AMS Osram bittet noch um etwas Geduld

AMS Osram bittet noch um etwas Geduld
Alexander Everke, CEO AMS Osram. (Foto: AMS)

Unterpremstätten – Laut dem Technologiekonzern AMS Osram ist die Fusion der beiden Firmen auf Kurs. Gleichwohl wird 2022 ein weiteres Jahr «mit einem gewissen Übergangscharakter».

Er sei sehr zufrieden mit den Fortschritten der Osram-Integration, sagte AMS-Osram-CEO Alexander Everke am Dienstag. Es dauere aber offensichtlich länger, als viele Investoren erwartet hätten, räumte er mit Blick auf die Aktienkursentwicklung ein. Zwei «so komplexe Unternehmen» zusammenzuführen, brauche aber nun mal Zeit. Er erinnerte daran, dass die eigentliche Übernahme erst vor elf Monaten über die Bühne gegangen sei.

AMS Osram will aber noch im laufenden «Übergangsjahr» die Grundlage für profitables Wachstum legen. Dazu zählen auch weitere Veräusserungen. «Wir haben bis jetzt einen Umsatz von rund 300 Millionen Dollar verkauft, nun kommen noch einmal Verkäufe mit einem Umsatzvolumen von rund 370 Millionen dazu», sagte CFO Ingo Bank. Um welche Bereiche es sich genau handelt, liess er offen. Bekannt ist, dass sich das Unternehmen insbesondere von margenschwachen Osram-Bereichen trennen will.

Kosten noch zu hoch
Laut CFO Bank wird mittelfristig angepeilt, eine bereinigte EBIT-Marge von über 20 Prozent zu erreichen. Davon ist die Gesellschaft noch meilenweit entfernt. So wird zum Beispiel für das laufende Startquartal eine solche von 8 bis 11 Prozent angestrebt.

Helfen sollen Synergien. So sind laut dem Finanzchef die Vertriebs- und Verwaltungskosten noch viel zu hoch. Denn diese lagen im letzten Jahr bei 13 Prozent des Umsatzes. Das Ziel sei ein Wert von 7 bis 9 Prozent.

Lieferkettenprobleme
Der Vergleich mit dem Vorjahr ergibt derweil beim österreichischen Unternehmen, das an der Schweizer Börse kotiert ist, wegen der Übernahme und der Teilverkäufe wenig Sinn. Zudem hat die Gesellschaft einen mutmasslich Grossauftrag von Apple für iPhones verloren. Und die Firma kämpft wie viele andere mit den Folgen der Lieferkettenengpässen.

Dies alles führte im Schlussquartal 2021 zu einem Umsatz- und Margenrückgang. Im Gesamtjahr erzielte der Konzern einen Umsatz von 5,78 Milliarden US-Dollar. Unter dem Strich verdiente er in der bereinigten Sichtweise (etwa um Fusionskosten) 313 Millionen, unbereinigt resultierte ein kleiner Verlust von 37 Millionen.

Im Schlussquartal habe sich das Halbleiter-Automobilgeschäft (LED-Beleuchtung am Fahrzeug und im Innenraum) «vor dem Hintergrund anhaltender Ungleichgewichte in der Lieferkette sowie Produktionsverringerungen» gut entwickelt, sagte CEO Everke. Das restliche Geschäft habe im Rahmen der Erwartungen abgeschnitten.

Er gehe davon aus, dass die Folgen der Lieferketten-Engpässe in der Automobilindustrie «noch für einen erheblichen Zeitraum» in diesem Jahr zu spüren sein werden. Man sei jedoch bereit, eine steigende Kundennachfrage zu bedienen, sobald diese Engpässe behoben seien. Im Ausblick auf das laufende Starquartal peilt das Unternehmen trotzdem einen Umsatz von 1,19 bis 1,29 Milliarden Euro (neue Berichtswährung ab 2022) an.

An der Börse kamen die News am Berichtstag gut an. Bis Handelsschluss legen die Papiere von AMS Osram am Dienstag um über 9 Prozent zu. (awp/mc/ps)

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