Siemens profitiert von Grossaufträgen

Joe Kaeser
Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender Siemens AG. (Foto: Siemens)

Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender Siemens AG. (Foto: Siemens)

München – Grossaufträge halten den Elektrokonzern Siemens auf Kurs zu seinen Zielen. «Trotz anhaltender Herausforderungen im Markumfeld werden wir unser profitables Wachstum konsequent fortsetzen», kündigte Konzernchef Joe Kaeser am Mittwoch in München an. Dabei helfe auch das milliardenschwere Sparprogramm, mit dem man etwas schneller vorankomme als bisher erwartet. In gewinnträchtigen Geschäftsfeldern wie der Sparte «Digitale Fabrik» könnte die für das zweite Halbjahr erhoffte Belebung allerdings weitgehend ausbleiben. Hier bekommt Siemens etwa die Nachfrageschwäche aus China zu spüren.

Den Ausblick für das Gesamtjahr bekräftigte Kaeser dennoch. Siemens will 2015/16 (30. September) mindestens 5,3 Milliarden Euro an Gewinn einfahren. Im industriellen Geschäft sollen 10 bis 11 Prozent vom Umsatz übrig bleiben. Am Morgen legte die im Dax notierte Aktie um 1,5 Prozent zu. Mit diesem Anstieg steht jetzt auch im bisherigen Jahresverlauf ein Plus auf dem Kurszettel. Siemens ist damit seit Jahresende einer von sechs Gewinnern im deutschen Leitindex.

Operatives Ergebnis legt deutlich zu
Im zweiten Geschäftsquartal legte der Bestelleingang dank Aufträgen für Kraftwerke in Ägypten sowie für einen Offshore-Windpark in Grossbritannien um sieben Prozent auf 22,3 Milliarden Euro zu. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 19 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte um 28 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro zu. Damit übertraf der Konzern bei dieser für Analysten wichtigen Kenngrösse die Erwartungen der Experten.

Nach Steuern sackte der Gewinn zwar von 3,9 auf 1,5 Milliarden Euro ab, doch hatten im Vorjahr rund 3 Milliarden Euro an Veräusserungsgewinnen aus dem Verkauf der Hörgerätesparte und der Anteile am Hausgeräte-Hersteller BSH das Ergebnis zusätzlich aufgepolstert.

Ölpreise belasten
Grossbestellungen für Gas- und Dampfkraftwerke in Ägypten trieben vor allem die Stromerzeugungs-Sparte an, deren Auftragseingang sich nahezu verdoppelte. Hinzu kamen langfristige Fertigungs- und Dienstleistungsverträge im Iran, die nach dem Wegfall beziehungsweise der Lockerung der Wirtschaftssanktionen wieder in die Bücher genommen wurden.

Dagegen hakt es weiter in der Sparte Prozessindustrie und Antriebe. Hier machen die niedrigen Ölpreise und eine Nachfrageflaute Siemens zu schaffen. Das Unternehmen hatte deshalb den Abbau und die Verlagerung von insgesamt rund 2500 Jobs in der Sparte angekündigt, davon rund 2000 in Deutschland. (awp/mc/upd/ps)

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