CH-Schluss: Starke Erholung zu Wochenbeginn

CH-Schluss: Starke Erholung zu Wochenbeginn

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die neue Woche mit deutlichen Kursaufschlägen eröffnet und sich von den Verlusten aus der vergangenen Woche erholt gezeigt. Die Hoffnung auf Lösungen im US-Budgetstreit liess den Leitindex SMI bereits zu Beginn in die Höhe klettern, wobei Finanzaktien und Zykliker die technische Gegenbewegung anführten. In der Folge weitete der Index die Kursavancen stetig aus und kletterte am Nachmittag mit der positiven Eröffnung an der US-Börsen über die Marke von 6’600 Punkten.

Unter den Anlegern weltweit sei über das Wochenende Optimismus aufgekommen, hiess es im Handel. In den USA hatten Vertreter der Demokraten und Republikaner am Freitag das erste Gespräch mit Präsident Barack Obama über den US-Haushalt als konstruktiv bezeichnet. Das Ziel ist es, eine Lösung betreffend den zum Jahresende drohenden automatischen Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen zu erarbeiten. Sollte dies nicht gelingen, befürchten Ökonomen einen massiven Konjunktureinbruch. Am Nachmittag stützten über Erwarten gute US-Immobiliendaten (Hausverkäufe, NAHB-Index) die Stimmung an den Finanzmärkten zusätzlich.

Der SMI gewann bis Börsenschluss 2,00% auf 6’638,89 Punkte und lag damit auf Tageshöchstniveau. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) legte um 2,42% auf 1’007,13 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 2,02% auf 6’111,56 Punkte zu.

Unter den Blue Chips erfreuten sich die Aktien der Grossbanken UBS (+4,3%) und CS (+4,4%) besonderer Nachfrage. Nicht nur die Hoffnung auf ein erfolgreiches Umschiffen der Fiskalklippe in den USA, sondern auch ein allfälliges Scheitern der internationalen Kapitalregeln für Banken hätten die Kurse in die Höhe getrieben, hiess es. Thomas Hoenig, Vize-Chef der US-Bankenaufsicht FDIC, hält die Regeln für zu komplex und empfahl in einem Interview, die «Basel III»-Vorschriften in dieser Form aufzugeben.

Bei den Versicherungen stiegen Swiss Life mit 3,2% auf 117,50 CHF am stärksten. Mit Spannung wird der Investorentag von nächster Woche erwartet. Dort wird der Lebensversicherer darüber Auskunft geben, wie die Weichen für die kommenden Jahre gestellt wurden. Im Vorfeld dazu hat HSBC das Kursziel deutlich auf 128 von bislang 96 CHF erhöht. Swiss Re (+1,8%) rückten nach einer Kurszielerhöhung durch Barclays etwas moderater vor.

Derweil reagierten die Aktien der Zurich Insurance Group (+2,3%) auf die deutlichen Verluste aus der Vorwoche (-5%). VR-Präsident Josef Ackermann sieht den Konzern langfristig «hervorragend aufgestellt». Ausserdem erhielten die Zurich-Papiere von einer positiven Empfehlung des renommierten US-Investoren-Magazins Barron’s Unterstützung. Im Bericht wurde Zurich nach dem jüngsten Ausverkauf nun einiges an Aufwärtspotential attestiert.

Unter Zyklikern wurden Clariant (+4,7%) gut nachgefragt, ohne dass es kursrelevante Nachrichten zum Titel gegeben hätte. Transocean (+3,1%) profitierten vom jüngsten Flottenbericht. Die Ölbohrgesellschaft hatte seit Mitte Oktober den Auftragsbestand aus neuen oder bestehenden Verträgen um rund 1,1 Mrd USD gesteigert.

Die grössten Gewinne im SMI/SLI erzielten Richemont mit 5,2%, während Branchennachbar Swatch Group um 3,8% zulegten. Gute Daten zum chinesischen Verbrauchervertrauen verhalfen dem Luxusgüter-Sektor zu diesen starken Avancen. Im Bausektor verteuerten sich Geberit um 2,7%, Sika um 2,7% oder Holcim um 2,6%.

Die defensiven Index-Schwergewichte Novartis (+0,5%) hinkten der Entwicklung am Gesamtmarkt etwas hinterher, Nestlé gewannen immerhin 1,5%. Den Roche-Genussscheinen (+1,9%) kamen zum Teil positive Studienresultate mit Avastin in der Behandlung von sehr aggressiven Hirntumoren zugute.

Im breiten Markt kletterten Cicor um 3,2% in die Höhe. Das Elektronik-Unternehmen hatte von Albis Technologies einen Rahmenauftrag über 30 Mio CHF mit Laufzeit über drei Jahre erhalten. DKSH gewannen 1,9%, nachdem der Handelskonzern den Vertrag mit CEO Jörg Wolle um weitere fünf Jahre bis 2017 verlängert und für den neu geschaffenen Posten des COO den Logistikexperten Bruno Sidler gewonnen hatte. (awp/mc/upd/ps)

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