Siemens-Tochter Osram baut tausende Stellen ab

Wolfgang Dehen

Wolfgang Dehen, Vorstandsvorsitzender Osram.

München – Osram streicht nach einem massiven Jobabbau in Deutschland auch im Ausland tausende Stellen. Weltweit will die Siemens-Lichttochter wenige Monate vor ihrer Abspaltung vom Mutterkonzern rund 4’300 Stellen einsparen, wie Osram am Freitag in München bekanntgab. Auch in Deutschland sollen noch einmal 400 Jobs zusätzlich wegfallen, betroffen sind vor allem die Standorte Berlin, Wipperfürth und München. «Wir gehen konsequent den Weg des Firmenumbaus und schreiten dabei in das digitale Lichtzeitalter voran», sagte Osram-Chef Wolfgang Dehen der Mitteilung zufolge.

Osram will die Kosten insgesamt um eine Milliarde Euro einsparen und Werke verkaufen. Der grundlegende Wandel auf dem Lichtmarkt – etwa zur hin LED-Technik macht dem traditionsreichen Unternehmen seit langem zu schaffen. Anfang des Jahres hatte der Konzern bereits in Deutschland jede zehnte Stelle gestrichen und einen «deutlichen Anpassungsbedarf» an den Standorten weltweit angekündigt. Am Ende wird fast jede fünfte Stelle weggefallen sein.

Abspaltung im Januar geplant
Die Hälfte der Einsparungen soll der Einkauf beitragen, den Stellenabbau und Umbau will sich das Unternehmen einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag kosten lassen. Siemens wollte die Tochter ursprünglich mit einem klassischen Börsengang abspalten, entschloss sich wegen der unsicheren Lage an den Finanzmärkten aber für ein sogenanntes Spin-off. Nach einem Ja der Hauptversammlung am 23. Januar sollen Aktionäre je zehn Siemens-Aktien eine Osram-Aktie erhalten. Das Papier soll dann an der Börse gehandelt werden.

LED-Preise sinken
Eigentlich wird dem weltweiten Lichtmarkt angesichts des Trends zum Energiesparen und der wachsenden Nachfrage ein enormes Potenzial vorhergesagt. Allerdings kostet die Entwicklung neuer Technik und der Umbau auf dem Weg dorthin zunächst viel Geld – und der Markt ist umkämpft. Der harte Wettbewerb drückt angesichts starker asiatischer Rivalen auch die Preise. In Industriekreisen heisst es, dass bei LEDs die Preise zuletzt um 20 Prozent nachgaben.

Osram betonte, für die neuen Technologien auch neue Jobs geschaffen zu haben und weiter schaffen zu wollen. Doch mit LEDs lässt sich weniger Geld verdienen. «Daher kann der Stellenaufbau in den Zukunftsfeldern die Anpassungen im traditionellen Bereich leider nur teilweise kompensieren», sagte Dehen. Der Konzern hatte im Januar angekündigt in Deutschland bis 2014 auf jede zehnte Stelle zu verzichten. Anstelle von 1.050 Mitarbeitern wird es hierzulande nun knapp 1.500 Beschäftigte treffen.

Zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres arbeiteten insgesamt rund 39.000 Menschen für Osram, davon 10 000 in Deutschland. Von den weltweit 40 Standorten befinden sich acht in Deutschland, der grösste mit rund 1.900 Beschäftigten in Regensburg. Osram machte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 5,4 Milliarden Euro. (awp/mc/ps)

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