CH-Schluss: SMI legt um 0,4% auf 8’045 Punkte zu

CH-Schluss: SMI legt um 0,4% auf 8’045 Punkte zu

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den «Doha-Schock» nach einem Rücksetzer zum Handelsauftakt gut verdaut. Lediglich in der ersten Handelsstunde hatten die gescheiterten Gespräche wichtiger Ölförderländer über Produktionskürzungen von Wochenende noch für eine stärker spürbare Verunsicherung an den Börsen gesorgt. Die in Doha versammelten Opec- und Nicht-Opec-Länder hatten sich am Wochenende nicht auf ein Einfrieren der Fördermenge einigen können. Das schickte die Ölpreise erst einmal auf Talfahrt, was die Anleger erst einmal von riskanteren Anlagen wie Aktien Abstand nehmen liess.

Am Nachmittag drehten Indizes mit einer freundlichen Wall Street gar wieder in die Gewinnzone und dem SMI gelang die Rückeroberung der psychologisch wichtigen Marke bei 8’000 Punkten. Die Anleger blickten nun auf die laufende Berichtssaison der US-Unternehmen, hiess es im Handel. Unterstützung bekamen die Kurse auch von stabilen Daten vom US-Immobilienmarkt.

Der Swiss Market Index (SMI) legte am Montag um 0,37% auf 8’044,60 Punkte zu. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewann 0,39% auf 1’235,67 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,34% auf 8’625,08 Zähler. Von den 30 SMI/SLI-Titeln legten deren 20 zu, neun schlossen im Minus und einer unverändert.

Die «Pharmawoche» warf am Berichtstag ihre Schatten voraus. Den Anfang machen wird am (morgigen) Dienstag Roche (+0,6%), deren Papiere im Vorfeld der Erstquartalsumsätze gekauft wurden. Die Analysten der Grossbank UBS attestierten den Titeln in einer Sektorstudie u.a. aufgrund einer guten Medikamenten-Pipeline ein deutliches Aufholpotenzial.

Noch deutlicher nach oben ging es mit den Aktien der Konkurrenten Novartis (+0,9%) und Actelion (+2,5%), die beide am Donnerstag zum Zahlenrapport antreten werden.

Auf der vorsichtigen Seite positionierten sich die Anleger hingegen in Kühne+Nagel, dessen Papiere sich um 0,7% verbilligten. Der Logistikkonzern wird ebenfalls am Dienstag Erstquartalszahlen zeigen. ABB (unverändert) wird am Mittwoch erstmals nach der neu geschaffenen Struktur mit vier Divisionen über das erste Quartal berichten, Syngenta (+0,3%) ist ebenfalls am Mittwoch angekündigt. Die Papiere des Agrochemiekonzerns gelten angesichts der Übernahmeofferte von ChemChina als nach unten abgesichert».

Nach unten ging es mit Schindler (-0,6%) und den Aktien der Versicherer. So büssten etwa Swiss Life 0,7% ein, Bâloise 0,3% Swiss Re 0,2%, und einzig Zurich legten um 0,1% zu. Für letztere hat die Citigroup das Kursziel deutlich reduziert, bei unverändertem Rating «Neutral». Die Gewinnschätzungen seien wegen geringerer Prämieneinnahmen, einer höheren Combined Ratio sowie wegen des Fremdwährungseinflusses nach unten revidiert worden, hiess es.

Die Aktien der Grossbanken zeigten am Montag nach einem schwachen Start eine klare Aufwärtsbewegung: UBS gewannen 0,5% und Credit Suisse gar 0,8%. CS waren mit einem Plus von über 10% in der Vorwoche klarer Sieger der Wochenwertung, auch UBS fielen mit plus 6% positiv auf. Gestützt wurden die beiden Werte von unerwartet guten Zahlen des US-Mitbewerbers Morgan Stanley. Die Aktien von Julius Bär (-0,3%), der dritten Bank innerhalb des SMI, lagen hingegen im Angebot.

Die grössten Gewinne im SMI/SLI erreichten neben Actelion die zyklischen Werte Dufry (+1,5%), LafargeHolcim (+1,2%) und Adecco (+1,1%).

Im breiten Markt fielen die volatilen Accu Holding mit einem Minus von über 10% auf, dies nach einem Plus von 13% am Freitag. Am Freitagabend hatte das Unternehmen bekanntgegeben, dass Marco Marchetti als VR-Präsident und Chef der Industriegruppe wegen einer Strafuntersuchung per sofort zurücktrete.

Die Aktien des Flughafens Zürich verbilligten sich um leichte 0,1%. Der Flughafenbetreiber hatte am Morgen den Verkauf der restlichen Beteiligung von 5% am indischen Betreiber des Flughafens in Bangalore für knapp 50 Mio USD bekanntgegeben. Ex-Dividende gehandelt wurden Gategroup (-0,4%), Valora (-3,8%), Gurit (+0,7%) und BVZ (-3,4%). (awp/mc/upd/ps)

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