Accenture Studie: Grosse Unzufriedenheit mit der Navigation von Inhalten auf Video-Streaming-Plattformen

Accenture Studie: Grosse Unzufriedenheit mit der Navigation von Inhalten auf Video-Streaming-Plattformen
Stephan Schneider, Communication, Media & Technology Industry Lead bei Accenture Schweiz. (Foto: Accenture)

Zürich – Drei von fünf Abonnentinnen und Abonnenten verschiedener Streaming-Anbieter sind mit ihrem Nutzungserlebnis unzufrieden und rund 44 Prozent der Befragten weltweit geben an, dass sie länger als sechs Minuten nach einem Film oder einer Serie suchen. Zu diesem Ergebnis kommt das Beratungsunternehmen Accenture in der aktuellen Studie „Streaming’s Next Act: Aggregators to play a starring role in making consumers happier”.

Im Rahmen der Studie wurden weltweit 6.000 Konsumentinnen und Konsumenten zu ihren Wünschen, Erwartungen und Gewohnheiten beim Streaming von Videoinhalten befragt. Konsument:innen stören sich unter anderem am zeitlichen Aufwand, für sie ansprechende Inhalte zu finden. Zudem gehen Konsument:innen davon aus, dass durchschnittlich 60 Prozent der angebotenen Inhalte für sie nicht relevant sind. Mehr als die Hälfte der Nutzer:innen (56 %) weltweit wünschen sich, dass sie ihr Abonnement eines Anbieters auch unkompliziert für interessante Inhalte bei anderen Streaming-Plattformen nutzen können.

«Die Umfrage zeigt, dass das Video-Streaming für viele Konsumentinnen und Konsumenten unübersichtlich, unkomfortabel und teuer geworden ist», erklärt Stephan Schneider, Communication, Media & Technology Industry Lead bei Accenture Schweiz. «Im Schweizer Streaming Markt treiben zusätzlich lokale und globale Anbieter zu einer Zersplitterung des Angebots bei. Dadurch werden Konsument:innen in der Schweiz stärker dazu gezwungen, mehrere unterschiedliche Abonnemente abzuschliessen, um ein auf Sie zugeschnittenes Angebot zu erhalten.»

Laut Studie sind den Abonnentinnen und Abonnenten die Inhalte der Streaming-Dienste zwar wichtig, sie empfinden die Navigation durch die wachsende Zahl von Anbietern jedoch als frustrierend. Um dem entgegenzuwirken, könnten Content-Aggregatoren den Zugang zu Streaming-Diensten durch eine Anwendungssoftware, Services und gemeinsame Datennutzung vereinheitlichen. Die Nutzung einer einzigen Plattform mit ausgewählten Inhalten ermöglicht den Konsument:innen mehr Flexibilität und einen höheren Grad an Personalisierung, da sie genau die Inhalte auswählen können, die sie interessieren.

«Die Konsumentinnen und Konsumenten haben keine eindeutige Präferenz zugunsten eines bestimmten Unternehmens geäussert», stellt Schneider fest. «Nutzerinnen und Nutzer erwarten Innovationen und Verbesserungen beim Nutzungserlebnis. Sie suchen nach einem Dienst, der ihnen die Inhalte so bereitstellt, dass ihr Alltag bequemer und das Streamingerlebnis noch besser wird.»

Um die Kundenzufriedenheit zu steigern, empfehlen die Autorinnen und Autoren der Studie folgende Massnahmen für Unternehmen im Bereich der On-Demand-Unterhaltung – das schliesst sowohl Video als auch Musik, Podcasts und Spiele mit ein:

  • Welche Strategie verfolgen Unternehmen in einer integrierten Welt? Sie sollten in einem ersten Schritt festlegen, ob sie eine integrierende oder eine integrierte Rolle einnehmen wollen. So können Unternehmen entweder selbst Vertriebsvereinbarungen treffen, um Anbieter von Subscription-Video-on-Demand (SVOD), sprich ein Abomodell, sowie Advertising-Video-on-Demand (AVOD), also werbefinanziertes Streaming, unter ein Dach zu bringen oder mit einem Unternehmen zusammenarbeiten, das eine Führungsrolle als Aggregator anstrebt.
  • Die Planung eines dezentralen Datenmodells: Streamingdienste sollten in Datenschutz investieren und dieses Engagement auch an ihre Konsumentinnen und Konsumenten kommunizieren. Durch klare Datenschutzregelungen können sich Nutzer:innen sicher sein, dass ihre Daten auch im Falle einer Weitergabe geschützt bleiben.
  • Eine mögliche Expansion: Unternehmen sollten neben den SVOD- und AVOD-Diensten auch Angebote für Musik, Podcasts und E-Books sowie Videospiele, Smart-Home-Systeme, Lebensmittellieferdienste und vieles mehr in Betracht ziehen.
  • Offen für Experimente: Unternehmen, die datengestützte Experimente in den Mittelpunkt ihrer Arbeitsweise stellen, sind eher in der Lage, sich veränderten Präferenzen der Konsument:innen anzupassen.

Die gesamte Studie können Sie hier einsehen. (Accenture/mc/ps)

Über die Studie
Die Studie beleuchtet Wünsche, Erwartungen und Gewohnheiten beim Streaming von Videoinhalten von weltweit 6.000 Konsumentinnen und Konsumenten. Accenture hat die Online-Befragung in der Altersgruppe 18 Jahre und älter in 11 Ländern (Brasilien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Indien, Japan, Südafrika, Spanien, Grossbritannien und den USA) durchgeführt. Die Ergebnisse geben Aufschluss über signifikante Veränderungen im bestehenden Direct-to-Consumer (D2C) Medienumfeld. Ausserdem liefern sie Unternehmen aus dem gesamten Medienspektrum Empfehlungen, wie sie ihr Modell anpassen können, um bei den Konsument:innen erfolgreicher zu sein. Die Erhebungen wurden zwischen Oktober und November 2021 durchgeführt.
Accenture und seine Ökosystem-Partnerunternehmen folgen bei Untersuchungen hohen ethischen und verantwortungsvollen Standards. Sämtliche Angaben der Befragten erfolgen auf freiwilliger Basis, einschliesslich Angaben zu ihrer Identität. Alle persönlichen Informationen im Datensatz sind anonymisiert und die Ergebnisse werden zusammengefasst. Accenture hat sich verpflichtet, die erhobenen Daten nicht zur persönlichen Identifizierung von Befragten und/oder zur Kontaktaufnahme zu verwenden.

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