der Ökonomen für das Wachstum 2026 nach oben getrieben. In den vergangenen Monaten waren die Prognosen deutlich gesenkt worden, aus Sorge, der Konflikt zwischen den USA und dem Iran könnte die Wirtschaft stärker belasten.

Der Aufschwung wurde vor allem durch die öffentlichen Ausgaben angetrieben, aber auch die Exporte haben positiv dazu beigetragen.

Die von der Bundesregierung ausgehenden Wachstumsimpulse zeigen sich besonders deutlich in den Bereichen Infrastrukturprojekte und Tiefbau sowie in der Kategorie „sonstiger Fahrzeugbau“, die einen starken Anstieg der Auftragseingänge verzeichnete. Dies spiegelt umfangreiche öffentliche Aufträge im Verteidigungsbereich wider, insbesondere in der Luft- und Raumfahrt sowie im Schiffbau.

Auch die Aussichten bleiben günstig
Zwar deuten die jüngsten Daten zur Realwirtschaft auf eine mögliche Abschwächung der Industrie hin, die auf einige vorübergehende Faktoren zurückzuführen ist, wie die Trockenheit, die die Binnenschifffahrt auf dem Rhein erschwert hat, bleibt der Grundtrend doch auf Erholungskurs.

Die Frühindikatoren, darunter die Industrieaufträge und die Stimmungsindikatoren der Unternehmen (PMI und ifo), haben sich in den letzten Monaten deutlich verbessert und deuten damit nicht nur auf eine Fortsetzung, sondern auch auf eine Verstärkung des Aufschwungs hin, trotz des jüngsten starken Anstiegs der Energiepreise und der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit.

Die von Merz geführte Koalition setzt gezielt auf die Stärkung des Wachstums, um die Abwanderung von Wählern zur rechtsextremen Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) einzudämmen. Bei den jüngsten Landtagswahlen hat die AfD ihren Stimmanteil weiter ausgebaut, vor allem auf Kosten der CDU.

Doch die Zeit spielt der Regierung in die Hände: Die nächste Bundestagswahl findet nämlich erst 2029 statt. (Eurizon/mc/ps)

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Eurizon

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