Mögliche Alstom-Übernahme durch Siemens rechtlich heikel

TGV - ICE

TGV- (Alstom) und ICE-Zug (Siemens) im Paris Gare de l’Est (v.l.). (Foto: commons.wikimedia.org)

München / Berlin – Die Pläne des Elektrokonzerns Siemens für ein mögliches Angebot zur Übernahme des französischen Rivalen Alstom sind einem Zeitungsbericht zufolge kartellrechtlich heikel. Ein solcher Deal dürfte auf Bedenken der EU-Kommission stossen und sei womöglich nicht genehmigungsfähig, schreibt die «Bild am Sonntag» (Ausgabe vom Donnerstag) unter Berufung auf ein internes Industrie-Gutachten, das dem Blatt vorliegt. Grund dafür sei ein zu hoher Marktanteil bei der Bahntechnik in Europa, falls beide Konzerne ihr Bahngeschäft in einem Gemeinschaftsunternehmen zusammenschliessen sollten.

Bei der Herstellung von Hochgeschwindigkeitszügen könnte so ein Monopolist mit erheblicher Macht bei der Preissetzung entstehen. Die Siemens-Zugsparte ist vor allem für den ICE bekannt, Alstom für den französischen TGV. Im Fall einer Übernahme betrüge der Marktanteil der potenziellen Partner in diesem Segment mehr als 60 Prozent.

Dämpfer für Siemens im Übernahmepoker
Siemens hatte im Übernahmepoker um Alstom zuletzt einen Dämpfer hinnehmen müssen. Der Alstom-Verwaltungsrat hatte den Aktionären am Mittwoch ein bindendes Angebot des US-Konkurrenten General Electric (GE) empfohlen. Die Amerikaner wollen für die Energietechnik-Sparte von Alstom mehr als 12 Milliarden Euro zahlen. Siemens hatte bislang nur ein eigenes Angebot angekündigt und will zunächst Einblick in die Bücher der Franzosen nehmen. Die Bahntechnik-Sparte von Alstom wäre von einem Geschäft mit GE nicht betroffen. (awp/mc/ps)

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