Logitech steigert Umsatz und Gewinn im dritten Quartal markant

Darrell Bracken
Logitech-CEO Darrell Bracken. (Foto: Logitech)

Lausanne – Logitech hat sich im wichtigen Weihnachtsquartal deutlich besser geschlagen als erwartet. Im dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2016/17 (per Ende Dezember) stiegen Umsatz und Gewinn deutlich. Entsprechend erhöht das Management nun die Ziele für das Gesamtjahr.

«Das dritte Quartal übertraf unsere Erwartungen mit einem breiten Wachstum über alle Regionen und fast alle Produktkategorien», kommentierte CEO Bracken Darrell am Mittwoch die Zahlen. Er sieht dies als Beleg dafür, dass die Strategie des Herstellers von Computerzubehör und Unterhaltungselektronik funktioniert.

Konkret stieg der Umsatz um 7% auf 666,7 Mio USD. Die Retailverkäufe, was seit der Trennung vom OEM-Geschäft (Komponenten und Produkte für andere Markenhersteller) mittlerweile der einzige Verkaufskanal ist, legten gar um 12% (+13% in LW; organisch: +11%) zu. Bei den einzelnen Regionen schlugen sich Europa (+20% in LW) und Asien (+13% in LW) etwas besser als der grösste Absatzmarkt Amerika (+8% in LW).

Gaming und Lautsprecher begehrt
Bei den verschiedenen Produktkategorien stechen Gaming-Zubehör (+38%), die einfachen Videokonferenzsysteme (+37%) sowie die mobilen Lautsprecher (+25%) ins Auge. Mit mobilen Lautssprechern sei erstmals ein Quartalsumsatz von über 100 Mio USD erzielt worden, heisst es weiter.

Die traditionellen Produktkategorien PC-Mäuse und -Tastaturen, die noch immer rund 40% zum Umsatz beisteuern, trugen mit +2% und +8% ebenfalls zum Wachstum bei. Der Umsatz mit hochwertigen Computermäusen sei dabei zweistellig gewachsen, wird betont.

Auf der anderen Seite harzte einzig der Absatz von Tablet-Zubehör (-31%). «Das Minus verlief parallel zum Gesamtmarkt», sagte CEO Darrell gegenüber AWP. Strategisch blieben die Tablets für ihn wichtig, weil es viele Berührungspunkte zu den traditionellen Tastaturen gebe.

Bruttomarge auf Rekordniveau
Der Bruttogewinn nahm derweil um gut 18% auf 246,8 Mio USD zu und die entsprechende Marge kam bei 37,0% nach 33,6% zu liegen. Bei der bereinigten Bruttogewinnmarge (37,4%) sei ein Rekordwert in der 35-jährigen Firmengeschichte erreicht worden, so das Unternehmen weiter. Für das vierte Quartal stellt das Unternehmen jedoch – aus saisonalen Gründen – einen abnehmenden Wert in Aussicht. Auch am Mittelfristziel einer Marge zwischen 35 und 37% wird laut dem CEO trotz des guten Quartalwertes nichts geändert.

Der EBIT (non-GAAP) stieg derweil um 34% auf 99,1 Mio USD. Und unter dem Strich steht ein rund 50% höherer Reingewinn von 97,5 Mio USD. Das Unternehmen betont dabei die gute Kostenkontrolle.

Höhere Ziele
Für das Geschäftsjahr 2016/17 erhöht das Management nun die Ziele. Demnach soll das Retailgeschäft zu konstanten Währungen um 12% bis 13% (bisher: 8% bis 10%) wachsen und ein EBIT (non-GAAP) zwischen 225 und 230 Mio USD (bisher: 195-205 Mio) erreicht werden.

In den ersten beiden Quartalen des Geschäftsjahres hatte das Unternehmen bereits ein Wachstum in Lokalwährungen leicht oberhalb der 10%-Marke erzielt worden.

Insgesamt nahm der Umsatz in den ersten neun Monaten um 8% auf 1,71 Mrd USD zu und der EBIT (non-GAAP) um 29% auf 201,8 Mio USD; der Reingewinn erhöhte sich auf 166,5 Mio von 90,6 Mio USD.

Neues Mehrjahreshoch
Mit den ausgewiesenen Quartalszahlen hat Logitech nicht nur die eigenen Erwartungen, sondern auch die Prognosen der Analysten zum Teil massiv übertroffen. An der Börse gehörten Logitech am Mittwoch zu den Hauptgewinnern. Seit dem frühen Handel standen sie zweistellig im Plus. Zum Handelsende resultierte in einem festen Gesamtmarkt ein Kursgewinn von knapp 16%. Die Valoren hatten schon zuletzt einen guten Lauf und Anfang Jahr ein neues Mehrjahreshoch markiert. Dieses wurde nun noch einmal deutlich übertroffen.

Keine Sorgen macht sich das Management übrigens über mögliche Einschränkungen des Freihandels unter dem neuen US-Präsidenten Donald Trump. «Wir warten ab und schauen, was passiert», sagte Darrell. Das Unternehmen lässt in Asien produzieren und verkauft die Produkte unter anderem in den USA – was Trump bekanntlich ein Dorn im Auge ist. Darrell betonte jedoch, dass dies in der Branche alle so machten. «Vielleicht sind wir sogar etwas flexibler als andere», fügte er an. (awp/mc/upd/ps)

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