CH-Schluss: Nullsummenspiel – Gewinne schmelzen am Nachmittag ab

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat zu Wochenschluss kaum verändert geschlossen. Die im Tagesverlauf eingefahrenen Gewinne schmolzen im späten Handel mit einer schwachen Wall Street wie Schnee an der Sonne. Tagesthema war der viel beachtete Arbeitsmarktbericht aus den USA. Die Daten fielen durchwachsen aus: Während die Wirtschaft im November wesentlich weniger Arbeitsplätze geschaffen hat als erwartet, ging die Arbeitslosigkeit überraschend deutlich weiter zurück. Zudem stiegen die Stundenlöhne schwächer als erwartet.

Für die US-Notenbank Fed gibt es vermutlich keinen Grund, vom unlängst angekündigten Plan abzurücken, die Anleihekäufe schneller zu beenden als ursprünglich geplant, erklärten Marktstrategen. Gleichzeitig halten sich die Coronasorgen hartnäckig. Zwar gebe es gewisse Anzeichen dafür, dass die Omikronvariante des Coronavirus weniger tödlich ist als ihre Vorgänger, sagten Händler. Doch in vielen Ländern wurden die Pandemiemassnahmen wieder verschärft. Zuletzt wurde die Schweiz vor der deutschen Regierung zu einem Corona-Hochrisikogebiet erklärt.

Der Swiss Market Index (SMI) ist am Freitag 0,01 Prozent tiefer auf 12’175,77 Punkten aus dem Handel gegangen. Auf Wochensicht büsste der Leitindex 0,2 Prozent ein. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, büsste 0,21 Prozent auf 1961,37 und der breite SPI 0,13 Prozent auf 15’540,56 Zähler ein. Bei den Blue Chips dominierten die Verlierer im Verhältnis zwei zu eins.

Unter Druck standen am Berichtstag Vifor Pharma (-4,6%). Nach dem spekulativ bedingten Anstieg vom Vortag sei es zu Gewinnmitnahmen gekommen, hiess es am Markt. Am Donnerstag hatten Medienberichte über eine mögliche Übernahme durch den australischen Konzern CSL den Kurs um 21 Prozent steigen lassen. Viele Marktteilnehmer beurteilten eine solche Transaktion als wenig wahrscheinlich, sagte ein Händler. Denn es gebe zu wenig Synergien.

Unter Abgaben litten auch Swatch (-3,1%), denen die Coronasorgen wieder etwas stärker zusetzten. Im Einklang mit den US-Technologiewerten übten sich die Anleger beim Coronaprofiteur Logitech (-2,2%) nach den jüngsten Gewinnen in Zurückhaltung. AMS (-2,1%) litten zudem weiter unter Berichten, wonach Apple über eine nachlassende Nachfrage nach dem neuesten iPhone-Modell berichtet habe.

Gewinne verbuchten die Aktien des Pharmazulieferers Lonza (+0,3%). Swiss Life rückten gar um 1,5 Prozent vor. Der Lebensversicherer startet am Montag das jüngst angekündigte Aktienrückkaufprogramm über maximal eine Milliarde Franken. Zudem hat UBS das Kursziel erhöht. Swiss Re stiegen um 0,6 Prozent.

Aber auch zyklische Papiere wie ABB (+0,2%) oder die defensiven Givaudan (+0,6%) und Nestlé (+0,9%) wurden in die Depots geholt. Gleiches galt für Medtech-Aktien von Alcon (+0,3%).

Roche und Novartis bewegten sich dagegen jeweils um 0,3 Prozent nach unten. Der am Vortag abgehaltene Novartis-Investorenanlass hat laut Händlern keine neuen Kaufimpulse gegeben.

Leichter schlossen auch die Grossbanken: UBS büssten 0,8 Prozent und Credit Suisse 0,6 Prozent ein.

Am breiten Markt fielen Meyer Burger um 9,9 Prozent. Der Solartechniker muss wegen vieler coronabedingter Ausfälle von Mitarbeitenden eine von zwei Produktionsstrassen in Sachsen vorübergehend schliessen.

Die zunehmenden Einschränkungen des täglichen Lebens machten sich auch bei den «üblichen Verdächtigen» bemerkbar: Dufry (-4,8%), Flughafen Zürich (-0,5%), Jungfraubahnen (-2,2%) und Titlisbahnen (-0,7%) wurden allesamt verkauft. (awp/mc/pg)

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