VW will für E-Auto Trinity neues Werk bauen

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(Foto: Volkswagen AG)

Wolfsburg – Für sein grundlegend neues Elektromodell Trinity will Volkswagen in der Nähe des Stammsitzes in Wolfsburg ein separates Werk errichten. Das Auto soll 2026 auf den Markt kommen. Das am Dienstagabend angekündigte Vorhaben gilt als einer der entscheidenden Punkte in der Investitionsstrategie für die kommenden fünf Jahre. Der Aufsichtsrat muss der neuen Produktionsstätte noch zustimmen.

Kernmarkenchef Ralf Brandstätter sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstag), auf dem Wolfsburger Werksgelände gebe es keine grossen ungenutzten Flächen. Trinity werde ein Auto neuen Typs mit wenigen Varianten und einer schlanken Produktion. «Die nötigen Umbaumassnahmen könnten wir in der vorhandenen Struktur bei laufendem Betrieb nur mit kostenintensiven Massnahmen realisieren. Deshalb halten wir eine neue Fabrik im Umland für die beste, weil wirtschaftlichste Lösung», erläuterte der VW-Manager.

Bei Trinity handelt es sich um ein komplett neu konzipiertes Fahrzeugsystem, in dem dann die modernsten E-Antriebe sowie weitgehend selbst programmierte Software, eigene Vernetzung und Technologien des autonomen Fahrens von VW zum Einsatz kommen sollen. Dazu verwendet die Hauptmarke eine weiterentwickelte Plattform namens SSP, auf die auch Töchter zugreifen können.

Auf dieser technischen Basis sollen insgesamt mehr als 40 Millionen Wagen entstehen. Das grösste deutsche Unternehmen will damit vor allem den US-Rivalen Tesla angreifen, der schon jetzt kurz vor dem Start seiner neuen «Gigafabrik» in Grünheide bei Berlin steht.

Golf- und Tiguan-Bau im Stammwerk
Im Stammwerk in Wolfsburg würden weiter Autos gebaut. «In den nächsten Jahren werden das vor allem Golf und Tiguan sein», sagte Brandstätter. Auf zwei Linien würden weiterhin Verbrenner gefertigt. Auf den frei gewordenen Flächen wolle man eine weitere Trinity-Variante produzieren.

Der Betriebsrat hatte zuletzt kritisiert, dass Konzernchef Herbert Diess keine hinreichende Strategie für eine stärkere Auslastung Wolfsburgs habe – zumal in der anhaltenden Chip-Lieferkrise, die Zehntausende Menschen teils über Monate in Kurzarbeit hält. Zudem forderte die Belegschaftsvertretung mindestens ein weiteres E-Modell für die Zentrale ab etwa 2024. Diese Frage sei noch nicht entschieden, sagte Brandstätter dem RND. «Darüber reden wir gerade, aber klar ist: es muss wirtschaftlich Sinn ergeben.»

Zum neuen Trinity-Werk hatte VW mitgeteilt: «Entstehen soll die neue Fabrik auf der grünen Wiese ausserhalb des Werkzauns.» In Frage kämen «dafür verschiedene Standorte im nahen Umland von Wolfsburg.» Die Errichtung der Produktionsstätte könnte nach Schätzungen aus Konzernkreisen mindestens einige hundert Millionen Euro kosten. (awp/mc/pg)

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