Umdenken in der Fotobranche durch Digitalisierung

Selfie
(Foto: Pixabay)

Die Fotoindustrie hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen grossen Wandel erlebt. Dazu gehörte beispielsweise die Ablösung der analogen durch die digitalen Kameras oder die wachsende Konkurrenz durch Smartphones. Nicht nur der Foto-Einzelhandel musste sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen, um überleben zu können.
Von der Entwicklung wurden auch renommierte Unternehmen wie Nikon erfasst, die im grossen Massstab umdenken mussten.

Foto-Einzelhandel muss umdenken
In den 1990er-Jahren erlebte die Fotografie einen regelrechten Boom. Mit der analogen Fotografie verdienten Fotoläden in gleich mehreren Bereichen, schliesslich kamen die Kunden nicht nur in das Fotogeschäft, um sich eine Kamera anzuschaffen, sondern auch um Filme zu kaufen und diese entwickeln zu lassen. Im besten Fall erwarben die Kunden im Laden ausserdem noch Bilderrahmen und Fotoalben.

Mit der Jahrtausendwende und im Zuge der Digitalisierung wurde plötzlich alles anders. Digitalkameras wurden nach und nach für fast jedermann erschwinglich. Die Kunden kamen höchstens noch ins Fotogeschäft, um sich eine Kamera zu kaufen, aber die Fotos mussten nicht mehr entwickelt werden. Den meisten Hobby-Fotografen reichte es aus, die Bilder auf dem PC abzuspeichern. Wer doch die Fotos in der Hand halten wollte, statt sie ausschliesslich auf dem Desktop zu betrachten, druckte sie zu Hause einfach selbst aus. Damit brach eine komplette Umsatz-Säule der Fotoindustrie weg.

Nur Foto-Einzelhändler, die hier flexibel auf die Änderungen in der Branche reagierten, konnten weiterhin mithalten. Einige Inhaber von Fotografiegeschäften weiteten daher ihr Geschäft auf das Internet aus, etwa auf Plattformen wie eBay oder Amazon. Seitdem bieten sie Fotokameras und Zubehör wie Akkus, Objektive und Stative nicht mehr nur im stationären Laden an, sondern verkaufen auch online.

Smartphones als Konkurrent zum Fotoapparat
Allerdings nimmt im Zeitalter der Smartphones auch die Nachfrage nach Digitalkameras und dem nötigen Zubehör ebenfalls ab. Laut der Jahresstatistik 2016 des Fotoportals Flickr stammen 48 Prozent der hochgeladenen Fotos vom Smartphone und nur noch 25 Prozent von der digitalen Spiegelreflexkamera, wie der Tagesanzeiger berichtet. Die Bildqualität sowie die Auflösung werden bei den Smartphones schliesslich von Generation zu Generation besser und können bereits mit denen digitaler Kompaktkameras mithalten.

Hinzu kommt, dass auch die Verwertung dank Apps immer einfacher wird. Nutzer können ihre Fotos direkt am Smartphone bearbeiten, mit Freunden teilen und in den sozialen Netzwerken wie Instagram hochladen. Weiterhin hat man die Möglichkeit, mit nur wenigen Klicks ausgewählte Fotos online entwickeln zu lassen oder direkt Geschenke wie ein Fotobuch, einen Foto-Kalender oder sogar eine Handyhülle mit dem Lieblingsmotiv erstellen zu lassen. Statt also die Fotos von der Digitalkamera auf den PC laden zu müssen, kann der Nutzer alles direkt vom mobilen Endgerät erledigen – praktisch, einfach und zeitsparend.

Das setzt selbst grossen Unternehmen wie Nikon zu. Laut giga.de gehen die Verkäufe der Kameras deutlich zurück. Zum 100. Geburtstag von Nikon steht ein Sanierungsprogramm auf dem Plan. Es sollen weniger Produkte angeboten werden, der Fokus soll stattdessen mehr auf Artikel im hochpreisigen Segment gerichtet werden. Ausserdem sollen zahlreiche Arbeitsplätze gestrichen und auch in der Forschung und im Marketing gespart werden. (fsb/mc/hfu)

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