Ausweis.io: Smart Zutritt mit Handy – eine Technologie erobert die Welt

Ausweis.io: Smart Zutritt mit Handy – eine Technologie erobert die Welt
Eugen von Rubinberg, Chairman und CEO Rubinberg AG. (Foto: zvg)

Im Zeitalter der Mobiltechnologie lebt fast kein Mensch mehr ohne Smartphone. Die neue Generation der Smartphones sind kleine tragbare Computer und ersetzen viele andere Geräte unseres täglichen Lebens. Aus diesem Grunde fragten sich die Hersteller intelligenter Zutrittssysteme, warum man eigentlich noch Schlüssel braucht, wenn auch ein Smartphone Zugang zu jeder Tür bieten kann.

Eine neue Technologie, die die Welt erobern wird.. Der Schlüssel könnte schon sehr bald Geschichte sein und das ein solcher Vorgang sehr schnell gehen kann, zeigt beispielsweise der rasante Niedergang des MP3-Players. Das Handy könnte schon sehr bald den Schlüssel ersetzen, dabei aber ähnlich einfach und sicher Zutritt mit nur einer einzigen Anwendung ermöglichen.

Was ist Smart Lock und wie ist es entstanden?
Seit Menschen Wohneigentum besitzen, stehen sie vor dem Problem, ihre Häuser bzw. den Zutritt zu ihnen so sicher und einfach wie möglich zu gestalten. Die Lösung fand man schon vor Jahrhunderten in der Erfindung des Schlüssels. Nur leider hat sich diese Technologie seitdem nur marginal entwickelt. Erst in den 60er Jahren entwickelte man erste elektronische Zugangssysteme.

Der Auslöser für die Entwicklung dieser Systeme waren einheitliche Zugangsmöglichkeiten für Mitarbeiter in Bürogebäuden, ohne dass jeder einen grossen Schlüsselbund mit sich tragen muss. Zudem gab es auch eine wachsende Notwendigkeit, Zutrittszonen zu unterscheiden und sie schnell zu verwalten. Man wollte das ein in sich geschlossenes, komfortables und verständliches Ökosystem schaffen.

So sind die ersten Codeschlösser, Magnetstreifenkarten, Touch Memory Keys und kontaktlose Chipkarten entstanden. Diese Karten wurden mit Lesegeräten und Controllern ausgestattet, die Schlösser steuern. Noch vor 40 bis 50 Jahren, kosteten Zutrittskontrollsysteme (ACS) bis zu 5.000 -10.000 USD pro Eintrag. Heute sind diese nicht nur billiger, sondern auch um einiges praktischer, schneller und sicherer.

Hersteller von Zutrittskontrollsystemen wie Assa Abloy, Salto, HID Global, Honeywell, Bosch Sicherheitssysteme, Kaba oder Tyco boten umfassende Lösungen, die Überwachung und Fernverwaltung ermöglichen, Berichte generierten und verschiedene Zugriffsmodi verwendeten. Diese Systeme konzentrierten sich aber hauptsächlich auf Büros und öffentliche Gebäude. Genau hier hörte die Entwicklung aber nicht auf. Der nächste logische Schritt war die Einführung von Smart Technologie für den Haus-gebrauch. Die steigende Popularität von Smart Home und Internet of Things – Technologien, liess nur den einzig richtigen Schritt zu: Die Entwicklung des intelligenten Türschloss’ bzw. Smart Locks.

Die meisten Smart Loks sind in handelsübliche Schlösser installiert, benutzen einer Bluetooth Verbindung, und lassen den Nutzer die Tür über das Handy öffnen.

Zu den Marktführern gehören Unternehmen wie August, Kwikset, Schlage, Sesame, Yale, Latch. Zurzeit ist der Markt für Smart Locks in den USA am grössten, doch der Markt wird in Europa immer grösser.

Mobiler Zutritt: Technologie im Trend
Zutrittskontrolle mit einem Smartphone und ACAAs (Zutrittskontrolle als Dienstleistung) gehören nachweislich zu den angesagtesten Technologien im Jahr 2018.

Der Markt für Smart Locks wächst rasant und hat grosses Potenzial. Der Markt wird jetzt auf $1,28 Milliarden geschätzt. In den nächsten 6 Jahren erwartet man fast ein zwanzigfaches Wachstum. Der Markt für Zutrittskontrollsysteme wird bis 2023 voraus-sichtlich $10 Milliarden erreichen, während die Zahl der Smartphones in den nächsten zwei Jahren auf sechs Milliarden Geräte wachsen wird.

Crunchbase schreibt, dass Venture Investoren im Jahr 2017 mehr als 200 Million USD in Unternehmen, die Lösungen für Schloss- und Zutrittsmärkte entwickeln, investiert haben. Der Trend wird auch durch die Tatsachen bestätigt, dass der Hersteller von Smart Locks August Home von Assa Abloy, einem der Zutrittssystemmarktführer, gekauft (der Betrag ist nicht genannt), wurde und der Hersteller von Smart Türklingeln Ring von Amazon für eine Milliarde USD gekauft wurde. Amazon möchte die Ring-Produkte in seine Heimsicherheitskameras integrieren.

Schwachstellen von intelligenten Systemen
Sowohl Zutrittskontrollsysteme als auch Smart Locks, haben Stärken und Schwächen. Die Vorteile von integrierten Zutrittssystemen, die hauptsächlich in Büros oder grossen Einrichtungen verwendet werden, sind ein ziemlich hohes Mass an Sicherheit und eine breite Palette an Verwaltungs- und Kontrollmöglichkeiten. Diese Lösungen sind jedoch teuer und verfügen über kein freundliches Interface und Benutzerfreundlichkeit.

Die Verwendung von Smart Locks bringt dem Nutzer neben gehobener Ästhetik auch einen guten Preis, welcher um einiges niedriger ist als der von Bürolösungen. Jedoch halten diese in Sachen Funktionalität und Sicherheit nicht deren Niveau: die überwiegende Mehrheit der Bluetooth-Schlösser wird leicht durch das Abfangen von Daten gehackt. Weitere Nachteile sind die Unfähigkeit Zutritt aus der Ferne ohne zusätzliche Geräte (WiFi Bridge) und zeitlich exaktes Zugangstiming zu ermöglichen. Darüber hinaus kann man Smart Lock nur auf den üblichen Schlössern ansetzen. Das heisst, man kann Garagentore, Office-Systeme und die Eingangstür zu Hause nicht in einer Anwendung kombinieren, weil die zwei ersten Optionen am häufigsten mit elektrischer Verriegelungseinrichtung ausgestattet werden.

Smart und schön
Zurzeit erschienen auf dem Markt grundlegend neue Lösungen, die die Vorteile von Smart Locks und Zutrittskontrollsystemen kombinieren. So haben die Medien vor kurzem über eine neue Schweizer Lösung für den mobilen Zutritt Ausweis.io geschrieben. Diese Lösung wurde Anfang des Jahres auf der CES, der grössten Unterhaltungselektronikmesse der Welt, in Las Vegas vorgestellt.

Eugen von Rubinberg, Investor des Projektes, sagt, dass Ausweis.io Service die Fernsteuerung von jedem elektrischen Schloss mit einer komfortablen mobilen Anwendung ermöglicht. Man kann Eingänge öffnen, die virtuellen Schlüssel teilen und den Zutritt überall an der Welt kontrollieren. Diese Lösung vereint die Stärken von Smart Locks und Zutrittskontrollsystemen und hat dabei keines ihrer Nachteile: Ausweis.io verwendet die WiFi-Verbindung, öffnet das Schloss sofort, hat das höchste Mass an Sicherheit, kann sowohl Türen, Tore, Drehkreuze und Schranken kontrollieren. Und es ist komfortabel: Der Nutzer kann alle Eingaben mit einer bequemen Mobilanwendung oder über das Web verwalten.

Ausweis App + Device. (Bild: Ausweis.io)

Die Schweizer Firma Technologies Improving the World AG (TIW), die Ausweis.io entwickelt hat, schreibt, dass die Lösung sowohl für den privaten Gebrauch als auch für öffentliche Plätze, Parkplätze, Hotels, Geschäfte und Büros geeignet ist. In Büros ist die Anwendung dank der NFC-Technologie Integration besonders praktisch. Der Service funktioniert mit elektrischen und elektro-mechanischen Schlössern, deren Markt als stark wachsend einzustufen ist. Trotz der Tatsache, dass diese Geräte schon 77% des Markts für Zutrittssysteme gewonnen haben, haben die elektromechanischen Schlösser laut IHS-Forschung in den kommenden Jahren das grösste Entwicklungspotenzial.

Smart Zutritt ist eine relativ neue Technologie, hat aber ein beeindruckendes Potenzial. Es ist offensichtlich, dass die Zukunft universellen, bequemen und sicheren Zugangslösungen gehört, die das Leben der Menschen komfortabler machen, Logistik vereinfachen, Unternehmen Einsparungen ermöglichen und Investoren, die die Opportunitäten dieses Marktes sehen, aufhorchen lassen werden. Der Markt für smarte, mobile Zutrittssysteme ist jung und schnell wachsend und man sollte entsprechend auf ihn achten.

Es ist bemerkenswert, dass es in diesem schnell wachsenden Markt immer noch keinen Weltmarktführer gibt. Viele Experten denken, dass ein solches Produkt wie Ausweis.io eine grosse Chance hat, ein Flaggschiff zu werden und dementsprechend kann die Schweiz ihre Führungsposition in noch einem wichtigen Wirtschaftszweig festigen. (TIW/mc/ps)

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