KI hat einen riesigen Strombedarf, es gibt aber mehrere Faktoren zu berücksichtigen

KI hat einen riesigen Strombedarf, es gibt aber mehrere Faktoren zu berücksichtigen
(Bild: © Gina Sanders / AdobeStock)

Panama City – Künstliche Intelligenz (KI) gilt in vielen Bereichen schon heute als unverzichtbar. Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen setzen zunehmend auf die praktischen Helfer, um ihre Effizienz im Alltag zu steigern. Doch der KI-Boom der letzten Jahre hat auch ein weiteres wichtiges Thema offengelegt: den hohen Energiebedarf. Sorgen rund um die Nachhaltigkeit der Technologie sind mittlerweile in der Gesellschaft angekommen.

Es gibt aber auch Wege, wie KI sich nachhaltig nutzen lässt. Denn die praktische Technologie kann Menschen dabei helfen, Energie besser zu verwalten und Einsparpotenziale zu erkennen. Am Ende benötigt es also eine ganzheitliche Betrachtung.

Wie viel Energie benötigen KI-Helfer wirklich?

Der Stromverbrauch von KI ist auf den ersten Blick deutlich höher als beispielsweise bei einer klassischen Suchanfrage. So benötigt der beliebte Helfer ChatGPT 0,3 bis 2,9 Wattstunden pro Anfrage, während eine Google-Suche maximal 0,3 Wattstunden verbraucht. Im schlimmsten Fall ist demnach für eine einzige Anfrage zehnmal mehr Energie notwendig.

Doch dieses Szenario vernachlässigt einen wichtigen Faktor: Wie viele Anfragen muss ich stellen, bis ich eine Antwort erhalte? ChatGPT liefert ggf. sofort das gewünschte Ergebnis, während man sich bei Google durch unzählige Seiten klicken oder eine neue Suchanfrage starten muss. Das alles kommt ebenfalls mit zusätzlichem Strombedarf einher.

Andere Funktionen wie das Generieren von Bildern und Videos sind aber zweifelsfrei besonders energiehungrig. Aus diesem Grund werden die Kapazitäten hier speziell für Nutzer ohne Abo sehr klein gehalten. Am Ende hängt es aber vor allem von der Art der Nutzung und von den Alternativen ab, wie viel Strom KI tatsächlich (zusätzlich) benötigt.

Der Strombedarf von KI steigt weltweit rapide an

So gut wie alle Länder mit starker KI bauen derzeit ihre Kapazitäten aus, um den erhöhten Strombedarf decken zu können. Das hängt einerseits mit der steigenden Nutzung zusammen, andererseits werden viele KI-Dienste in bestehende Produkte integriert. Eine Google-Suche liefert heute nicht nur Ergebnisse, sondern oft noch eine KI-Zusammenfassung dazu.

Umweltschützer warnen schon heute, dass KI im Jahr 2030 elf Mal so viel Strom benötigen wird wie noch im Jahr 2023. Ein typisches Rechenzentrum benötigt heute rund 100 Megawatt jährlich. Künftige Rechenzentren, die auf KI ausgelegt sind, könnten bis zu 2.000 Megawatt verbrauchen. Die Klimaziele scheinen dadurch in Gefahr zu sein.

Im Moment investieren alle großen Konzerne in die Weiterentwicklung der KI-Fähigkeiten, während Energieeffizienz kaum an der Tagesordnung steht. Es gibt aber zumindest die Hoffnung, dass im Laufe der Kommerzialisierung das Thema Nachhaltigkeit an Bedeutung gewinnen wird. Ein sparsamer KI-Helfer ist nämlich deutlich profitabler.

Einige KI-Technologien können auch Energie sparen

Man darf bei dem Thema auf eine ganzheitliche Betrachtung nicht verzichten. Denn viele KI-Technologien können im Gegenzug auch Energie sparen. So kann in Zukunft das Batterie- und Energiemanagement deutlich verbessert werden, was Vorteile in allen Gesellschaftsbereichen mit sich bringt. Speziell im Smart Home bedeutet das eine höhere Effizienz.

Weitere Lösungen wie zum Beispiel ein Chrome-VPN steigern nicht nur die Sicherheit im Internet, sondern können dank cleverer KI auch Werbung immer besser herausfiltern und Schadsoftware blockieren. Das hilft wiederum dabei, Energie zu sparen und Akkulaufzeiten eines Laptops zu steigern. Weniger Verbrauch und Ladezyklen schonen die Umwelt.

Manche Experten sagen, dass KI der Energiewende grundsätzlich nicht entgegensteht, sondern sie sogar mittel- bis langfristig beschleunigen kann. Wichtig sind vor allem smarte Lösungen und steigende Energieeffizienz. Unternehmen können davon genauso profitieren wie private Haushalte. KI und Nachhaltigkeit gehen im Idealfall Hand in Hand.

Fazit: KI benötigt viel Strom, könnte aber in Zukunft zur Energieeffizienz beitragen

Kurzfristig gibt es eigentlich keine zwei Meinungen: KI wird sehr viel zusätzlichen Strombedarf generieren. Im Moment versuchen nämlich alle großen Konzerne, die Technologie so leistungsfähig wie möglich zu machen. Aber je cleverer die KI-Helfer werden, desto mehr können sie in Zukunft auch zum Thema Energieeffizienz beitragen.

Hier gibt es schon heute potenzielle Einsparpotenziale, so zum Beispiel durch besseres Energiemanagement im Smart Home oder durch kleine Einsparungen bei der alltäglichen Nutzung des Internets. (nv/mc/hfu)


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