CH-Schluss: Freundlicher Wochenstart trotz Corona-Sorgen

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag solide im Plus geschlossen. Der Leitindex SMI war im frühen Handel zwar deutlich ins Minus gerutscht, vermochte die Verluste jedoch recht schnell abzuschütteln und schloss in der Nähe des Tageshochs. Anfängliche Ängste vor einer „zweiten Welle“ seien im Verlauf des Tages weltweit in den Hintergrund gerückt, meinten Händler. Dem Schweizer Markt habe ausserdem seine defensive Ausrichtung geholfen.

Andere Handelsplätze schafften es dagegen wegen der neuerlichen Corona-Sorgen nicht ins Plus. Unmittelbarer Auslöser für die Ängste waren der Virus-Ausbruch auf einem Grossmarkt in Peking sowie eine ungünstige Entwicklung der Fallzahlen in den USA. Dies wecke Befürchtungen vor neuerlichen Lockdowns – in China und anderswo. Viele Länder könnten sich zusätzliche Massnahmen zur Krisenbekämpfung aber kaum mehr leisten, meinten Marktteilnehmer. „Die ‚zweite Welle‘ bleibt das zentrale Prognoserisiko für die nächsten Monate“, fasste ein Analyst die Stimmung zusammen.

Der SMI schloss 0,47 Prozent höher bei 9’842,56 Punkten. Im frühen Handel war der Leitindex bis auf 9’633 Zähler gefallen und hatte somit vorübergehend um fast 1,7 Prozent nachgegeben. Der gekappte SLI zog derweil um 0,42 Prozent auf 1’468,54 und der breite SPI um 0,45 Prozent 12’179,11 Punkte an. 18 der 30 SLI-Werte schlossen im Plus.

Die deutlichsten Gewinne bei den Blue Chips verbuchten Lonza (+2,6%). Händler berichteten von Kaufinteressen aus dem angloamerikanischen Raum und verwiesen auf ermutigende Berichte zum Covid-19-Impfstoff des US-Partnerunternehmens Moderna. Seit Freitag ist bekannt, dass Moderna der erste US-Anbieter ist, der seinen Impfstoff am Menschen testen darf. Mit einem Kursplus von fast 35 Prozent führen die Aktien von Lonza die diesjährige SLI-Gewinnerliste mit grossem Vorsprung an.

Dahinter zogen zum Wochenstart die stets volatilen AMS (+2,4%) sowie Sika (+2,2%) am stärksten an. Gewinne von über 1 Prozent zeigten ausserdem noch Swiss Re und Logitech.

Gestützt wurde der Markt aber vor allem von den beiden Pharma-Schwergewichten Roche und Novartis, die sich um je 0,7 Prozent verteuerten. Auch das dritte Schwergewicht Nestlé (+0,3%) reihte sich bei den Gewinnern ein. Die defensiven Qualitäten der Top 3 seien wegen der neuerlichen Corona-Unsicherheit gefragt gewesen und erklärten das relativ positive Abschneiden des Schweizer Marktes, hiess es von Händlern. Novartis erhielt zusätzlich Rückenwind von einer Kaufempfehlung der Citigroup. Roche veröffentlichte derweil positive Studienergebnisse zu zwei Medikamenten (Risdiplam und Venclexta).

Auf der anderen Seite bekamen die beiden Luxusgüteraktien Richemont und Swatch die negativen Corona-News aus China zu spüren. Sie bildeten mit Einbussen von 1,4 und 1,0 Prozent die Schlusslichter bei den Blue Chips.

Mühe hatten ausserdem diverse Finanztitel. So zählten die Aktien von CS, UBS und Julius Bär mit Abgaben zwischen 0,2 und 0,6 Prozent zu den Verlierern.

Klar abwärts ging es ausserdem mit Alcon (-0,7%) und Kühne+Nagel (-0,9%).

Am breiten Markt zog Sensirion die Blicke auf sich. Die Aktien des Sensorenherstellers sprangen um fast 23 Prozent an, nachdem die Gesellschaft den Ausblick für das Geschäftsjahr 2020 angehoben hatte.

Deutlich aufwärts ging es auch mit den Papieren von Zur Rose (+4,3%), die damit auf ein Jahreshoch stiegen. Walter Oberhänsli, CEO der Versandapotheke, hatte sich am Samstag in einem Interview mit der „Finanz+Wirtschaft“ zuversichtlich gezeigt, dass sich die Corona-Krise als positiver Katalysator für den E-Commerce mit Medikamenten erweisen wird.

Die Aktien des Immobilienentwicklers und Hotelbetreibers Orascom DH (-2,2%) gaben derweil nach der Publikation von Zahlen nach, obwohl diese etwas besser als befürchtet ausfielen.

Deutlich abwärts ging es ausserdem mit Adval Tech (-16%) und Leclanché (-8,7%). (awp/mc/pg)

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